Erzbischof Koch verabschiedet sich
Erzbischof Koch verabschiedet sich
Erzbischof Koch im Festgottesdienst
Erzbischof Koch im Festgottesdienst

09.09.2015

Erzbischof Koch hat sich aus Dresden-Meißen verabschiedet "Manchem Zwischenruf weit voraus"

Der künftige Berliner Erzbischof Heiner Koch hat sich in einem Festgottesdienst von seinem bisherigen Bistum Dresden-Meißen verabschiedet. Er dankte am Dienstagabend in der Dresdner Kathedrale allen Gläubigen für ihr christliches Engagement.

"Ich habe in den zweieinhalb Jahren hier als Bischof so viele Christen erlebt, die sich diesem Dienst mit größter Hingabe gestellt haben", sagte Koch vor rund 1.200 Gottesdienstteilnehmern. Am 19. September tritt Koch sein neues Amt als Erzbischof des Erzbistums Berlin an.

Sachsens neuer evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing würdigte Kochs Engagement auch für das konfessionelle Miteinander: "Gelebte Ökumene war für Sie keine Aufgabe neben vielen, sondern eine Herzensangelegenheit." Als beispielhaft bezeichnete er zudem Kochs Bitte, von Abschiedsgeschenken abzusehen und stattdessen für die Flüchtlingsfamilien in der Dresdner Zeltstadt zu spenden.

Landtagspräsident Matthias Rößler bekannte: "Ihr tiefgründiges Glaubensverständnis hat mich als Christ und Politiker von Anfang an beeindruckt und überzeugt." Der Erzbischof habe allen Menschen in Sachsen immer wieder mahnende und zugleich ermutigende Worte der Orientierung mit auf den Weg gegeben. "Ihre nachdenklichen Wortmeldungen, ob es sich dabei nun um die Pegida-Bewegung oder das G7-Finanzminister-Treffen gehandelt hat, waren manch anderem Zwischenruf weit voraus", betonte Rößler.

Neuer Bischof vermutlich erst in einigen Monaten

Papst Franziskus hatte Koch am 8. Juni zum Erzbischof von Berlin ernannt. Bis zu seiner Amtseinführung in Berlin leitet Koch das Bistum Dresden-Meißen noch übergangsweise. Anschließend beruft das Dresdner Domkapitel, das Leitungsgremium der Kathedrale, einen Diözesanadministrator. Er steht an der Spitze des Bistums bis zum Amtsantritt eines neuen Bischofs. Diesen wählt das Domkapitel in einem mehrstufigen Verfahren, an dem der Vatikan beteiligt ist. Erfahrungsgemäß dauert dies mehrere Monate.

Das Bistum Dresden-Meißen liegt in Sachsen und Ostthüringen. Insgesamt zählt es rund 142.000 Gläubige. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von knapp vier Prozent.

(KNA)

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