Franz Jung nach seiner Bischofsweihe im Würzburger Kiliansdom
Franz Jung nach seiner Bischofsweihe im Würzburger Kiliansdom
Auf dem Bischofsstuhl
Franz Jung auf dem Bischofsstuhl
Bischofsweihe von Franz Jung
Bischofsweihe von Franz Jung
Marx über Jung: "Vollblutseelsorger"
Marx über Jung: "Vollblutseelsorger"

11.06.2018

Große Erwartungen an neuen Bischof Franz Jung "In Würzburg wartet viel Arbeit"

Er gilt als entscheidungsstark, kommunikativ und humorvoll: Franz Jung ist Würzburgs neuer katholischer Bischof. In Franken wird er herzlich begrüßt. Es ruhen große Erwartungen auf dem 52-Jährigen.

Seit Sonntagnachmittag ist der Pfälzer Franz Jung nun Bischof von Würzburg. Am 16. Februar hatte Papst Franziskus den damaligen Speyerer Generalvikar zum Nachfolger von Friedhelm Hofmann an der Spitze des fränkischen Bistums mit rund 750.000 Katholiken ernannt, gerade einmal rekordverdächtige fünf Monate, nachdem er den altersbedingten Rücktritt Hofmanns annahm.

Viele Katholiken in Würzburg empfinden die schnelle Ernennung als Segen, stehen doch tiefgreifende Veränderungen bei den Gemeindestrukturen an.

Offenheit für Reformen

"Im Bistum Würzburg wartet viel Arbeit auf Sie", so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, in seinem Grußwort. Im Bistum Speyer hatte Jung schon als Generalvikar bewiesen, dass ein Strukturprozess gelingen kann. 70 Großpfarreien sind dort entstanden. Anpackend und kommunikativ sei der 52-Jährige, heißt es. Gute Voraussetzungen für solche Veränderungen.

Klare Vorgaben zum Ziel und der Struktur auf der einen Seite, möglichst große Flexibilität vor Ort auf der anderen Seite, so beschrieb er selbst den Prozess in Speyer. Und es gab eine ständige Begleitung durch Gremien, die mit Klerikern und Laien besetzt sind. Das hört sich fast schon nach synodalen Strukturen wie in der evangelischen Kirche an.

In seiner ersten Ansprache am Sonntag machte Jung deutlich, dass er Offenheit für Reformen erwartet. Mit Verweis auf seinen Wahlspruch "Die Hoffnung ist der Anker der Seele" aus dem Hebräerbrief sagte er, Christus verleihe als Hoffnungsanker seiner Kirche eine ungeheure Dynamik.

Ruf in unbekannte Zukunft

"Von Christus gezogen zu werden heißt, bisher Erreichtes immer wieder neu zu überschreiten." Veränderung sei daher nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu begreifen. "Veränderung im Sinne unseres Glaubens als Auferstehung." Auferstehung heiße nicht Wiederbelebung des Vergangenen.

Dies zu betonen sei wichtig, denn ihm begegne immer wieder, dass Menschen eher von Wiederbelebung träumten. "Man träumt davon, die alte Herrlichkeit möge wieder erstehen. Es möge doch alles wieder so sein wie vor einigen Jahrzehnten, als die Kirchen als Volkskirchen noch stark und die Gottesdienste noch voll waren."

Gott rufe aber seine Kirche in eine unbekannte Zukunft. "Dem Ruf gehorchen kann nur, wer von der unbeirrbaren Hoffnung erfüllt ist, dass Abbrüche nicht Untergang bedeuten, sondern die Einladung sind, noch einmal neu zu beginnen." Kirche müsse aber auch für jene Hoffnungsanker sein, "die keinen Fürsprecher haben und die auf unser Zeugnis gelebter Hoffnung angewiesen sind".

Feinsinniger Humor und Gelassenheit

Doch vor den großen eigenen Akzenten steht für Jung erst einmal das Kennenlernen im Mittelpunkt. Schon in den vergangenen Wochen habe er sich intensiv mit dem neuen Bistum und den handelnden Personen auseinandergesetzt, heißt es in Würzburg.

Weitere Besuche im Bistum stehen nun an. Bei diesen Begegnungen mit den gern als reserviert geltenden Franken dürfte Jung sein Wesen helfen. Kardinal Marx spricht von einer dem Leben zugewandten Art, einem feinsinnigen Humor und Gelassenheit. Der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann habe ihn nur ungern ziehen lassen. "

Umso schöner ist es, dass die Gläubigen des Bistums Würzburg in ihrem neuen Bischof einen Vollblutseelsorger erwarten dürfen, der sich auch im Dickicht der manchmal vorhandenen kirchlichen Bürokratie auskennt."

600 Menschen kamen zum Bischofshaus

Die Menschen im neuen Bistum haben Jung schon sehr herzlich aufgenommen. Rund 600 Menschen waren am Samstagabend vor das Bischofshaus gekommen, um ihn in ihrer Stadt zu begrüßen. Neben Brot und Salz wurde dort auch das Franz-Lied gesungen, eine Abwandlung des Frankenlieds durch die Mitarbeiter im Speyerer Ordinariat: "Wohlauf, Franz Jung geht weg vom Rhein. Wer lange sitzt, muss rosten!", heißt es da.

Und am Ende: "In Speyer hat er gut erprobt Reformen von Pfarreien. Von vielen dafür hochgelobt gab`s doch auch Quengeleien. Ausdauer, Fleiß und Zähigkeit wird er als Bischof brauchen, wenn er in Würzburgs Herrlichkeit wird bis zum Hals eintauchen."

Christian Wölfel

(KNA)

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