Eine Figur des Maternus im Trierer Dom
Eine Figur des Maternus im Trierer Dom
Manfred Becker-Huberti
Manfred Becker-Huberti

07.01.2013

Vor 1700 Jahren beginnt mit Maternus Kölner Kirchengeschichte "Was vorher passierte, ist Legende"

Im Jahr 313 wird mit Maternus erstmals ein Kölner Bischof urkundlich erwähnt. Damit kann das Erzbistum in diesem Jahr auf eine 1700-jährige Geschichte zurückblicken. Heiligenforscher Manfred Becker-Huberti tut das für domradio.de im Interview.

domradio.de: In welcher Zeit wirkte Bischof Maternus? Wie können wir sie uns vorstellen?

Becker-Huberti: Es ist die Zeit Konstantins des Großen, also eine wahrhaft entscheidende Epoche in der römischen Zeit. Eine Zeit des Umbruchs: In dieser Zeit wird das Christentum langsam aber sicher als gleichberechtigte Religion anerkannt. Und das dürfte auch den Hintergrund dazu bilden, dass Urkunden entstehen von Treffen, Abmachungen und Verhandlungen, die dann auch öffentlich ausgefertigt und aufbewahrt werden - so dass wir von dieser Zeit an sichere Kunde haben. Alles, was vorher passiert ist, ist reine Legende und lässt sich durch nichts belegen. Es lässt sich aber vermuten, dass Maternus möglicherweise nicht der erste Bischof in Köln gewesen ist. Aber er ist der erste Bischof, den wir historisch beweisen können…

domradio.de: …mit einer Reise.

Becker-Huberti: 313 nimmt er in Rom an einer Synode teil, die der Kaiser einberufen hat und der damalige Papst Miltiades abhält. Es geht um die Sekte der Donatisten. Und Maternus ist auf der Seite, die den wahren Glauben zu wahren versucht. Um das gleiche Problem geht es ein Jahr später in Arles. Dort muss er teilnehmen, weil er zur gallischen Kirche gehört. Köln ist damals Teil einer Struktur der Provinz Germania Sekunda, und da gibt es eine Diözese Gallien, die weit nach Frankreich hineinreicht. Zu dieser Zeit gibt es den neuen Papst Sylvester I., der in Rom residiert - und nicht nach Arles reist.

domradio.de: Maternus wurde Jahrhunderte nach seinem Tod zum Zankapfel zwischen den inzwischen entstandenen Bistümern Köln und Trier. Worum ging es bei diesem Streit?

Becker-Huberti: Bis heute ist nicht klar, ob es nicht zwei Männer mit dem Namen Maternus gegeben hat, die jeweils Bischof waren, der eine in Trier, der anderen in Köln. Das verliert sich im Dunkel der Geschichte. Nur eines ist klar: dass dieser Maternus nicht in Köln begraben wurde, sondern der Legende nach in Trier. Wo genau, weiß allerdings niemand. Bekannt ist, dass er in offiziellen Akten als Bischof bezeichnet wird, 313/314 auftaucht. Sonst wissen wir nichts über ihn. Wegen seines Namens können wir davon ausgehen, dass er ein Römer gewesen ist. Zu dieser Zeit haben die Römer ja auch noch in Köln das Sagen. Erst gegen Ende dieses Jahrhunderts beginnt der Ansturm der Franken, die dann auch die Stadt Köln übernehmen. Und aus diesem römischen Köln wird dann langsam aber sicher ein fränkisches Köln, das merkt man auch an den Namen der Bischöfe.

(dr)

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