Hildesheims zukünftiger Bischof bringt Missionsgeist mit

Offen für Neues

Der ernannte Hildesheimer Bischof, Heiner Wilmer, will seine neue Aufgabe mit "Missionsgeist" und "Kreativität" angehen. "Ich finde, wir leben in einer Zeit, in der schon die Frage da ist, inwieweit wir den Glauben neu vorschlagen".

Hildesheims neuer Bischof Heiner Wilmer / © Holger Hollemann (dpa)
Hildesheims neuer Bischof Heiner Wilmer / © Holger Hollemann ( dpa )

Im Interview mit dem Nachrichtenportal "Vatican News" sagte der 57-jährige Heiner Wilmer: "Es kann nicht sein, dass wir einfach so weitermachen wie bisher nach dem Motto, der Heilige Geist wird's schon richten."

Der gebürtige Emsländer will seine weltkirchlichen Erfahrungen, die er zuletzt auf seinen zahlreichen Reisen als Ordensoberer sammelte, in seine Arbeit in Hildesheim miteinbringen: "Das macht mich deutlich entspannter gegenüber Strukturen, gegenüber Dingen, die es schon immer gab, von denen man meint, es könne gar nicht anders gehen, und es kann und darf sich nicht verändern."

"Junge Menschen fragen kantiger"

Heiner Wilmer wird am 1. September im Hildesheimer Dom zum Bischof geweiht und in sein Amt eingeführt. Zuvor will er an mehreren Wochenenden im August mit Jugendlichen aus seinem neuen Bistum auf Pilgertour gehen."Ich glaube, man ist nur dann wahrhaftig ein Lehrender, wenn man zunächst ein Hörender ist", erklärte er.

Die jungen Menschen sollten ihm sagen, "was sie glauben, was sie erfreut, was sie beflügelt, wovon sie träumen, aber auch, was sie bedrückt". Er schätze die Jugendlichen für ihre ehrlichen Fragen: "Junge Menschen fragen kantiger, fragen eher, was habe ich davon, was bringt mir der Glaube, was habe ich überhaupt von Kirche", so der ausgebildete Lehrer.

Nachfolger von Bischof Norbert Trelle

Heiner Wilmer war am 6. April von Papst Franziskus zum zukünftigen Bischof von Hildesheim ernannt worden. Er stammt aus Schapen im Emsland und trat mit 19 Jahren in den Orden der Dehonianer ein, die auch als Herz-Jesu-Priester bekannt sind. Dort absolvierte er neben der Priester- auch eine Lehrerausbildung.

Er hat mehrere Auslandseinsätze hinter sich, unter anderem in der New Yorker Bronx, und war zuletzt in Rom Generaloberer des Ordens. In Hildesheim folgt er Bischof Norbert Trelle (75) nach, der am 9. September 2017 in den Ruhestand getreten war. Wilmer will Anfang August nach Hildesheim ziehen. 

Bistum Hildesheim

Hildesheimer Dom / © Daniel Pilar (KNA)
Hildesheimer Dom / © Daniel Pilar ( KNA )

Zur Diözese Hildesheim zählen rund 538.000 Katholiken im östlichen Niedersachsen und im Norden Bremens. Das rund 30.000 Quadratkilometer große Bistum reicht von der Nordseeküste bis zu den südlichen Ausläufern des Harzes bei Göttingen und Duderstadt. Die Katholiken bilden im Bistum in fast allen Regionen der Diözese eine Minderheit (Diaspora).

Es zählt 119 Kirchengemeinden in 17 Dekanaten. Heiner Wilmer ist der 71. Bischof des Bistums. Er folgt auf Bischof Norbert Trelle, dessen altersbedingten Rücktritt Papst Franziskus am 9. September 2017 annahm.

Quelle:
KNA