US-Präsidentschaftskandidat Jeb Bush
US-Präsidentschaftskandidat Jeb Bush

16.06.2015

US-Präsidentschaftskandidat Jeb Bush kollidiert mit Kirchenlinie Katholischer Konvertit im Konflikt

John Ellis "Jeb" Bush kandidiert zur Wahl des US-Präsidenten und wäre nach John F. Kennedy der zweite Katholik im Weißen Haus. Viele Ideen des jüngeren Bruders von George W. Bush kollidieren jedoch mit den Veränderungen in seiner Kirche.

Jeb Bush wuchs als Sohn einer aus Neu-England stammenden politischen Patrizierfamilie in der anglikanischen Tradition auf. Viele Jahre nach seinem Übertritt zum Katholizismus am Ostertag 1995 sprach er bei einer Rede in Italien über seine Beweggründe. "Ich liebe die Sakramente der katholischen Kirche, die zeitlose Natur ihrer Botschaft und die Tatsache, dass die katholische Kirche an absolute Wahrheiten als Grundprinzip glaubt und danach handelt."

Bush konvertierte von der Episkopalkirche zum Katholizismus

Dies immunisiere die Katholiken dagegen, sich mit dem Wind der Zeit zu drehen, hob Bush hervor und fügte hinzu: "anders als meine frühere Religion das getan hat". Auf die Nachfrage von Journalisten, was genau er an der Episkopalkirche zu kritisieren habe, wollte sich Bush nicht äußern. Musste er auch nicht: Schon früher hatte er sein Unbehagen über liturgische Reformen, die Position zur "Homo-Ehe" und andere gesellschaftliche Reizthemen zu Protokoll gegeben.

Hochzeit mit mexikanischer Katholiken

Gewiss spielte auch die Ehe mit seiner mexikanischstämmigen Frau Columba Garnica Gallo bei seiner Entscheidung, zum katholischen Glauben überzutreten, eine Rolle. Jeb hatte die praktizierende Katholikin als junger Austauschstudent in Mexiko kennengelernt und 1974 geheiratet. Die Hochzeit feierten der damals 21-jährige Bush und seine 20-jährige Frau in einer katholischen Gemeinde. Ihre drei Kinder zogen sie später im Glauben der Mutter auf.

Regelmäßige Treffen mit Bischöfen als Gouverneur

Nach seinem Übertritt geriet der konservative Bush gelegentlich auch mit seiner neuen Kirche in Konflikt. Als Gouverneur von Florida (1999 bis 2007) machte er es zum Brauch, regelmäßig mit den Bischöfen der sieben katholischen Bistümer des Sonnenstaates zusammenzutreffen. Während er mit diesen bei Themen wie Abtreibung, Sterbehilfe, Einwanderung und Religionsfreiheit übereinstimmte, trennte sie bei der Todesstrafe Welten.

Verfechter der Todesstrafe

Wie sein Bruder George W. Bush als Gouverneur in Texas erwies sich Jeb in Florida als entschiedener Verfechter der Höchststrafe. Mit 21 Hinrichtungen erlaubte er während seiner Amtszeit mehr Exekutionen als seine drei Vorgänger zusammen. Gnade kannte er keine. Nicht ein einziges Todesurteil wandelte Bush zu einer lebenslangen Haftstrafe um.

Die Bischöfe versuchten den Gouverneur immer wieder vergeblich davon zu überzeugen, diese Praxis aufzugeben. Einmal traten sie mit dem Wunsch an ihn heran, den Maschendraht um die Todeszellen in den Gefängnissen Floridas entfernen zu lassen. Die katholischen Würdenträger sahen darin eine besonders grausame Form der Behandlung der Delinquenten.

In einer E-Mail an den Bischof von St. Petersburg, Robert N. Lynch, wies Bush das Anliegen zurück. "Ich schätze, mit welcher Ernsthaftigkeit die katholische Konferenz versucht, öffentliche Politik in Einklang mit den Lehren unseres Herrn zu bringen," schrieb Jeb. "Ich hoffe, Sie wissen, dass ich dasselbe tue." Es falle ihm nicht leicht, anderer Meinung zu sein. "Aber ich werde weiter tun, was ich für richtig halte."

Themen von Bush könnten mit Vorhaben von Papst Franziskus kollidieren

Mit seinen Positionen als Präsidentschaftskandidat der Republikaner könnte sich Bush nun sehr viel häufiger in einer unkomfortablen Position wiederfinden. Die Umweltenzyklika "Laudato si" dürfte - nach allem was bekannt ist - in direktem Widerspruch zum Leisetreten Bushs in der Klimapolitik stehen. Der Kandidat unterstützt auch nicht die von Papst Franziskus vermittelte Öffnungspolitik der USA gegenüber Kuba.

Unbehagen bereitet dem Anhänger der freien Marktwirtschaft darüber hinaus die Kapitalismus-Kritik des Oberhaupts seiner Kirche, die mit der pastoralen Aufforderung einhergeht, die Sorge um die Armen in den Mittelpunkt zu stellen. Schließlich gibt es erkennbare Differenzen beim Einsatz militärischer Gewalt als Instrument der Außen- und Sicherheitspolitik.

Die Schnittmengen reduzieren sich auf die Steckenpferde des jahrzehntealten Kulturkampfs in den USA, wenngleich Papst Franziskus auch hier zu erkennen gab, dass er die Akzente, den Stil und den Ton der Debatte verändern möchte. Bush ist heute ein Konvertit im Konflikt.

 

Thomas Spang
(KNA)

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