Die Kanzel: häufig Ort der Predigt.
Die Kanzel: Häufig der Ort der Predigt
Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln
Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln
Kardinal Marx
Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising
Eichstätts Bischof Gregor Maria Hanke
Eichstätts Bischof Gregor Maria Hanke
Augsburgs Bischof Dr. Konrad Zdarsa
Augsburgs Bischof Dr. Konrad Zdarsa
Paderborns Bischof Hans-Josef Becker
Paderborns Bischof Hans-Josef Becker
Bischof Gebhard Fürst: Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz
Bischof Gebhard Fürst im Dialog
Passaus Bischof Stefan Oster
Passaus Bischof Stefan Oster
Münsters Bischof Felix Genn
Münsters Bischof Felix Genn
Mainzer Bischof Peter Kohlgraf
Mainzer Bischof Peter Kohlgraf

18.02.2018

Hirtenbriefe zur Fastenzeit Bischöfe wenden sich an Gläubige

Die Bischöfe haben sich zum Beginn der Fastenzeit mit Hirtenbriefen an die Gläubigen gewandt. Darin geht es unter anderem um den Sonntagsschutz und die Umwelt. Kölns Erzbischof Kardinal Woelki ruft dazu auf, Christus an unsere Seite treten zu lassen.

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki lädt in seinem diesjährigen Fastenhirtenbrief mit dem Titel "Augen auf" die Gläubigen des Erzbistums dazu ein, sich trotz der in diesem Jahr kalendarisch kurzen Spanne zwischen Weihnachten und Ostern genug Zeit für zentrale Fragen des Glaubens zu nehmen. Die 40 Tage der Fastenzeit seien eine "wichtige und bedeutsame Zeit", um sich "vom Gott der Gegenwart finden zu lassen" und sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen.

Ein Sinnbild für den Pastoralen Zukunftsweg, auf den sich das Erzbistum Köln begeben hat, findet der Erzbischof dabei im biblischen Bericht vom auferstandenen Christus, der den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus begegnet: Christus geht auch in unserer Zeit an der Seite der Gläubigen seiner Kirche, die ihn vielleicht nicht immer direkt erkennen, wie die Emmaus-Jünger, denen erst spät "die Augen auf" gingen (Lk 24,31). Die Vorbereitungszeit auf Ostern hin sei deshalb vor allem dazu geschenkt, "auf unseren Wegen in besonderer Weise Platz zu machen, damit Christus an unsere Seite treten kann: um uns zu begleiten, uns zuzuhören, uns zu erinnern, uns das Brot zu brechen, uns die Augen zu öffnen, uns zukunftsfähig zu machen", so Woelki.

Kardinal Marx über die Evangelisierung

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, rief zu verschiedenen Formen der Evangelisierung auf: Christen sollten auf vielfältigen Wegen Menschen in Berührung mit der Botschaft Jesu bringen. Sie dürften sich dabei weder vom Blick auf Zahlen und Statistiken noch von der Vorstellung "Früher war es besser" entmutigen lassen. Stattdessen sollte jeder Christ durch sein Zeugnis die Faszination und Kraft der Person Jesu, seiner Worte und seines Lebens sicht- und erfahrbar machen.

Bei der Evangelisierung gehe es um "mehr als Imagekampagnen für die Kirche oder Werbemaßnahmen zur Rekrutierung oder Wiedergewinnung neuer Mitglieder", erklärte der Kardinal. Für viele Menschen blieben vor allem Familie und Pfarrei die ersten und wichtigsten Orte, um Jesus kennenzulernen.

Umkehr mit der Hilfe des Herrn 

Für Umkehr und Neuanfang in verschiedenen Aspekten setzt sich Bischof Gregor Maria Hanke in seinem Hirtenwort zur Fastenzeit ein. Angesichts des nun bekannt gewordenen Finanzskandals betont der Bischof von Eichstätt die dienende Funktion der Bistumsverwaltung für die Kirche als die Gemeinschaft der Gläubigen. Hier sei Umdenken und Neuausrichtung nötig. Die jünhsten Vorgänge nannte er eine "bittere Enttäuschung". Darunter würde die Glaubwürdigkeit der Kirche insgesamt leiden.

Insbesondere viele Ehrenamtliche, die sich in ihrer Freizeit für ihre Pfarrei oder auch in der kommenden Woche bei der Caritassammlung engagieren, würden diskreditiert und müssten sich hintergangen fühlen. Deshalb müsse dieser Fall vollständig aufgeklärt und die zuvor begonnene Reform der Bistumsfinanzen und der internen Kontrollmechanismen fortgesetzt werden.

Ohne die Bereitschaft, Schuld und Versagen im Miteinander einzugestehen und Vergebung gerade auch im Bußsakrament zu erfahren, bliebe die Pastoral fruchtlos. Gerade in den neuen Pastoralräumen sollen die Gläubigen das "Kirche sein" als Gemeinschaft leben und erfahren. Gerade im gegenwärtigen Kommunikationszeitalter seien jedoch viele Menschen nicht in der Lage, wirklich miteinander zu kommunizieren und sich zu begegnen. "Sie bleiben einsam und werden oft mit ihrem Leben nicht mehr fertig." Hier könne die Kirche nach den Worten des Bischofs eine "wunderbare Botschaft" anbieten: "Wir sind nicht verlassen. Der Herr ruft uns Menschen in seine Jüngergemeinde, in seine Communio."

Den Sonntag schützen

Augsburgs Bischof Konrad Zdarsa sprach über den Sonntag. Dieser sei "Gottes höchsteigenes Geschenk an uns Menschen" und "ein kleines Ostern". Zdarsa mahne laut Pressestelle dazu, den Sonntag nicht nur in der Messe feierlich zu würdigen, sondern gerade an ihm Fürsorge für andere zu zeigen und ihn möglichst vor Arbeit zu schützen.

Auch der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat den Schutz des Sonntags angemahnt. In den letzten Jahren gebe es verstärkt Bemühungen, aus wirtschaftlichen Interessen den Sonntag als Tag für den Gottesdienstbesuch und der Arbeitsruhe auszuhöhlen, kritisierte Becker in seinem Fastenhirtenbrief. Dieser wird am Wochenende in den Gottesdienstes des Erzbistums Paderborn verlesen.

Der Sonntag dient nach den Worten Beckers der persönlichen Erholung und dem gemeinsamen Familienleben. Zudem solle er es Christen ermöglichen, die Messfeier zu besuchen. Die Kirche erinnere immer wieder an das Gebot, an Sonn- und Feiertagen keine Arbeiten und Tätigkeiten zu verrichten, die die Heiligung dieser Tage gefährde. Er wolle nicht von einer Sonntags-"Pflicht" sprechen, "als ob der Kirchgang nur etwas äußerlich Auferlegten sei", betonte der Erzbischof.

Die christlichen Wurzeln der Feiertage

Frühe Firmung?

Der Passauer Bischof Stefan Oster nahm noch einmal Stellung zu der Entscheidung, künftig im Bistum die Firmung erst Jugendlichen ab 16 Jahren zu spenden. Er wünsche sich, "dass junge Menschen durch die Hilfe von uns allen Erfahrungen mit unserem Herrn machen können – und dass sie selbst befähigt werden, von ihm zu erzählen".

Sie sollten sich frei für dieses Sakrament entscheiden und einen verbindlichen Weg der Vorbereitung auf das Fest gehen können.

Achtsamer Umgang mit Umwelt

"Es ist nicht damit getan, am Ende dieser 40 Tage ein paar Pfunde weniger zu wiegen, sondern es könnte auch eine Herausforderung sein, genauer zu prüfen, wo in meinem Leben und Umfeld gegen die Natur und gegen die Schöpfung gefehlt wird", betonte Münsters Bischof Felix Genn in seinem Fastenhirtenbrief. Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit begännen bei jedem Einzelnen und setzten sich in der globalisierten Gesellschaft fort. 

In dem am Wochenende in den Gemeinden des Bistums verlesenen Fastenhirtenbrief plädiert der Bischof dafür, mit sich selbst eine Art Friedensvertrag zu schließen. Neben der persönlichen Verpflichtung, sich umweltgerecht zu verhalten, könne auch ein achtsamer Umgang mit sich selbst Inhalt eines solchen Friedensschlusses sein. Jeder solle prüfen, was ihn unzufrieden macht. Die Fastenzeit könne auch ein Anlass sein, den Streit mit Mitmenschen zu beenden oder zumindest Gott zu bitten, alles aus den Herzen weg zu räumen, was einer Versöhnung im Wege steht.

Mit seinem Fastenhirtenbrief knüpft Genn an das Motto "Suche Frieden" des bevorstehenden Katholikentags in Münster an. Zu dem Treffen vom 9. bis 13. Mai mit rund 1.000 Veranstaltungen werden mehrere Zehntausende Besucher erwartet.

Heiliger Martin im Fokus

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf legte auch einen Hirtenbrief in Leichter Sprache vor. Darin veranschaulicht er die Geschichte des heiligen Martin und widmet sich dem Teilen.

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