Ehemaliger Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst
Ehemaliger Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst

24.12.2015

Gänswein: Tebartz-van Elst ist Unrecht geschehen Kritik an Bloßstellung

Der deutsche Kurienerzbischof Georg Gänswein hat erneut den ehemaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst verteidigt. Er sei weiterhin davon überzeugt, dass Tebartz-van Elst in vielen Punkten Unrecht geschehen sei.

Zweifellos habe dieser Fehler gemacht, es sei aber unrecht gewesen, ihn "öffentlich bloßzustellen", kritisierte Gänswein in einem am Donnerstag auf der Internetseite des Hessischen Rundfunks (HR) veröffentlichten TV-Interview. Der eigentliche Kern der Auseinandersetzung in Limburg sei nicht der Streit um die Kosten des Bischofshauses, sondern die Differenzen um den Kurs der Kirche gewesen, sagte Gänswein: "Die Frage ist, bleibt das Bistum Limburg Teil der Universalkirche oder gibt es da einen sogenannten Limburger Sonderweg." Er hoffe, dass sich mit der Suche nach einem neuen Limburger Bischof die Situation nun beruhige.

Gleichzeitig legte Gänswein dem Limburger Domkapitel, also dem Führungskreis des Bistums, indirekt den Rücktritt nahe. Auf die Frage, ob als Konsequenz der Finanzaffäre um die Limburger Bischofsresidenz nicht auch das dortige Domkapitel zurücktreten solle, sagte Gänswein: "Das können Sie ja den Herren des Domkapitels einmal sagen." Wer Verantwortung habe und Fehler mache, solle auch die Verantwortung übernehmen.

Bistum verteidigt sich

Das Bistum Limburg wies die Kritik zurück und betonte auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), das Domkapitel habe sich in den vergangenen Monaten "gründlich mit seiner Rolle befasst und sich seiner Verantwortung gestellt". Zudem seien Statuten überarbeitet und veröffentlicht worden. "Dem Bistum sind keine Vorbehalte des Heiligen Stuhls gegenüber dem Domkapitel bekannt", so ein Bistumssprecher.

Daher sei davon auszugehen, dass das Domkapitel 2016 einen neuen Bischof von Limburg wählen werde.

Tebartz-van Elst hatte dem Papst im Oktober 2013 den Rücktritt als Bischof angeboten. Fünf Monate später nahm der Papst den Amtsverzicht an. Neben einer von vielen als autoritär empfundenen Amtsführung hatte eine Empörungswelle über die Baukosten des Bischofshauses auf dem Limburger Domberg in Höhe von rund 31 Millionen Euro und die Verschleierung dieser Kosten entscheidend zu dem Rücktritt beigetragen.

 

(KNA)

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