Kirchenthemen per Handy austauschen
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16.11.2016

Katholische Bischöfe warnen vor Hasskommentaren im Internet Wunsch nach einem freundlichen Umgang im Netz

Die katholischen Bischöfe von Berlin, Köln und Essen haben davor gewarnt, dass Hasskommentare im Internet die Demokratie zerstören könnten. Auch die Kirchenmänner sind zum Teil von solchen Kommentaren betroffen.

"Wer im Internet Menschen herabwürdigt, wer Hass sät, zu Gewalt oder Kampagnen gegen Andersdenkende aufruft, zerstört den demokratischen Konsens und die Debattenkultur in unserem Land", sagte der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck der "Zeit"- Beilage "Christ & Welt" (Donnerstag). Deshalb würden er und sein Bistum "strafrechtlich relevante Kommentare künftig auch den zuständigen Stellen zuleiten".

Der Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, wurde nach eigenen Angaben angefeindet, wenn er sich auch für nicht-christliche Flüchtlinge eingesetzt hat. Dasselbe sei ihm auch passiert, als es um den "Marsch für das Leben" gegangen sei. "Verbal geschossen wird auf jede Äußerung zum Thema Islam, Homosexualität und Populismus." Koch sagte, er versuche, Sprachattacken zur Kenntnis zu nehmen, ohne sie zu nahe an sich heranzulassen.

Reaktion auf Drohungen gegen Erzbischof Schick

Der Kölner Kardinal Kardinal Rainer Maria Woelki sagte: "Mich ermutigen die vielen tausend Menschen, die sich in hervorragender Weise für Flüchtlinge engagieren." Er wünsche sich, dass ihr Beispiel dazu beitragen könne, "dass wir allesamt offener, freundlicher und auch nachdenklicher miteinander umgehen".

Die Bischöfe reagierten auf jüngste Drohungen gegen den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. Dieser war nach einer Äußerung über ein mögliches muslimisches Staatsoberhaupt in Kommentaren unter einer AfD-Bildmontage auf Facebook mit Hassbotschaften und Morddrohungen überzogen worden war. Mehrere Tage später distanzierte sich eine Gliederung der Partei von den Äußerungen.

Klare Worte aus der evangelischen Kirche

Unterdessen verurteilte auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich-Bedford-Strohm, Drohungen und Hassbotschaften. Sie verbreiteten sich derzeit wie ein Gift in einer Gemeinschaft, "die wir soziale Medien nennen", sagte der Bischof in München. Dabei seien die sozialen Medien eigentlich dafür gedacht, Menschen in Kommunikation zueinander zu bringen.

Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs rief zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Digitalisierung auf. Nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das Privatleben jedes Einzelnen wandle sich durch Computer, Internet und Smartphones fundamental, sagte sie anlässlich des Buß- und Bettages in Hamburg.

Nationaler IT-Gipfel

Politik und Wirtschaft, aber auch die Kirche sind laut Fehrs herausgefordert, die Digitalisierung nicht zu verdammen, sondern dort zu fördern, wo sie Gutes wirke, Menschen zusammenbringe oder schwere Arbeit erleichtere. "Zugleich aber müssen wir immer wieder darauf beharren, dass der Mensch im Mittelpunkt stehen muss."

Derzeit findet in Saarbrücken der diesjährige nationale IT-Gipfel statt. Dort wollen die Teilnehmer, unter ihnen Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), auch über Werte und Regeln in der digitalen Welt diskutieren.

(KNA)

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