Erzbischof Becker
Erzbischof Becker

26.10.2014

Erzbistum Paderborn stellt neues Zukunftsbild vor Kein fertig gemaltes Bild

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat am Wochenende das mit Spannung erwartete neue Zukunftsbild des Erzbistums unterzeichnet und in Kraft gesetzt. Mit der Veröffentlichung startet in der Erzdiözese zugleich eine mehrjährige "Aneignungsphase".

"Heute ernten wir, was in einem zehnjährigen Prozess gewachsen ist, aber auch einen mühsamen Weg gehen musste". Erzbischof Hans-Josef Becker freute sich am Wochenende über den großen Zuspruch zum Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn, das er vor gut 500 Gästen beim Diözesanen Forum unterzeichnete und damit in Kraft setzte. Das Zukunftsbild soll Richtungsanzeige für die Entwicklung der Erzdiözese in den kommenden Jahren sein und bündelt sich aus zahlreichen Erkenntnissen, die in der "Perspektive 2014" seit zehn Jahren gesammelt wurden. "Ich danke allen, die sich in unterschiedlicher Form auf dem gesamten Weg eingebracht haben", sagte Becker.

Für den Erzbischof ist das Zukunftsbild vor allem ein Gemeinschaftswerk. In unterschiedlichen Veranstaltungen konnten sich alle Gruppen und Gremien auf Diözesanebene einbringen. "Ich habe nicht bereut, diesen Schritt eingeschlagen zu haben", sagte der Erzbischof vor Priestern und Laien, Haupt- und Ehrenamtlichen, Männern und Frauen aus dem Erzbistum. "Jetzt können wir das Zukunftsbild mit Leben füllen", so Becker weiter, "doch das Zukunftsbild ist kein fertig gemaltes Bild, sondern es muss fortgeschrieben werden."

Dazu wird das zentrale Projekt "Bistumsentwicklung" im Generalvikariat integriert und steht unter der Leitung von Michael Bredeck. Bredeck gehört gemeinsam mit Erzbischof Becker, Generalvikar Alfons Hardt und Prälat Thomas Dornseifer zum Lenkungskreis des Zukunftsbildes. "Unser Grundauftrag bleibt, wir definieren den Dienst nicht neu. Aber wir müssen die Umsetzung unter den Bedingungen von heute dafür schaffen", so der Erzbischof, der sicher ist, dass das Zukunftsbild für Entlastungen sorgt: "Der Rückgang von Priestern ist enorm, so dass die Rolle der Laien weiter verändert wird. Aber der priesterliche Dienst wird nicht überflüssig." Das Erzbistum hat bereits Wortgottesdiensthelfer und Trauerassistenten. Und Laien können nach den Angaben in Zukunft das "Gesicht" von karitativen Diensten werden.

"Nicht alle Wege sind in diesem großen Erzbistum uniform"

Zwölf Hauptaussagen macht das neue Zukunftsbild von "Berufung, Aufbruch, Zukunft" aus: 1. Gottes Ruf wahrnehmen, 2. Bekenntnis zur Evangelisierung, 3. Zeichen sein für die Liebe Gottes zu allen Menschen, 4. Berufungen und Charismen dienen, 5. Vertrauen schenken und Verantwortung übernehmen, 6. Die Gegenwart bejahen, 7. Zeichenhaft handeln, 8. Vielfalt ermöglichen, 9. Wachstumsprozess fördern, 10. Im Dienst der Berufung führen und leiten, 11. Entscheidungen in Beteiligung herbeiführen, 12. Im pastoralen Handeln gut und verlässlich werden.

Immer wieder fordert das Zukunftsbild dazu auf, mutig zu sein, und den Glauben zu bekennen und zu zeigen. Eine Kultur der Charismen zu entwickeln und neue Türen zu öffnen. Sich aber auch dem Neuen zu öffnen. Bredeck betonte bei der Vorstellung: "Halten Sie nicht auf Biegen und Brechen daran fest, was immer schon war, sondern probieren Sie aus." Und Prälat Dornseifer ergänzte: "Helfen Sie, dass Türen geöffnet und Mauern abgerissen werden." "Das kirchliche Leben vielfältiger werden lassen, dabei gilt es Zeichen der Zeit zu deuten und anzunehmen", schloss sich auch Generalvikar Hardt an.

Künftig soll auch die Kommunikation von Entscheidungen eine größere Bedeutung erhalten und die Partizipation gefördert werden. "Einsame Entscheidungen passen nicht zum Zukunftsbild", betonte Dornseifer. Aber gerade die Mitarbeit und Mitverantwortung aller Gläubigen im Erzbistum sei die Stärke des Zukunftsbildes. Erzbischof Becker betonte: "Die Richtung muss stimmen, aber nicht alle Wege sind in diesem großen Erzbistum uniform. Die Mitverantwortung weckt aber die Lust an der Gestaltung von Kirche." Das Zukunftsbild sei eine Herzenssache für ihn.

Ronald Pfaff
(KNA)

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