15.06.2016

Gien wird Präsidentin der Katholischen Uni Eichstätt-Ingolstadt Eine Premiere

Gabriele Gien rückt als erste Frau an die Spitze der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. In den vergangenen Jahren war die Suche nach einem Präsidenten mehrfach gescheitert. Gien war zuvor schon kommissarische Hochschulleiterin.

Die Sprach- und Literaturwissenschaftlerin Gien wurde am Mittwoch von einem Wahlgremium aus Vertretern von Hochschulrat, Senat und Stiftungsrat zur Präsidentin bestimmt. Gien setzte sich gegen den Kieler Astrophysiker Wolfgang J. Duschl (58) durch. Sie war bereits seit Herbst 2014 kommissarische Hochschulleiterin. Die neue Präsidentin tritt ihre fünfjährige Amtsperiode am 1. Oktober an.

Die 54-jährige Gien wurde in München geboren. Sie ging nach dem Studium zunächst in den Schuldienst. Nach der Promotion sowie wissenschaftlichen Stationen in Augsburg und Freiburg wurde die verheiratete Mutter zweier Kinder 2009 an die KU Eichstätt-Ingolstadt berufen und übernahm dort den Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur. Wenig später wurde sie auch Vizepräsidentin.

Bischof gratuliert

Einer der ersten Gratulanten war der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke: "Ich danke ihr für ihr großes Engagement als Interimspräsidentin. In dieser Zeit hat sie wichtige und gute Weichenstellungen für die Universität angestoßen und eingeleitet. Ihre Wahl zur Präsidentin sorgt für eine nahtlose Weiterführung der eingeschlagenen Linie." Als Ortsbischof und Mitglied des Stiftungsrates freue er sich, die bewährte gute Zusammenarbeit von Bistum und Universität nun mit ihr als gewählter Präsidentin fortsetzen zu können, sagte Hanke am Mittwoch.

Bayerische Diözesen erhöhten Zuschüsse

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) ist die einzige katholische Universität im deutschen Sprachraum. Hervorgegangen aus einem Priesterseminar und einer Lehrerbildungsstätte, erfolgte am 1. April 1980 die Anerkennung als katholische Universität durch den Vatikan. Der damalige Münchner Kardinal Joseph Ratzinger hatte daran maßgeblichen Anteil. Deshalb ist der emeritierte Papst Benedikt XVI. heute einer der Ehrendoktoren der KU.

Die KU zählt zu den kleineren Hochschulen in Deutschland. Bei den Studierenden ist die malerische Lage im Altmühltal sehr gefragt, geschätzt wird zudem die persönliche Studienatmosphäre. Gegenwärtig sind rund 5.000 Studierende eingeschrieben. Interdisziplinär angelegte Zentralinstitute für Lateinamerika-Studien, Familie und Gesellschaft, Mittel- und Osteuropastudien sowie seit kurzem ein Kompetenzzentrum für Flucht und Migration geben der KU inhaltliches Profil. Außerdem gilt die Uni als Pionier in Sachen Nachhaltigkeit.

Die sieben bayerischen Bischöfe erhöhten jüngst ihr finanzielles Engagement für die KU auf gut 15 Millionen Euro jährlich, das entspricht etwa einem Viertel des regulären Etats.

Schwierige Suche

Die Suche nach einem neuen Präsidenten war in den vergangenen Jahren wiederholt gescheitert. Das Eichstätter Kandidatenkarusell drehte sich schnell, mehrfach wurde zudem die Wahlordnung geändert. 2011 unterlag der vom Träger favorisierte Theologe und Ethiker Andreas Lob-Hüdepohl, damals KU-Interimschef, überraschend dem deutsch-amerikanischen Dominikaner Richard Schenk. Dieser gab das Amt später seinerseits auf, offiziell aus Gesundheitsgründen.

Unter Giens Übergangsleitung beruhigte sich die Lage. Die Uni erhielt in Augsburgs Weihbischof Anton Losinger einen neuen Stiftungsratsvorsitzenden; mit der Leitung des prominent besetzten Hochschulrats wurde die Bildungsexpertin Barbara Loos betraut. Zuletzt konnte Gien mit neuen Höchstwerten bei Studierendenzahlen, Neuberufungen und Drittmitteln aufwarten.

Kirchliche Unbedenklichkeitserklärung

Das Wahlgremium hatte zunächst sieben Kandidaten zu einer internen Vorstellung eingeladen. Drei blieben übrig, alle erhielten das "nihil obstat" aus Rom. An der fehlenden kirchlichen Unbedenklichkeitserklärung waren vergangene Wahlen schon gescheitert.

Stiftung und Uni verhandelten, wie es hieß, mit dem Trio erfolgreich für den Fall einer Wahl - auch dies eine Lehre aus bitteren Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit. So wurde es 2009 nichts mit der Kür eines bereits Gewählten, weil sich dessen nachträgliche Forderungen nicht erfüllen ließen. 2014 kamen kurz vor dem Finale immer mehr Kandidaten abhanden, bis nur noch ein Bewerber übrig war - zu wenig für eine echte Wahl, die daraufhin abgesagt wurde.

Papst stellt Bedeutung der KU heraus

Mit überraschend deutlichen Worten hatte zuletzt der Papst die Bedeutung der Hochschule unterstrichen. Sie sei "von großem Wert für ganz Deutschland", erklärte Franziskus. Er rief die deutschen Bischöfe auf, sich für die Uni einzusetzen, "um ihre überregionale Bedeutung zu stärken und den interdisziplinären Austausch über Fragen der Gegenwart und der Zukunft im Geist des Evangeliums zu fördern".

(KNA)

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