Die Berliner Kathedrale Sankt Hedwig ist der heiligen Hedwig von Schlesien geweiht
Kathedrale Sankt Hedwig
Erzbischof Heiner Koch
Erzbischof Heiner Koch

16.02.2018

Denkmalschutz genehmigt Umbau der Berliner Hedwigskathedrale Ein "Ja" mit Auflagen

Umstritten ist der geplante Umbau der Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale von Anbeginn. Nun hat Berlins oberste Denkmalschutzbehörde dem Projekt widerwillig zugestimmt. Damit ist eine wichtige Hürde genommen – aber mit Auflagen.

Eine seit langem erwartete Entscheidung ist nun gefallen: Berlins Senatsverwaltung für Kultur genehmigt den tiefgreifenden Innenumbau der Sankt-Hedwigs-Kathedrale, wie sie an diesem Freitag bekannt gab. Das umstrittene Projekt sei "weitgehend zulässig", weil der Denkmalschutz gegenüber dem grundgesetzlich gesicherten Selbstbestimmungsrecht der Kirchen "zurücktreten muss". Worin die angedeuteten Auflagen konkret bestehen, ist indes noch ungewiss.

Das Grundkonzept der Umgestaltung kann offenbar jedoch umgesetzt werden. Es ist das seit Jahren umstrittene Vorhaben, die zentrale Bodenöffnung mit Freitreppe zur Unterkirche zu schließen. Der renommierte Architekt Hans Schwippert (1899-1973) hatte diese ungewöhnliche Raumfassung beim Wiederaufbau der kriegszerstörten katholischen Bischofskirche zu Beginn der 1960er Jahre angelegt. Nach dem erstplatzierten Wettbewerbsentwurf des Architektenbüros Sichau & Walter (Fulda) und des Künstlers Leo Zogmayer (Wien) wird die Bodenöffnung wieder geschlossen, an ihrer Stelle rückt der Altar ins Zentrum des Rundbaus.

Genehmigung aus verfassungsrechtlichen Gründen "zwingend"

Dies ist nach Auffassung von Erzbischof Heiner Koch und den meisten Spitzengremien des Erzbistums notwendig, um nach den gegenwärtigen kirchlichen Vorgaben Gottesdienst zu feiern. Kritiker auch im Erzbistum wenden dagegen ein, dass die Innengestaltung ein Denkmal von höchstem Wert darstelle und eine Sanierung ausreiche. In der Sache folgt auch die Senatskulturverwaltung dieser Einschätzung. In ihrer Genehmigung bewertet sie die Umbaupläne zugleich als "äußerst bedauerlich" und "tragisch".

Anders als nun geschehen, konnte die Entscheidung der Kulturverwaltung, die Berlins Oberste Denkmalschutzbehörde ist, gleichwohl kaum fallen. Zur Begründung verwies Kultursenator Klaus Lederer (Linke) auf das Recht der Religionsgemeinschaften, selbst über die Eignung ihrer Sakralräume für Gottesdienste zu befinden. Die Denkmalschutzbehörde habe nur eine "Plausibilitätsprüfung für die einzelnen geplanten Maßnahmen anhand der vom Erzbistum festgestellten Belange in nachvollziehbarer und überzeugend begründeter Weise vorgenommen". Aus verfassungsrechtlichen Gründen sei die Genehmigung "zwingend" gewesen.

Fastenhirtenbrief von Erzbischof Koch

In seinem Fastenhirtenbrief bekräftigt Erzbischof Koch, worauf es ihm bei dem Umbau ankommt. "Christus ist die Mitte unseres Lebens", erklärt er in dem jetzt veröffentlichten Schreiben. "Deshalb wird der Altar, der Christus darstellt, in der Mitte unserer Kathedrale stehen." Die Gemeinde könne sich dann in konzentrischen Kreisen um den Altar versammeln, was gegenwärtig nicht der Fall ist. In dieser Perspektive ist die Umgestaltung auch ein zentrales theologisches Projekt des Erzbistums Berlin.

Mit der denkmalrechtlichen Genehmigung hat das Erzbistum eine wichtige Hürde auf dem Weg zur Realisierung genommen, das bereits Kochs Amtsvorgänger, der jetzige Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, eingeleitet hatte. Nun dürften die Kosten für das Projekt verstärkt zur Debatte stehen.

Transparenz bei Finanzierung zugesagt

Das Erzbistum beziffert sie auf rund 60 Millionen Euro einschließlich eines Umbaus des benachbarten Bernhard-Lichtenberg-Hauses. 20 Millionen Euro will das Erzbistum selbst aufbringen. Weitere 20 Millionen Euro sind von allen 27 deutschen Diözesen zugesagt. 12 Millionen Euro stellen der Bund und 8 Millionen Euro das Land Berlin bereit. Weitere Mittel sollen von Spendern und Sponsoren kommen.

Erzbischof Koch sagte bereits weitestmögliche Transparenz bei der Finanzierung zu. Offen ist, inwieweit sich die jüngst bekannt gewordenen Millionen-Defizite des Erzbistums Hamburg und des Bistums Eichstätt sich auf die Förderzusagen der anderen Diözesen auswirken.

Fest steht indes, dass die Kathedrale mit Blick auf die Bauarbeiten ab kommendem September geschlossen ist. Bis 2023 sollen der Umbau fertig sein.

Gregor Krumpholz
(KNA)

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