Erzbischof Eterovic legt Erzbischof Heße Pallium um
Erzbischof Eterovic legt Erzbischof Heße Pallium um
Gruppenbild mit kirchlichen Würdenträgern
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Erzbischof Heße
Erzbischof Heße

01.11.2015

Erzbischof Heße erhält Pallium Verbundenheit mit dem Papst

Hamburgs Erzbischof Stefan Heße hat das päpstliche Ehrenabzeichen seiner Amtswürde, das Pallium, erhalten. Beim Festgottesdienst an Allerheiligen kündigte der Erzbischof an, sich für die Heiligsprechung der Lübecker Märtyrer einsetzen zu wollen.

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, legte Erzbischof Heße am Sonntag bei einem Festgottesdienst die Stola um. An der Zeremonie im Mariendom nahmen zahlreiche Gäste aus Kirche und Gesellschaft teil. 350 Messdiener aus Hamburg, Mecklenburg und Schleswig-Holstein zogen vor ihm in den Dom ein. Das Pallium, eine Stola aus Lammwolle, sei Zeichen der Gemeinschaft des Papstes mit den Bischöfen weltweit, erläuterte Eterovic. Ebenso werde dadurch die Gemeinschaft der vom Erzbischof repräsentierten Kirchenprovinz "mit dem Nachfolger Petri, dem Stellvertreter Christi und sichtbaren Haupt der Kirche" zum Ausdruck gebracht. Das Pallium symbolisiere auch "die Gleichgestaltung des Erzbischofs und Metropoliten mit Jesus Christus, dem guten Hirten".

Heße sagte, das Pallium sei für ihn nicht nur Ehrenzeichen, sondern Verpflichtung und Auftrag. Es gelte, "Menschen zu tragen"; das zu tragen, was manchen zu schwer, zu unerträglich sei. Seine Gedanken seien in diesen Wochen immer auch bei den Flüchtlingen, insbesondere jenen, die in Hamburg strandeten, wo die Not von Woche zu Woche größer werde. Heße dankte jenen, die im Haus der kirchlichen Dienste am Dom Nacht für Nacht mehrere hundert Asylsuchende beherbergen.

Heße: Es braucht Menschen mit offenen Herzen

Ebenso gingen seine Gedanken zu jenen Menschen, die sich fragten, "ob das alles gut geht, wie wir das schaffen können", sagte Heße. Natürlich seien Regelungen und Organisation notwendig. Aber zu allererst brauche es "Menschen mit offenen Herzen und offenen Händen, die sich für die Flüchtlinge einsetzen". Er dankte allen Engagierten in der Flüchtlingshilfe und erinnerte daran, dass die Erzdiözese Hamburg selbst maßgeblich aus den Fluchtbewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sei.

Das mit sechs Kreuzen bestickte Pallium bekommen alle Bischöfe, die eine Kirchenprovinz leiten, als Treue-Zeichen zum Papst. Bereits am 29. Juni hatte Papst Franziskus im Petersdom die Stola den neuen Erzbischöfen überreicht. Die Auflegung des Palliums erfolgt nach dem Willen des Papstes seit diesem Jahr in den jeweiligen Erzdiözesen. Damit soll die Verbundenheit mit der jeweiligen Ortskirche gestärkt werden. Die Wolle stammt von zwei Lämmern, die am Fest der heiligen Agnes vom Papst gesegnet wurden.

Einsatz für Heiligsprechung der Lübecker Märtyrer

Erzbischof Heße will sich für eine Heiligsprechung der Lübecker Märtyrer einsetzen. Diese seien "Glaubenszeugen der Gegenwart", sagte er zum Abschluss des Festgottesdienstes. Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Nikola Eterovic, habe ihn am Vortag aufgefordert, gemeinsam daran zu arbeiten, "dass aus den Seligen bald Heilige werden". Zudem habe ihn Papst Franziskus, dem die Geschichte der Lübecker Märtyrer aus seiner Studienzeit in Deutschland bestens bekannt sei, im Juni auf die Seligen angesprochen, sagte Heße.

Die drei katholischen Kapläne Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange sowie der evangelische Pastor Friedrich Karl Stellbrink hatten während der NS-Zeit als Geistliche in Lübeck gewirkt. In Predigten und persönlichen Zeugnissen protestierten sie gegen die menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten und wurden deswegen am 10. November 1943 ermordet. Die drei katholischen Geistlichen wurden am 25. Juni 2011 in Lübeck seliggesprochen, Pastor Stellbrink erhielt dabei ein ehrendes Gedenken.

Heiligsprechung: Prozess über mehrere Instanzen

Die Männer hätten sich "aus ganzem Herzen für ihren Glauben eingesetzt", sagte der Hamburger Erzbischof. Er hoffe, dass sie bald in einer Reihe mit den anderen Glaubenszeugen stünden, denen am Allerheiligensonntag gedacht werde. Er erinnerte insbesondere an den "Apostel des Nordens", den Heiligen Ansgar, den Heiligen Answer von Ratzeburg sowie an den besonders in Schwerin verehrten Seligen Niels Stensen.

Der Heiligsprechung geht ein kirchlicher Prozess über mehrere Instanzen voraus. Dabei muss nachgewiesen werden, dass auf Fürsprache des Verstorbenen ein Wunder geschehen ist. Bei Märtyrern, die wegen "Hasses auf den Glauben" ermordet wurden, wird auf den gesonderten Nachweis eines nach dem Tod gewirkten Wunders verzichtet. Dem Papst steht es zudem frei, Persönlichkeiten unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Nachweis eines Wunders heiligzusprechen.

(KNA)

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