Was wird aus Hamburgs katholischen Schulen?
Was wird aus Hamburgs katholischen Schulen?

24.01.2018

Katholische Elternschaft kritisiert Schulschließungen in Hamburg "Als würde man sich die Zunge herausreißen"

Die Katholische Elternschaft Deutschlands hat mit Entsetzen auf die Ankündigung des Erzbistums Hamburg reagiert und sieht dringenden Redebedarf. Acht der 21 katholischen Schulen sollen in der Hansestadt geschlossen werden.

Schule und Bildung seien keine Frage von Wirtschaftlichkeit. Sie entzögen sich letztlich den Beurteilungskriterien einer Unternehmensberatung wie "Ernst & Young", sagte die KED-Vorsitzende Marie-Theres Kastner in Bonn. Die katholischen Schulen bezeichnete sie als pastorale Räume, in denen Kinder und Jugendliche den Glauben kennenlernen könnten. "Sich dieser Chance zu berauben ist, als würde man sich selbst die Zunge herausreißen", so Kastner.

Gegenseitige Hilfe wichtig

Sie forderte Solidarität der reicheren Diözesen mit den Diaspora-Bistümern im Norden und Osten. "Es kann nicht sein, dass es sich nur reiche Diözesen leisten können, missionarisch tätig zu sein." Daher seien nun dringend Gespräche mit der Politik und den Bischöfen notwendig, um die Schulschließungen noch abzuwenden.

Das Erzbistum Hamburg hatte am Freitag bekanntgegeben, bis zu acht seiner 21 katholischen Schulen in der Hansestadt zu schließen.

Finanzielle Probleme

Generalvikar Ansgar Thim begründete die Entscheidung mit der angespannten Haushaltslage der Diözese, deren Schulden sich nach eigenen Angaben auf 79 Millionen Euro belaufen. Der Betrieb der Schulen soll langsam auslaufen, die rund 3.000 Schüler können laut Thim alle noch ihre Abschlüsse machen. Die Lehrer sollen an den 13 verbleibenden Schulen des Erzbistums weiterbeschäftigt werden.

In der Hamburger Politik war die Entscheidung des Erzbistums auf Kritik gestoßen, ebenso bei Schülern, Eltern und Lehrern. Einige Hundert von ihnen hatten sich in den vergangenen Tagen bereits zu Demonstrationen vor dem Hamburger Mariendom versammelt.

(KNA)

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