Ostermarsch: Ein Mann hat sich das Zeichen der Friedensbewegung an seinen Hut gepinnt.
Ostermarsch: Ein Mann hat sich das Zeichen der Friedensbewegung an seinen Hut gepinnt.

16.04.2017

Ostermarsch Rhein-Ruhr Friedens-Radtour fortgesetzt

Der Ostermarsch Rhein-Ruhr ist am Sonntag per Fahrrad fortgesetzt worden. Die rund 30 Kilometer lange Strecke führt in vier Etappen von Essen über Gelsenkirchen, Wattenscheid und Herne nach Bochum. 

Zum Start des Ostermarsch Rhein-Ruhr fanden sich rund 250Teilnehmer ein, wie die Veranstalter am Sonntag mitteilten. Viele Aktivisten des Rhein-Ruhr-Ostermarsches staffierten ihre Räder mit Luftballons und Fahnen aus, auf denen Forderungen und Slogans zu lesen waren. Sie sprachen sich gegen "eine weitere Aufrüstung Deutschlands und der EU" und für ein Verbot von Rüstungsexporten aus. Zudem sollte die Aktion ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass setzen, wie Joachim Schramm, Sprecher der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) in NRW, dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte.

Während der Auftaktveranstaltung unterstrichen Redner die Forderung nach einer Abschaffung von Atomwaffen und einem Ausstieg aus der Atomkraft. Am Mahnmal im Gelsenkirchener Stadtgarten legten die Teilnehmer einen Kranz zum Gedenken an die Opfer von Faschismus und Gewalt nieder.

"Krieg ist keine Lösung"

Bei der Abschlussveranstaltung in Bochum kritisierten Redner, dass die Bundeswehr junge Menschen bereits im Alter von unter 18 Jahren zu rekrutieren versuche. Allein im vergangenen Jahr hätten bereits rund 1.500 Minderjährige einen Vertrag bei der Bundeswehr unterschrieben und ihren freiwilligen Dienst dort angetreten. Mit einer Online-Petition wolle die DFG-VK auf das Bundesverteidigungsministerium einwirken, solche Werbung zu unterlassen, erläuterte Schramm. Nach Ansicht der Initiatoren widerspricht das Vorgehen der Bundeswehr der UN-Kinderrechtskonvention.

Während der Tour legten die Teilnehmer mehrere Zwischenstationen ein. Am späten Vormittag legten sie am Mahnmal im Gelsenkirchener Stadtgarten einen Kranz nieder und gedachten der Opfer von Faschismus und Gewalt. In Wattenscheid mahnte der Landessprecher der NRW-Linken, Christian Leye, die Gefahren des Rechtsextremismus dürften nicht unterschätzt werden. In der Herner Kreuzkirche gab es eine szenische Lösung mit dem Titel "Krieg ist keine Lösung".

Der Ruhr-Ostermarsch

Der Ruhr-Ostermarsch, traditionell einer der größten in Deutschland, hatte am Samstag mit Kundgebungen in Duisburg, Köln und Düsseldorf begonnen. Insgesamt kamen rund 900 Menschen. Bis Ostermontag werden mehrere Tausend Teilnehmer erwartet. Entlang der Strecke Rhein-Ruhr sind 13 verschiedene Veranstaltungen geplant.

Insgesamt sei in diesem Jahr die Beteiligung an den Ostermärschen wieder gewachsen, erklärte Willi van Ooyen, Sprecher des Ostermarschbüros in Frankfurt am Main. Die Ostermarschierer forderten angesichts von rund 60 Millionen Flüchtlingen weltweit eine Politik, die Fluchtursachen bekämpfe und die deutsche Verantwortung für die Geflüchteten übernehme. Es dürften keine Abschottung und rassistische Ausgrenzung akzeptiert werden. Als besonders zynisch kritisierte van Ooyen, Menschen in das durch andauernden Krieg zerstörte Afghanistan abzuschieben.

Weitere Ostermärsche

Der traditionell größte Ostermarsch in Deutschland hat am Samstag mit Kundgebungen in Duisburg, Köln und Düsseldorf begonnen. Insgesamt kamen rund 900 Menschen. Bis Ostermontag werden mehrere Tausend Teilnehmer erwartet. Entlang der Strecke Rhein-Ruhr sind 13 verschiedene Veranstaltungen geplant. Weitere Ostermarsch-Aktionen fanden nach Angaben der Friedensbewegung am Sonntag in Bonn und Frankfurt/Oder statt.

Am Ostermontag sind neben dem Rhein-Ruhr-Marsch nach Bochum und Dortmund weitere Ostermärsche geplant - unter anderem in Hamburg, Frankfurt am Main, auf Rügen, in Sachsen-Anhalt und in Nürnberg. Auch in Büchel nahe Cochem (Rheinland-Pfalz) soll es wieder Proteste geben, wo die Friedensbewegung die letzten US-Atomwaffen in Deutschland vermutet.

(epd)

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