Kloster in Neuzelle im Bistum Görlitz
Kloster Neuzelle
Pater Simeon Wester (li.) seine Brüder und Bischof Ipolt.
Zisterzienser mit Bischof Ipolt in Neuzelle

18.05.2018

Kloster Neuzelle eröffnet Festjahr zum 750. Gründungsjubiläum Mit viel Kultur und echten Mönchen

Es ist ein ungewöhnliches Gemeinschaftsprojekt von Staat und Kirche: 750 Jahre nach der Gründung wollen das Land Brandenburg und der Zisterzienserorden dem Kloster Neuzelle neue Impulse geben. An diesem Freitag geht es los.

Opulenter Barock auf kargem Sand: Wen die ungewöhnliche Kombination reizt, der wird im Kloster Neuzelle bei Frankfurt an der Oder fündig. Außerhalb von Brandenburg ist die gut erhaltene Anlage indes noch ein "Geheimtipp". Das soll ein Festjahr zum 750. Gründungsjubiläum - auch mit kirchlicher Hilfe - nun ändern.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) selbst übernahm die Schirmherrschaft über die Reihe von über 100 Konzerten, Festen, Ausstellungen und Gottesdiensten. Das Jubiläum sei ein "herausragendes Ereignis für Brandenburg", begründet er sein Engagement. Als nördlichstes Beispiel des süddeutschen und böhmischen Barocks in Europa sei "das Barockwunder Neuzelle noch viel zu wenig bekannt".

Investitionen in Millionenhöhe

Es sind nicht nur die historischen Leistungen des Zisterzienserordens für den Landesausbau, die das Bundesland zu einer Förderung des Jubiläums in Höhe von 350.000 Euro motivieren. Über 52 Millionen Euro flossen seit Beginn der 1990er Jahre von EU, Bund, Land und Spendern nach Neuzelle, um das Kloster möglichst originalgetreu zu restaurieren. "Die Investitionen sollen sich auch für die Region lohnen", betont Norbert Kannowsky, Geschäftsführer der landeseigenen Stiftung Stift Neuzelle. Sie verwaltet die Gebäude und Ländereien im Umfang von rund 11.300 Hektar. Kannowsky hofft, dass das Jubiläumsjahr über 200.000 Besucher anzieht und damit doppelt so viele wie bisher.

Dank der Millionen-Investitionen hat sich Neuzelle bereits zu einer Sehenswürdigkeit gemausert. Die Besucher erwarten die katholische Stiftskirche Sankt Marien und die - seit 200 Jahren evangelische - Kirche Zum Heiligen Kreuz, ein originalgetreuer Klostergarten und - neben einem neu gestalteten Museum zur Geschichte des Klosters - auch ein "Himmlisches Theater". Unter diesem Titel sind Teile der europaweit einzigartigen Neuzeller Passionsdarstellungen von Leiden und Auferstehung Jesu zu sehen. Ab Oktober werden neu restaurierte Szenen der Holzkulissen präsentiert.

Festwoche zum Klosterjubiläum

Offiziell eröffnet wird das Jubiläumsjahr bereits an diesem Freitag mit der Auftaktveranstaltung auch für Brandenburgs Kulturland-Themenjahr 2018. Es steht unter dem Motto "Wir erben. Europa in Brandenburg - Brandenburg in Europa". Kulturministerin Martina Münch (SPD) startet damit zugleich das Europäische Kulturerbejahr für Brandenburg. Bis zum Herbst folgen zahlreiche musikalische Darbietungen, mit denen die Stiftung Stift Neuzelle an ihre jährlichen Kulturprogramme anknüpft.

Eine ganze Festwoche zum Klosterjubiläum gibt es vom 7. bis 14. Oktober. Zu einem ökumenischen Festgottesdienst am 12. Oktober, dem 750. Gründungstag des Klosters, werden die Bischöfe Wolfgang Ipolt (Bistum Görlitz) und Markus Dröge (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) sowie Ministerpräsident Woidke erwartet.

"Touristische Belebung" durch Mönche

Dann werden wieder Zisterziensermönche dauerhaft in Neuzelle präsent sein. Gut 200 Jahre, nachdem Preußen ihre Vorgänger vertrieben und die Besitzungen verstaatlicht hatte, beschloss der Orden die Gründung einer Niederlassung in Form eines Priorats. Vier Mönche aus der österreichischen Abtei Heiligenkreuz wohnen auf Einladung von Bischof Ipolt bereits in Neuzelle, sechs sollen es werden.

Die rechtlichen Voraussetzungen dafür werden derzeit geschaffen. So beschloss Brandenburgs Landesregierung am Dienstag den Entwurf einer Vereinbarung unter anderem über das historische Kanzleigebäude des Klosters, in dem die Ordensleute wohnen sollen. Abstimmungen etwa mit der Privatschule, die auf dem Klostergelände untergebracht ist, sind erforderlich.

Ministerpräsident Woidke verhehlt nicht, dass er sich von den Mönchen auch eine weitere "touristische Belebung" von Neuzelle erhofft. Auch Kulturministerin Münch freut sich über das "schon spürbare spirituelle Zentrum" durch die Anwesenheit der Zisterzienser. Mit ihren gregorianischen Gesängen in der Klosterkirche nehmen sie schon seit vergangenem August die jahrhundertealte Tradition des Ortes wieder auf.

Gregor Krumpholz
(KNA)

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