Matratzen für Flüchtlinge liegen am 12.09.14 auf dem Boden in der Pfarrei St. Otto im bayerischen Cadolzburg
Vorrübergehende Unterkunft für Flüchtlinge in der Gemeinde St. Otto in Cadolzburg

07.09.2015

Viele Pfarreien bieten Wohnungen für Flüchtlinge Zuhause mithilfe der Kirche

In der katholischen Kirche in Deutschland ist der Appell von Papst Franziskus zur Aufnahme von Flüchtlingen auf große Resonanz gestoßen. Die Bistümer riefen ihre Pfarrgemeinden zur Unterstützung auf. In vielen Gemeinden leben auch schon Flüchtlinge.

Der Papst hatte am Sonntag alle Pfarreien, Klöster und religiösen Gemeinschaften dazu aufgerufen, mindestens jeweils eine Familie aufzunehmen. Allerdings waren viele Gemeinden auch schon vor der Bitte des Papstes aktiv und haben Wohnraum für Schutzsuchende zur Verfügung gestellt.

So haben beispielsweise im Bistum Fulda mehrere Pfarreien Flüchtlinge aufgenommen, ebenso das Bischöfliche Priesterseminar. Auch seien die Pfarreien aufgerufen, Immobilien zu benennen, die mit Flüchtlingen belegt werden könnten, sagte Bistumssprecher Christof Ohnesorge am Montag auf Anfrage. In den kirchlichen Liegenschaften, in denen Flüchtlinge untergebracht seien oder würden, übernehme die Caritas die Sozialbetreuung. Ohnesorge zufolge werden im Bereich des Regionalcaritasverbandes Nordhessen-Kassel etwa 1.000 Flüchtlinge in zwölf Einrichtungen betreut. 

Im Bistum Trier werden derzeit 40 von Kirchengemeinden zu Verfügung gestellte Unterkünfte zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Das sagte Bistumssprecher Andre Uzulis. Er betonte, die Gemeinden seien aufgefordert, weitere Unterbringungsmöglichkeiten anzubieten. Uzulis wies darauf hin, dass das Bistum für die nächsten fünf Jahre mit dem Diözesan-Caritasverband zusätzlich zu den bisherigen Ausgaben acht Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe zu Verfügung stelle.

Im Bistum Mainz werde Generalvikar Dietmar Giebelmann die Pfarreien des Bistums anschreiben und sie ermutigen, den Aufruf des Papstes umzusetzen, sagte ein Bistumssprecher. Das Bistum werde den Einsatz der Pfarreien weiterhin mit Mitteln aus seinem Flüchtlingsfonds unterstützen. Derzeit stünden dort rund 500.000 Euro bereit.

NRW-Pfarreien unterstützen Hilfe für Flüchtlinge

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker bittet in einem am Montag veröffentlichten Brief die Kirchengemeinden zu prüfen, ob sie über Wohnungen oder andere Immobilien verfügten, die für Wohnzwecke hergerichtet werden können, "oder ob sogar ein nicht mehr für die Pastoral benötigtes Kirchengebäude als Unterkunft benutzt werden kann". Die Landesregierung habe die Kirchen um Hilfe gebeten. Im Erzbistum gibt es den Angaben zufolge bereits Beispiele, bei denen Pfarrheime in Wohnungen umgewandelt wurden.

Weiter verwies der Erzbischof auf den seit Herbst 2014 bestehenden Flüchtlingsfonds, bei dem seither über 200 Förderanträge von Kirchengemeinden für Initiativen vor Ort eingegangen seien. Daher sei der Fonds kürzlich auf drei Millionen verdreifacht worden. Auch die Bereitstellung von Wohnraum in kirchengemeindlichen Immobilien werde das Erzbistum "großzügig finanziell unterstützen", sagte Becker. "Denn es ist eine wichtige Geste der Solidarität, die wir den Menschen auf der Flucht damit entgegenbringen."

Auch Münsters Bischof Felix Genn bittet die Gemeinden seiner Diözese in einer Mail am Montag darum, nach Möglichkeiten zu suchen, "damit sich Flüchtlinge in unserem Bistum gut aufgenommen fühlen". Laut Bistumssprecher Stephan Kronenburg gibt es bereits zahlreiche Beispiele, in denen Kirchengemeinden eigene Räume für Flüchtlinge vorbereiten. So sollten etwa in einigen Orten Pfarrhäuser zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut werden.

Der Flüchtlingsbeauftragte des Erzbistums Köln, Klaus Hagedorn, sagte im Gespräch mit domradio.de, dass schon in vielen Pfarreien des Erzbistums Flüchtlinge lebten. Gleichzeitig verfügten allerdings nicht alle Pfarreien über leeren Wohnraum oder ungenutzte Pfarrhäuser. Insgesamt 85 Wohnungen seien bislang an Flüchtlinge übergeben worden. Weitere sollen folgen. Die Wohnungen gehören entweder dem Erzbistum direkt oder das Erzbistum ist an Wohnungsgesellschaften beteiligt, die die Wohnungen besitzen.

(KNA)

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