Eröffnung des Weltfriedenstreffen in Münster
Eröffnung des Weltfriedenstreffen in Münster
Angela Merkel besucht Weltfriedenstreffen
Angela Merkel besucht Weltfriedenstreffen
Genn bei der Eröffnungsansprache
Genn bei der Eröffnungsansprache
Festakt in Münster: Marco Impagliazzo, Angela Merkel, Ahmad Mohammad Al-Tayyeb
Festakt in Münster: Marco Impagliazzo, Angela Merkel, Ahmad Mohammad Al-Tayyeb
Antonio Tajani, Präsident des Europäischen Parlaments
Antonio Tajani, Präsident des Europäischen Parlaments

10.09.2017

Weltfriedenstreffen in Münster eröffnet "Durst nach Frieden"

Das Weltfriedenstreffen in Münster ist eröffnet. Die dreitägige Veranstaltung will den Frieden in der Welt fördern. Papst Franziskus schickt eine Grußbotschaft und appelliert an die Teilnehmer, eine Antwort auf die Sehnsucht nach Frieden zu geben.

Angela Merkel hat sich auf dem Weltfriedenstreffen der katholischen Laienbewegung Sant'Egidio für legale Wege der Einwanderung nach Europa für schutzbedürftige Menschen ausgesprochen. Dadurch müsse verhindert werden, dass diese Menschen Schleppern in die Hände fallen, sagte Merkel am Sonntag. Das Abkommen zwischen der EU und der Türkei habe gezeigt, dass es gelingen könne, illegale Migration in legale umzuwandeln.

Merkel sagte weiterhin, die Gemeinschaft Sant'Egidio trage mit ihrem Engagement im Mittelmeerraum dazu bei, der Welt ein menschliches Antlitz zu geben. Die Politik zeige dies nicht immer. Der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, forderte einen "Marshall-Plan" für Afrika mit mehr Hilfen für die afrikanischen Herkunftsländer von Flüchtlingen.

Papst sendet Grußbotschaft

Papst Franziskus hat die Religionen aufgefordert, sich aktiv für den Frieden einzusetzen. Die Suche nach Wegen des Friedens sei notwendig, heißt es in seiner am Sonntag veröffentlichten Botschaft zum Weltfriedenstreffen der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio in Münster. "Konflikte, verbreitete Gewalt, Terrorismus und Kriege bedrohen heute Millionen von Menschen, sie treten die Heiligkeit des menschlichen Lebens mit Füßen, sie machen alle Menschen zerbrechlich und verletzbar."

Der Papst betonte, die Religionen sollten besonders durch Gebet und konkreten, demütigen und konstruktiven Einsatz auf den "Durst nach Frieden" eine Antwort zu geben. Zusammen mit allen Menschen guten Willens sollten sie unermüdlich Wege des Friedens suchen. Die Teilnehmer des Weltfriedenstreffens seien dafür Vorbild, so Franziskus. "Ihr Zusammensein ist schon eine Antwort des Friedens: Niemals mehr gegeneinander, sondern miteinander." 

"Aufruf für Europa"

Ihre Anwesenheit in Deutschland solle auch "ein Aufruf für Europa sein, den Frieden zu bewahren". Es solle sich einsetzen für den Aufbau einer starken Einheit nach innen und einer immer größeren Offenheit nach außen. Auch der Münsteraner Bischof Felix Genn sagte in seinem Grußwort: "Mitten in einer Situation, in der Religion bei manchen mit Gewalt gleich gesetzt wird, tut ein solches Friedenstreffen wie unser Zusammenkommen hier wirklich Not."

Bischof Genn äußerte Merkel gegenüber Respekt für ihren Einsatz für die Aufnahme von Flüchtlingen im Jahr 2015. "Allen Widerständen zum Trotz haben Sie sich in unserem Land und auf europäischer Ebene dafür eingesetzt", sagte Genn. Nun müssten Fluchtursachen bekämpft werden, damit Menschen nicht zur Flucht gezwungen seien: "Das unsägliche Sterben im Mittelmeer muss ein Ende bekommen.

Zahlreiche Vertreter aus Politik und Kirche

An der Eröffnungsveranstaltung in der Halle Münsterland nahmen neben Merkel unter anderem der Großimam der Al-Azhar-Universität in Ägypten, Ahmad Muhammad Al-Tayyeb, und der Präsident der Republik Niger, Mahamadou Issoufou, teil. Erwartet werden unter anderem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), der emeritierte Kardinal Walter Kasper und der Weihbischof von San Salvador, Kardinal Gregorio Rosa Chávez. 

Auf dem weiteren Programm des Treffens stehen rund zwei Dutzend Veranstaltungen zu Themen wie Flucht, Armut, Gerechtigkeit und Umweltschutz. Am Dienstag ist in Osnabrück ein Gebet für den Frieden geplant. Dabei beten die einzelnen Religionen an verschiedenen Orten. Im Anschluss kommen sie vor dem Rathaus zu einer Schlusskundgebung zusammen, um einen in den drei Tagen erarbeiteten Appell an die Welt auszusenden. Veranstalter des Treffens sind die Bewegung Sant'Egidio sowie die Bistümer Münster und Osnabrück.

(KNA, epd)

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