21.02.2015

Das umstrittene Bischofshaus - ein Rundgang "Entzaubert und entmystifiziert"

Anders als hier und da kolportiert, gibt es keinen Swimmingpool, keine goldenen Wasserhähne, und die Badewanne ist auch nicht golden. Das Bistum Limburg führte Journalisten durch den Bischofssitz.

Das Bistum Limburg sparte bei seiner Führung auch die Privaträume des früheren Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst nicht aus. Angesichts der Kostenexplosion beim Bau mag sich mancher goldene Wasserhähne in den heiligen Hallen vorstellen. Die gibt es in dem Amtssitz nicht, dafür Fensterrahmen aus Bronze, beleuchtete Treppenstufen, Inschriften in Bodenplatten, einen Teich für Zierfische sowie maßgefertigte Möbel, Antiquitäten und Kunst.

Die Grundfläche des Gebäudeensembles misst 1.750 Quadratmeter. Der sich auf zwei Etagen erstreckende private Wohnbereich zählt 283 Quadratmeter. Im Schlafzimmer ein begehbarer Kleiderschrank, die Türen mit Spiegeln versehen; eine Kniebank zum Gebet. Die Rückwand der Küchenzeile aus Glas, im Wohnzimmer ein Kaminofen. Von der Küche und vom Wohnzimmer aus ist eine Holzveranda zu erreichen.

Rundgang: Konradinkeller und Kapelle

In die auch vom Außenbereich her zugängliche bischöfliche Kapelle "St. Maria mit den Aposteln im Abendmahlssaal" mit ihrem hoch aufragenden Satteldach öffnet sich gleichfalls eine Tür direkt vom Arbeitszimmer aus. Die Regalfächer in diesem Zimmer sind mit LED-Lichtkörpern versehen. Überhaupt: LED all überall. Das Lichtsystem der Privatwohnung wie auch etwa die aufwendige Medientechnik in ihr lässt sich über mehrere iPads steuern.

Immer wieder stößt man auf Heiligenfiguren und Gemälde mit christlichen Motiven. Wo es in die Tiefe geht und also Felsen weichen mussten, findet sich auch der "Konradinkeller": ein Versammlungsraum, in den Reste eines aus dem 12. Jahrhundert datierenden Wehrturms integriert sind. Und es findet sich dort auch - unterhalb der Kapelle - eine Außenstelle der Domsakristei. Sie beherbergt Messgewänder und Reliquien.

Umstrittene Gesamtkosten: 31 Millionen Euro

Zu dem von einer mittelalterlichen Mauer umgebenden Gelände gehörig, aber dem, was neu gebaut wurde, vorgelagert, sind die Alte Vikarie - ein aus dem 15. Jahrhundert stammendes Fachwerkhaus - und ein Küsterhaus von 1904. In der Alten Vikarie gibt es Räume für ein bischöfliches Sekretariat und ein Arbeitszimmer - mit Stehpult und Kruzifix - und ein Bibliotheksraum im Dachgeschoss.

Die Kosten des Bauprojekts auf dem Domberg in Höhe von rund 31 Millionen Euro - davon 6 Millionen für den privaten Bereich - und die Verschleierung dieser Kosten hatten entscheidend zum Rücktritt von Tebartz-van Elst als Bischof von Limburg am 26. März 2014 beigetragen. Im September dann verließ der Bischof Limburg und zog in eine Privatwohnung nach Regensburg. Im Dezember erhielt er eine neue Aufgabe in Rom als Delegat des Päpstlichen Rats für die Neuevangelisierung.

(KNA, dpa, epd)

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