Katholikentag: Das Treffen der Gläubigen findet alle zwei Jahre statt
Katholikentag: Das Treffen der Gläubigen findet alle zwei Jahre statt
Dr. Klaus Winterkamp
Dr. Klaus Winterkamp

26.03.2015

Bistum erhofft sich Sachleistungen für Katholikentag "Bin zuversichtlich, dass wir den Katholikentag in Münster haben werden"

Der Katholikentag in Münster 2018 muss ohne städtisches Geld auskommen. Möglicherweise gibt es stattdessen Sachleistungen. Dazu im domradio.de-Gespräch Dr. Klaus Winterkamp, der Beauftragte des Bistums Münster für den Katholikentag 2018.

domradio.de: Ist die Ratsentscheidung ein schwerer Schlag für die Vorbereitungdes Katholikentages?

Klaus Winterkamp (Beauftragter des Bistums Münster für den Katholikentag 2018): Das ist sicherlich ein schwerer Schlag für die Vorbereitung. Wir hatten inständig darauf gehofft, dass der Rat der Stadt sich zu einer Barzahlung als Bezuschussungsmodell für den Katholikentag 2018 entscheiden würde. Wir sind natürlich für jede Form der Unterstützung des Katholikentages dankbar, auch für Sachleistungen. Aber da muss man jetzt mal genau hinschauen, was sich dahinter verbirgt, wie die errechnet werden und in welcher Höhe diese Sachleistungen dann genau ausfallen. Das darf nicht zu einer Mogelpackung für den Veranstalter - dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken - werden. 

domradio.de: Was könnten das denn für Sachleistungen sein?

Winterkamp: Da wurden im Rat der Stadt beispielsweise die Halle Münsterland oder der Öffentliche Nahverkehr genannt, außerdem das mietfreie zur Verfügung Stellen von Schulgebäuden und ähnlichen Immobilien. Da muss man aber nochmal genau hinschauen, weil nicht alle genannten Veranstaltungsorte allein in städtischer Trägerschaft sind. Da kann die Stadt also nicht einseitig und allein entsprechende Verfügungen treffen. Insofern sind wir sehr gespannt, was nach den Ratsbeschluss am Ende herauskommt. Die Verwaltung ist ja aufgefordert worden, sich mit dem Veranstalter in Verbindung zu setzen und diese Sachleistungen zu erarbeiten. 

domradio.de: Wie beurteilen Sie die Entscheidung des Rates: Sind das parteipolitische Spielchen oder steckt dahinter auch Religions- und Kirchenfeindlichkeit von SPD, Grünen und Linken? Das behaupten ja einige CDU-Politiker.

Winterkamp: In der Tat würde ich diese Aussage nicht so teilen. Ich sehe vorwiegend einen parteipolitischen Hintergrund. Sie wissen, dass wir im Herbst Oberbürgermeisterwahlen haben und in diesem Kontext ist diese Entscheidung sicher auch zu sehen. Ich sehe sie insgesamt auch noch in einem größeren gesellschaftlichen Kontext. Es spiegelt sich in dieser Debatte, dass wir in der Bundesrepublik auch nach einem neuen Verhältnis zwischen Staat und Kirche, zwischen Gesellschaft und Kirche ringen. Das spiegelt sich hier in der Kommune Münster.

domradio.de: Es ging in der Debatte sehr emotional zu. Als Argument gegen den Zuschuss wurde angeführt, dass es der Stadt nicht zuzumuten sei, für den Katholikentag Schulden auf sich zu nehmen. Klingt irgendwie nachvollziehbar, oder?

Winterkamp: Ich bin ja selber Bürger der Stadt. Mir ist sehr daran gelegen, dass die Stadt genau hinschaut, wofür sie die öffentlichen Gelder ausgibt. Umgekehrt teile ich die Einschätzung des Oberbürgemeisters im Hinblick auf die Stadt Münster, dass die Entscheidung des Rates Signalwirkung hat - nicht nur innerkatholisch oder gegenüber dem ZdK, sondern auch auf andere Großveranstalter, die vielleicht in Münster eine Veranstalter durchführen wollen. Ein verlässlicher Partner ist in der Stadt Münster offenbar nicht mehr zu finden. Mich würde das als Großveranstalter jedenfalls nicht sonderlich motivieren. 

domradio.de: Könnten die Entscheidung des Stadtrats auch das Aus für den Katholikentag in Münster bedeuten? Das ZdK hatte die Entscheidung für Münster ja unter dem Vorbehalt beschlossen, dass die Gespräche über die Finanzierung erfolgreich sind.

Winterkamp: Das war ja von Anfang an der Beschluss des ZdKs. Ich bin nach wie vor zuversichtlich, dass wir den Katholikentag 2018 hier in Münster haben werden. Als Vertreter des Bistums gehe ich felsenfest davon aus, dass uns das gelingen wird. Mit etwas guten Willen auf allen Seiten bin ich auch davon überzeugt, dass man auch über eine Verrechnung mit Sachleistungen klar kommt - wenn sich das für den Veranstalter rechnet.

domradio.de: Heißt aber auch, dass das Programm möglicherweise kleiner gefahren werden muss?

Winterkamp: Der Veranstalter muss dann darüber nachdenken, ob etwas, dass es in den letzten Jahren auf den Katholikentagen gab, dann möglicherweise kleiner ausfällt. Gegebenenfalls muss man auch über Co-Finanzierung nachdenken, also Sponsoren noch in anderer Form zu finden. Ich hoffe insgesamt, dass die Ratsentscheidung dazu beiträgt, dass wir auf eine Sachebene frei von ideologisch verbrämten und auch unnötigen Bemerkungen, die es gestern Abend im Rat gab, zurückkommen. Das Bistum Münster und ich persönlich sind dazu bereit.

 

Das Interview führte Matthias Friebe.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Weder domradio.de noch das Erzbistum Köln machen sich Äußerungen der Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen zu eigen.

(dr)

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