Kölner Generalvikar Dr. Dominik Meiering
Kölner Generalvikar Dr. Dominik Meiering

02.10.2015

Generalvikar veröffentlicht "Nikolaus-Handbuch" "Ich bin oft als Nikolaus unterwegs"

Er ist wohl der bekannteste und beliebteste Heilige.  Auch Generalvikar Dominik Meiering schätzt den Nikolaus und hat ein "Nikolaus-Handbuch" herausgegeben. Ein Interview für die AdventsZeit 2015. 

AdventsZeit: Herr Generalvikar, warum dieses besondere Buch-Projekt?

Generalvikar Dominik Meiering: Weil der Nikolaus eine Chance bekommen muss. Wir freuen uns, wenn der heilige Mann kommt, seine Geschichten erzählt und die Kinder wertschätzt und liebt. Aber irgendwie ist die Tradition ein wenig vergessen und wird überlagert durch den ganzen Kommerz an Weihnachten und die Weihnachtsmänner, die die Fassaden hinaufklettern. Und da kam der Gedanke auf, wieder mal eine schöne Nikolausfeier zu gestalten. Aber wie geht das? Woran muss man denken? All das haben wir in diesem Nikolaus-Handbuch zusammen getragen.

AdventsZeit: Das bedeutet: Jeder der Ihr Buch liest, kann danach den Heiligen Nikolaus glaubhaft und würdig verkörpern?

Meiering: Ich glaube ja. Wenn man das Buch durch arbeitet, also wenn man sich Zeit nimmt und versucht zu durchdenken, worum es denn eigentlich geht, dann erhält man ganz viele Tipps, um ein echter Nikolaus zu sein. Das fängt an mit der Kleidung und den Nikolausutensilien wie Bischofsstab und Mitra. Das Buch erzählt aber auch Geschichten vom heiligen Nikolaus, außerdem sind Lieder drin. Aber auch die Frage, woran muss ich denken, wenn ich eine Nikolausfeier vorbereiten möchte, zum Beispiel in der Schule, in der Kita oder auch in Familien, wird in dem Buch beantwortet.

AdventsZeit: Welche Erinnerungen haben Sie denn an den Nikolaus, auch an den Ihrer Kindheit?

Meiering:Ich habe zwei Erinnerungen. Ich war als Stadtjugendseelsorger ja zuständig für die katholischen Verbände beim BDKJ und einmal war ich auf eine Nikolausfeier eingeladen, da ging das Licht aus, dann kam einer mit einer Schlumpfmütze und den blinkenden Sternen rein und tanzte dann zu Jingle Bells irgendeinen Hüfttanz. Da war ich ein bisschen verwundert und fragte mich, was das jetzt mit dem heiligen Nikolaus zu tun haben soll.

Meine Kindheitserinnerungen sind ganz anders. Zum Beispiel kam der heilige Nikolaus immer zur Feier des Domchores, in dem ich früher gesunden habe, und jeder von uns wusste, dass das der Prälat Assenmacher war, aber der machte das so nett, dass es eine große Freude für uns war und wir bekamen ja auch was geschenkt (lacht).

AdventsZeit: Was fasziniert Sie persönlich an diesem Heiligen?

Meiering: Der Nikolaus gehört zu den größten Gestalten der Heiligengeschichte, die wir haben, nicht nur bei uns, sondern zum Beispiel auch in Russland, den Niederlanden und den USA. Auch bei uns hat er immer eine wichtige Rolle gespielt. Die Herausforderung unserer Zeit liegt darin, ihn wieder neu zu entdecken und neu positionieren. Denn er ist einer, den jeder verstehen kann, egal welche Kultur und Religion ich habe, egal, wie alt ich bin. Da ist einer der schaut wertschätzend auf den anderen und schenkt etwas von sich selbst, nämlich Zeit und eine kleine Gabe. Und ich mach die Erfahrung, egal mit wem ich zusammen komme, das funktioniert immer. Wie der heilige Martin für das Teilen steht, steht der heilige Nikolaus für das Schenken.

AdventsZeit: Sie sind selbst früher oft in das Nikolaus-Kostüm geschlüpft. Werden Sie das auch in Ihrer Funktion als Generalvikar noch tun?

Meiering:  Natürlich, das tue ich jedes Jahr. Ich bin oft als Nikolaus unterwegs, auch bei der Familie und befreundeten Familien. Früher bin ich auch in Kitas, Grundschulen und Krankenhäuser gegangen. Wo immer die Gelegenheit ist, den Nikolaus darzustellen, da bin ich dabei. Leider lässt mir mein Amt nicht mehr so viel Zeit dafür, aber ich will es auch dieses Jahr schaffen, mindestens ein- oder zweimal als Nikolaus unterwegs zu sein.

AdventsZeit: Wie reagieren die Leute, wenn sie Sie als Nikolaus erleben? Sie sind ja auch schon als Nikolaus in den Landtag marschiert.

Meiering: Das ist spannend, wenn man dann mit den Landtagsabgeordneten spricht und sich dann als Nikolaus mit ihnen zusammen hinstellt und ihnen sagt: Dafür dankt der Nikolaus ihnen jetzt mal oder der Nikolaus ist froh darüber, dass Sie sich zum Beispiel um die Flüchtlinge kümmern, dann freuen die sich ehrlich und empfinden das die Politiker nach wie vor als besonders große Wertschätzung.

Das Interview führte Martin Mölder für die am 24. November erscheinende AdventsZeit 2015. 

Termine:

Nikolaus-Schule 2/2015: 31. Oktober 9.30 bis 17 Uhr, Köln

Nikolaus-Schule 3/2015: 21. November 9.30 bis 17 Uhr, Köln

Nikolaustreffen 21. bis 22. November, 13 bis 17 Uhr, Köln

 

 

(dr)

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