Diskussion auf dem Limburger Domberg
Diskussion auf dem Limburger Domberg

27.03.2014

Limburger ZdK-Mitglied über einen Neuanfang im Krisenbistum Auf, auf, an die Arbeit!

Mit gemeinsamen Entscheidungen und der Berücksichtigung von Rechtsfragen kann ein Neuanfang in Limburg gelingen, schätzt die Theologin Barbara Wieland ein. Sie ist Mitglied im Zentralkomitee der Katholiken im Krisenbistum.

domradio.de: Wie haben Sie die Nachricht aufgenommen?

Barbara Wieland (Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Uni Frankfurt und ZdK-Mitglied für das Bistum Limburg): Ich bin dankbar, dass eine Entscheidung gefallen ist, auch wie sie gefallen ist, dass jemand von außen kommt, um jetzt im Bistum einfach mal zu schauen, wie es weitergehen kann. Ich glaube, das ist eine Möglichkeit für alle Beteiligten jetzt einen neuen Anfang zu machen, übrigens auch für den jetzt nicht mehr im Amt befindlichen Bischof. Froh war ich eigentlich nicht, weil es meines Erachtens nur Verlierer gibt auf allen Seiten.

domradio.de: Sie haben auch in früheren Interviews immer von einem Neuanfang gesprochen, der wünschenswert wäre. Glauben Sie, der kann jetzt mit Weihbischof Grothe gelingen?

Wieland: Ich glaube, dass das gelingen kann, wenn man vor allen Dingen mal absieht, was schief gelaufen ist, nur an Personen festzumachen, aber ich glaube, wenn Grothe schafft, die Strukturmängel, die dahinter stehen und die meines Erachtens das Ganze erst ermöglicht haben, anzuschauen und sie zu bearbeiten, ich glaube, dann wird das was. Und dann wird sich auch rausstellen, dass nicht alles falsch war in den letzten sechs Jahren, wenn auch das mit dem Bischofshaus sehr sehr schwierig gelaufen ist.

domradio.de: Der Prüfbericht wurde auch vorgelegt. Dort wird der Bischof schwer belastet, aber auch Domkapitel und Gremien haben dem Bericht nach Fehler gemacht. Wie kann dann ein Neustart überhaupt aussehen?

Wieland: Meines Erachtens darf man nicht mehr Rechtsfragen verharmlosen, also ich meine, im Bistum Limburg gab es über viele viele Jahre - lange bevor Tebartz kam - einen sehr freihändigen Umgang mit rechtlichen Vorgaben, mit all dem, was so an Ordnungen, Statuten und Satzungen da war und dadurch auch eine mangelnde Transparenz. Wenn sich alle an das halten, was man gemeinsam vereinbart hat, dann wird´s deutlich besser. Dann kommt man auch zu dialogischeren Entscheidungen, die dann auch von allen getragen werden und die im Letzten dann nicht einer tragen muss.

domradio.de: Der Bischof hat schriftliche Stellung genommen zu den Vorwürfen und dem Bericht. Er hat einen Großteil der Verantwortung auf seinen Generalvikar geschoben, der habe als einziger umfassend die Finanzen im Blick gehabt. Ist das die richtige Verteidigungsstrategie?

Wieland: Ich hatte den Eindruck, dass dieses Schreiben die Antwort war auf den vorgelegten Bericht. Von daher war das ja nicht für die Öffentlichkeit als Verteidigung gedacht, zumindest sehe ich das derzeit so nicht. Ich bin der Auffassung die Beteiligung von Unterschiedlichen - auch gerade des Generalvikars - am Zustande kommen dieser Situation beim Bau, aber auch bei anderen Sachverhalten im Bistum, muss jetzt wirklich aufgeklärt werden. Dann wollen wir mal sehen, wie sich das Ganze ausnimmt und müssen dann zu einer Klarheit kommen, dass man sagen kann "so war das" und "so kann das nicht mehr werden". Schließlich ist er ja auch vom Papst höchst selbst im Oktober abgesetzt worden, das darf man ja nicht ganz vergessen.

domradio.de: Wir haben im Oktober schon einmal telefoniert und da haben Sie gesagt, bei der Kirche geht es nicht wie bei Banken zu: "Vorstandsvorsitzender raus und der Nächste." Das gehe nicht. Aber ist nicht genau das passiert jetzt?

Wieland: Nein, wir haben Anfang Oktober miteinander gesprochen, da habe ich das gesagt und wir sind jetzt im März. Von daher ist genau das eingetreten, was ich mir erhofft hatte, dass zunächst einmal sorgfältig geprüft wird, was eigentlich Sachstand ist und dann eine Entscheidung getroffen wird. Wie wir sehen, hat ja auch das Domkapitel jetzt nicht die Möglichkeit bekommen, direkt in eine Wahlhandlung einzutreten bzw. diese vorzubereiten, sondern Rom hat von außen Weihbischof Grothe geschickt. Von daher ist das in der Tat eine andere Art des Umgangs und ich hoffe, dass der auch zu einer Befriedung und wieder zu einem Blick auf das wesentliche, nämlich unseren eigentlichen Auftrag aus dem Glauben heraus, führt.

Das Interview führte Tobias Fricke

(dr)

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