Pegida-Demo in Dresden
Pegida-Demo in Dresden

12.03.2018

Warum eine Woche gegen Rassismus in Dresden wichtig ist "Als Gesellschaft entgegenstellen"

Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung im Dresdner Rathaus beginnen heute die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Warum diese Veranstaltung für die Stadt wichtig ist, erklärt Thomas Arnold, der Direktor der katholischen Akademie Dresden.

DOMRADIO.DE: Bei Ihnen in der Stadt und bei Ihnen in Sachsen haben bei der letzten Bundestagswahl die meisten Menschen die AfD gewählt. Gibt es denn dann für eine Veranstaltung, die sich für Offenheit und Toleranz einsetzt, überhaupt das richtige Zielpublikum?

Dr. Thomas Arnold (Direktor der katholischen Akademie Dresden): Sie spielen jetzt auf die 27 Prozent an, die in Sachsen bei der Bundestagswahl die AfD gewählt haben.

DOMRADIO.DE: Genau.

Arnold: Knapp dreiviertel der Menschen haben aber nicht die AfD gewählt und ich glaube, dass man in der Konfrontation immer wieder sensibilisiert werden muss.

DOMRADIO.DE: Inwieweit?

Arnold: Wir müssen uns die Fragen stellen: Was heißt Menschenwürde? Was heißt Rassismus? Wofür setzen wir uns da ein? Es kann nicht sein, dass die Menschenwürde diskriminiert wird. Heidenau, Bautzen, Claußnitz sind alles Inbegriffe in den letzten Jahren geworden, wo wir uns als Gesellschaft in einem Land entgegen stellen müssen.  

DOMRADIO.DE: Die internationalen Wochen gegen Rassismus werden bei Ihnen in Dresden eröffnet. Warum ausgerechnet Dresden? Was spielt es für eine Rolle, dass dies bei Ihnen in der Stadt passiert?

Arnold: Dresden engagiert sich schon seit mehreren Jahren in dieser Woche gegen Rassismus. Ich freue mich, dass in diesem Jahr Dresden ausgewählt wurde und dass auch noch ein Religionsthema im Mittelpunkt steht. Es geht um die Diskriminierung der Religion oder aufgrund der religiösen Zugehörigkeit, um den Islam.

Aiman A. Mazyek wird zum Beispiel am Montag die Woche mit eröffnen. Claudia Roth und der sächsische Ministerpräsident werden auch da sein. Ich denke, dass gerade in Dresden, wo Rassismus keine Zukunft haben darf, aber zum Teil eine Vergangenheit hat, ein guter Ort ist um diese Woche zu eröffnen. 

DOMRADIO.DE: Es ist ein religiöses Thema mit dem Islam, das im Mittelpunkt steht. Auf der anderen Seite sind eben auch kirchliche Institutionen, wie Sie als katholische Akademie, auch beteiligt. Welche Rolle spielt es denn, dass die Kirche hier aktiv ist?

Arnold: Ich denke, es ist richtig und wichtig, dass ganz verschiedene gesellschaftliche Player dabei sind. Das geht von der Rosa-Luxemburg-Stiftung bis hin zur Katholischen Akademie. Es gibt die ganz große Bandbreite. Ich freue mich, dass der Bund Neudeutschland (Anm. d. Red. der Bund Neudeutschland ist ein nach dem Ersten Weltkrieg gegründeter Verband der katholischen Jugendbewegung) mit seinem Kongress, der im April diesen Jahres in Dresden stattfinden wird, sich auch beteiligt und dass wir hier auch als Kirchen, die gesellschaftlich eigentlich in einer Minderheit sind, ein lauter Partner und Vertreter für Menschenwürde sind. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiges Zeichen. 

DOMRADIO.DE: Das haben Sie im letzten Jahr auch schon bewiesen als sie ein großes Plakat von Papst Franziskus in der Stadt aufhängen ließen. Was steckte denn da dahinter?  

Arnold: Dresden ist seit einigen Jahren mit den ganzen PEGIDA-Demonstrationen, mit verschiedenen Aktionen zum 3. Oktober, wo dieser Hass auch in der ganzen Nation spürbar und sichtbar wurde, in Verruf geraten. Wir haben uns deswegen gesagt, dass wir dies nicht nur thematisch aufarbeiten wollen und darüber diskutieren, was es heißt, als Gesellschaft Menschenwürde zu betonen. Sondern wir haben Papst Franziskus in den Mittelpunkt gestellt, der den Jugendlichen zugerufen hat: "Mischt euch ein!" Das ist nicht nur ein Thema der Kirche, sondern ein Thema der Gesellschaft und wir haben deswegen ganz verschiedene Menschen gefragt wie sie sich einmischen und das ist heute noch nachsehbar unter: www.pontifexrocks.ka-dd.de.

DOMRADIO.DE: Wie reagieren denn die Dresdener und vor allem die jungen Leute auf den Papst?

Arnold: Wir hatten ganz verschiedene Schriften gehabt. Wir hatten das Banner an verschiedenen Stellen in der Stadt auch hängen. Ich glaube  aber, dass die Mehrheit positiv darauf reagiert hat oder zumindest so irritiert, dass sie sich fragten: "Was will der eigentlich von uns?" und dann nochmal nachgeschaut haben. Die Zahlen haben uns das gezeigt. Inzwischen ist die Aktion ein Jahr her. Wir versuchen nun neue Aktionen zu finden um dieses Bewusstsein des Einmischens in der Stadtgesellschaft weiter offenzuhalten. 

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube

DOMRADIO.DE überträgt alle Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube und Periscope.

DOMRADIO hören

Laden Sie sich unsere App herunter – kostenlos in den Stores. DOMRADIO hören Sie auch übers Internetradio, Smartspeaker, andere gängige Radio-Apps, in Köln auf UKW 101,7, in Berlin/Brandenburg über DAB+ und natürlich auf DOMRADIO.DE.

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Podcast: Der Morgenimpuls von Schwester Katharina

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

WBS-Weggeleit

Messenger-Gemeinde

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

 26.05.2020
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Entwicklungsministerium will sich aus mehreren Krisenstaaten zurückziehen
  • Streit um Kirchenöffnungen in den USA
  • Ökumenischer Kirchentag – Wie laufen die Vorbereitungen während Corona?
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Entwicklungsministerium will sich aus mehreren Krisenstaaten zurückziehen
  • Streit um Kirchenöffnungen in den USA
  • Ökumenischer Kirchentag – Wie laufen die Vorbereitungen während Corona?
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Die Corona-Situation im Vatikan
  • Bundesländer diskutieren über Lockerungen der Corona-Regeln
  • "StopCovid" - Die Corona-App in Frankreich
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Die Corona-Situation im Vatikan
  • Bundesländer diskutieren über Lockerungen der Corona-Regeln
  • "StopCovid" - Die Corona-App in Frankreich
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Muslime können Gotteshaus in Berlin zum Beten nutzen
  • Kirchenöffnungen in den USA?
  • Entwicklungsministerium zieht sich aus Hilfestellung für Krisenstaaten zurück
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…