Bischof Kohlgraf schwenkt das Weihrauchfass
Bischof Kohlgraf schwenkt das Weihrauchfass
Bischofsweihe in Mainz
Bischofsweihe in Mainz
Besucher verfolgen vom Marktplatz aus die Weihe auf einer Großleinwand
Besucher verfolgen vom Marktplatz aus die Weihe auf einer Großleinwand
Bischofsstab von Bischof Peter Kohlgraf - ein Geschenk aus Köln
Bischofsstab von Bischof Peter Kohlgraf - ein Geschenk aus Köln

27.08.2017

Peter Kohlgraf zum Bischof geweiht Der neue Bischof von Mainz

Im Dom zu Mainz ist vor 900 geladenen Gästen Peter Kohlgraf zum neuen Bischof von Mainz geweiht worden. Weitere 30 Bischöfe und Erzbischöfe wirkten an der Liturgie mit.

Das Bistum Mainz hat einen neuen Bischof. Der bisherige Theologieprofessor an der Katholischen Hochschule Mainz, Peter Kohlgraf, wurde am Sonntag im Mainzer Dom von seinem Vorgänger Kardinal Karl Lehmann zum Bischof geweiht und in sein Bischofsamt eingeführt.

Der 50-Jährige ist derzeit der jüngste Bischof an der Spitze eines deutschen Bistums. Papst Franziskus hatte ihn am 18. April zum Bischof von Mainz ernannt. Kohlgrafs Vorgänger Lehmann war vor gut 15 Monaten an seinem 80. Geburtstag zurückgetreten. Der Kardinal war fast 33 Jahre Bischof von Mainz.

3000 Zuschauer vor dem Dom

Zu dem Weihegottesdienst, der auch auf Großbildleinwände vor dem Dom übertragen wurde, hatten sich in dem Gotteshaus und davor insgesamt weit über 3.000 Menschen versammelt. In seiner Predigt rief Lehmann die Gläubigen auf, den neuen Bischof frohen und dankbaren Herzens aufzunehmen. Der Kardinal gab seinem Nachfolger zu bedenken, das Bischofsamt sei nicht zur persönlichen Ehre gegeben, sondern es sei eine Aufgabe, und der Bischof sei nicht dazu da, zu herrschen, sondern zu dienen. "Ermuntere die Gläubigen", so Lehmann an die Adresse von Kohlgraf, "mit dir im apostolischen Dienst zu wirken, und sei gerne bereit, auf ihren Rat zu hören."

Gemeinsam mit Lehmann als Hauptkonsekrator spendeten Kardinal Rainer Maria Woelki, aus dessen Erzbistum Köln der neue Mainzer Bischof stammt, und Erzbischof Stephan Burger, zu dessen Freiburger Kirchenprovinz das Bistum Mainz gehört, Kohlgraf die Bischofsweihe. Die Ernennungsurkunde aus Rom überbrachte der Botschafter des Papstes in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic.

"Fest der Begegnung im Anschluss"

Zu den Teilnehmern an den Feierlichkeiten zählten etwa 30 katholische Bischöfe, Vertreter aus der Ökumene sowie die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und der hessische Kultusminister Alexander Lorz in Vertretung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Im Anschluss an den Gottesdienst hatte das Bistum Mainz zu einem "Fest der Begegnung" mit dem neuen Bischof auf den Plätzen rund um den Dom eingeladen.

Sven Herget, der Leiter der Rundfunkredaktion des Bistums Mainz, sagte im Vorfeld gegenüber domradio.de: "Bischof Kohlgrafs Wunsch ist es, beim Fest der Begegnung mit den Gläubigen rund um den Dom ins Gespräch zu kommen und nicht nur auf der Bühne angeschaut zu werden.

Sowohl Messdiener aus seinen alten Pfarreien als auch seine Studenten nahmen an der Amtseinführung teil. „Seine Studenten sagten, dass er immer ein Professor auf Augenhöhe gewesen sei, man könne sehr viele Scherze mit ihm machen und es habe oft Kuchen gegeben am Ende von seinen Seminaren“, so Herget.

"Glauben öffentlich machen"

Nach der Amtseinführung rief Bischof Kohlgraf dazu auf, seinen Glauben auch öffentlich zu machen und sich in politische Debatten einzumischen. "An Glaube und Liebe ist nichts Peinliches", sagte er.

Kardinal Woelki ernannte Bischof Kohlgraf zum Ehrendomherrn. In seiner Ansprache verwies er auf die Gemeinsamkeiten zwischen Köln und Mainz. "Mainz und Köln sind zwei wunderbare Diözesen mit alter Geschichte und der derselben Fußballliga – noch." Der Rhein verbinde beide Städte, in denen auch gerne Karneval und Fasching gefeiert werde. Und auch wenn es unwahrscheinlich sei: Sollte es in Mainz zu schwer werden, erhalte er immer in Köln Zuflucht.

103. Bischof von Mainz

Kohlgraf ist nach offizieller, aber historisch nicht gesicherter Zählung der 103. Bischof von Mainz. Mit Sicherheit ist er der 88 Nachfolger des heiligen Bonifatius, der von 746 bis 754 auf dem Mainzer Bischofsstuhl saß. Das Bistum Mainz erstreckt sich größtenteils auf Hessen, zu einem kleineren Teil auf Rheinland-Pfalz. Es zählt rund 740.000 Katholiken.

(KNA, epd, DR)

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