08.02.2013

Zukunft einer katholischen Kirche auf Sylt St. Joseph wird "Arche Wattenmeer"

Wie soll und darf ein Kirchengebäude nach seiner Entwidmung genutzt werden? Als Moschee, wie geplant für eine stillgelegte evangelische Kirche in Hamburg? Ein katholisches Gotteshaus auf Sylt sieht einer ungewöhnlichen Zukunft entgegen.

Es soll ab Sommer als Nationalpark-Infozentrum genutzt werden. Im Juni 2008 wurde die katholische Kirche Sankt Joseph in Hörnum auf Sylt im Rahmen einer Strukturreform profaniert. "Ungefähr 2009 entstand die Idee, dieses schöne Gebäude für unsere Zwecke zu nutzen", sagt der Geschäftsführer des 1962 gegründeten Vereins Schutzstation Wattenmeer, Harald Förster. Zusammen mit Pastor Ulrich Hoppe von Sankt Christophorus auf Sylt, laut Website "der nördlichsten katholischen Pfarrei im deutschen Sprachraum", wurde die Idee weiterentwickelt. "Alles passte total gut", sagt Förster. Offizielle Gespräche mit dem Erzbistum Hamburg mündeten im Juni 2012 in einen Pachtvertrag zwischen der Gemeinde und dem Verein, der eine Nutzung der Kirche auf 30 Jahre festschreibt; Eigentümer bleibt die Gemeinde.

"Der Schutz des Wattenmeeres als einem einzigartigen Ökosystem ist ein herausragendes und verpflichtendes ideelles Anliegen beider Seiten", heißt es in der Präambel der Nutzungsvereinbarung. "Dies entspricht auch einem kirchlichen Anliegen der Verpflichtung der Schöpfung und ihrer künftigen Erhaltung gegenüber." Laut Sprecher des Erzbistums Hamburg, Manfred Nielen, handelt es sich um «eine ungewöhnliche, aber wünschenswerte Nutzung». Das Thema «Bewahrung der Schöpfung» sei ein Hauptanliegen der Kirche.

Andere Kirchen wurden schon abgerissen

Insgesamt seien im Erzbistum seit der Gründung vor 18 Jahren 35 Kirchen entwidmet worden. Manche wurden abgerissen, andere zu Seniorenheimen oder Wohnungen umfunktioniert, zwei Kirchen beherbergen ein Architekturbüro beziehungsweise ein Steinmuseum, erläutert Nielen. Dabei sei es selbstverständlich, dass die Kirche gemäß einer Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz von 2003 zu verhindern versuche, dass der frühere Sakralbau einer unerwünschten Nutzung zugeführt werde. Dazu zählt auch die Umwidmung zur Moschee. Heute verfügt das Erzbistum über 211 Kirchen.

Aus der 1962 erbauten Josephskirche werden indes nicht Rufe des Muezzin, sondern höchstens Geräusche von Kegelrobbe und Schweinswal ertönen. In der großen Ausstellung des Projekts «Arche Wattenmeer» sollen Besucher für die Schönheit des Wattenmeers sensibilisiert werden, das 2009 durch die Unesco als Welterbe der Menschheit anerkannt wurde. Unter dem Leitspruch "Schöpfung bewahren, Verantwortung übernehmen" soll es Aquarien mit Meeresbewohnern, Experimentierecken für Kinder und ein großes Holzschiff geben, damit Besucher die Schutzwürdigkeit und die Artenvielfalt der Meere entdecken können.

Rund eine Million Euro teurer Umbau

Einzelheiten seien in der derzeitigen Planungsphase noch mit Mitgliedern der Ökumenischen Umweltstiftung von Erzbistum Hamburg und evangelisch-lutherischer Nordkirche abzustimmen, so Förster. Für den Umbau hat der gemeinnützige Verein rund eine Million Euro bereitgestellt. Auch das Land Schleswig-Holstein bezuschusst die neue "Bespielung" der rund 260 Quadratmeter großen Nutzfläche in Haupt- und Seitenschiff von Sankt Joseph.

Unter den insgesamt 20 Stationen und Informationszentren zum Thema Wattenmeer entlang Schleswig-Holsteins Nordseeküste und auf den Inseln und Halligen soll in der Sylter Kirche das größte Infozentrum entstehen. Zur Eröffnung am 3. Juli, so Vereins-Geschäftsführer Förster, werden der Hamburger katholische Erzbischof Werner Thissen, ein Bischof der Nordkirche und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) auf der Insel erwartet.

Sabine Kleyboldt
(KNA)

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