Schleiereule
Schleiereule
Abflug aus einem Kirchturm im Bergischen Land bei Köln.
Abflug aus einem Kirchturm im Bergischen Land bei Köln.
Nachwuchs in einem der Brutkästen von Bosbach.
Nachwuchs in einem der Brutkästen von Bosbach.
Baby-Schleiereulen in einem Nistkasten.
Baby-Schleiereulen in einem Nistkasten.

06.08.2017

Wie ein Hobby-Ornithologe Brutplätze in Kirchtürmen schafft Lebensraum Kirche

Es gibt viele Tiere, die hoch gelegene Brutplätze lieben – darunter auch Kirchtürme. Aber die sind versperrt. Ein Hobby-Ornithologe aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis bei Köln will das ändern.

In den hohen Mauern, weit über dem Leben der Gemeinde und der Stadt, in altem Gebälk und kleinen Nischen fühlten sich Vögel schon immer wohl. Kirchtürme sind ruhige Orte - und muten felsartig an, weshalb Turmfalken oder Eulen ihren Nachwuchs dort gerne großziehen. Doch dann kamen die Tauben und eroberten die Türme, vermehrten sich rasant, verschmutzten und zerstörten das Mauerwerk. Viele Kirchen waren gezwungen, die Kirchtürme abzusichern. Draht an Einfluglöchern oder Brutnischen halten heute die Tauben ab. Aber das bedeutet auch für Eulen und Turmfalken, dass sie draußen bleiben müssen.

Das muss nicht sein, sagt der Hobby-Ornithologe Walter Bosbach aus Herkenrath im Bergischen Land bei Köln. "Man kann was tun, ohne, dass die Tauben kommen." Er setzt sich dafür ein, dass die Vögel trotzdem an den Kirchtürmen brüten können. "Sie leben heutzutage fast ausschließlich in menschlichen Siedlungen, sind folglich besonders abhängig von uns. Bieten wir ihnen keine Nistplätze, haben sie es schwer", erklärt er.

Nistkästen für Jungtiere

Walter Bosbach baut Nistkästen aus Holz – viereckig, schlicht. Er klopft an Kirchtüren an und bietet die Holzhäuschen an und bringt sie im Turm an, schaut nach, wenn etwas nicht stimmt. Alles aus einer Leidenschaft heraus.

Die Tiere sollen sich wohlfühlen. In den Nistkästen gibt es eine abgetrennte dunkle Kammer, denn sie mögen es, sich zurückzuziehen, erklärt er. Er hat sie extra für die Schleiereulen gebaut. Die Falken fühlten sich aber auch darin wohl. Nur die Tauben können nicht zu Massen darin brüten. Das ist der große Vorteil.

"Es sind schöne Tiere"

Stolz zeigt der 45-Jährige die Bilder auf seinem Handy. Fünf Schleiereulen sind in einer der Holzkisten zu erkennen. "Es sind sehr schöne Tiere", schwärmt der Hobby-Ornitologe und zeigt auf die flauschigen Babys im weißen Gefieder. Warum sind die denn unterschiedlich alt? In aller Ruhe und mit bergischem Dialekt erklärt er, dass sie die Eier im Abstand von zwei bis mehreren Tagen gelegt werden und daher auch die Tiere unterschiedlich groß seien.

Seit seiner Kindheit ist er begeistert von dem Vogel mit dem herzförmigen Gesicht, der mit ausgebreiteten Flügeln bis zu einem Meter breit werden kann. Er lauschte schon immer gerne dem Eulen-Ruf in der Nacht. Dabei kennt er von seiner Oma noch, wie eine ganze Generation Angst hatte und sie verscheuchte.

Vom Todesvogel zum Nutztier

Als man noch Verstorbene zu Hause aufbahrte und in der Nacht die Lichter brannten, kamen die Insekten und mit ihnen der Steinkautz. Die Eulen holten die Seelen der Verstorbenen – so der Glaube damals.

Das Image ist heute überholt. Bosbach, der selber vom Bauernhof kommt, möchte für die Tiere werben. "Ich erklär‘ den Leuten, dass Eulen Gutes tun." Schließlich sind sie natürliche Feinde von Mäusen und Insekten. Man brächte weniger Pestizide spritzen, wenn es mehr Raubvögel gäbe. "Wir tun zu wenig für die natürlichen Feinde." Bisher haben sie es alle verstanden. In sechs Kirchen hat er bereits Kästen angebracht. Auch in Scheunen im Bergischen Land hat er schon einige unterbringen können und freut sich über den Nachwuchs.

Melanie Trimborn
(dr)

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