Europas Bischöfe zwischen Dialog und Ausgrenzung mit Rechtspopulisten
Bischöfe treffen sich zur Jugendsynode

03.10.2018

Missbrauchsskandale könnten Jugendsynode überschatten Quo vadis, Bischofssynode?

An diesem Mittwoch beginnt in Rom die Bischofssynode zur Jugend. Seit Sommer gibt es ein Arbeitspapier. Überschattet wird das Treffen von Missbrauchsskandalen und einer Glaubwürdigkeitskrise.

Abgesagt wurde die Jugendsynode dann doch nicht. Dies hatten einzelne Bischöfe wegen der aktuellen Missbrauchs- und Vertrauenskrise der Kirche gefordert. Stattdessen soll ab diesem Mittwoch ausdrücklich auch über diese Themen beraten werden; in den Themenwünschen der jugendlichen Vorsynode vom März kamen sie ohnehin vor.

Die Bischofssynode unter dem Leitwort "Jugend, Glaube und Berufungsunterscheidung" dauert bis 28. Oktober. Im Zentrum der dreiwöchigen Konferenz steht die Lebenswelt von rund 1,8 Milliarden Menschen zwischen 16 bis 29 Jahren. Schwerpunktmäßig geht es um Lebensentscheidungen junger Menschen sowie ihre Beziehung zu Glaube und Kirche.

Umfangreiches Arbeitspapier

Dazu hatte der Vatikan Mitte Juni ein umfassendes Arbeitspapier vorgelegt, das die Ergebnisse mehrere Umfragen und Vorbereitungstreffen bündelt - auch unter Beteiligung Jugendlicher. Das 214 Punkte umfassende Arbeitspapier ("Instrumentum laboris") soll eine möglichst breite Sicht auf die Lage der Jugend und ihre Glaubens- und Lebensentscheidungen bieten. Es dient als Beratungsgrundlage.

Kurz vor der Sommerpause hatte der Vatikan das Arbeitsdokument zur Jugendsynode im Oktober veröffentlicht und die Leitung der Weltbischofssynode bekanntgegeben. Dieser gehört kein einziger Europäer oder Amerikaner an: der irakische Kardinal Louis Raphael I. Sako (70), Oberhaupt der mit Rom unierten chaldäischen Kirche, Kardinal Desire Tsarahazana (64) aus Madagaskar, Myanmars Kardinal Charles Bo (69) sowie Kardinal John Ribat (61) aus Papua-Neuguinea.

Mit der wichtigen Aufgabe des Generalrelators betraut der Papst den Vorsitzenden der Brasilianischen Bischofskonferenz, Kardinal Sergio da Rocha (58). Er wird Berichterstatter der Bischofsversammlung und hat damit großen Einfluss auf die Formulierung der Synodenergebnisse.

Erst gut drei Wochen vor Beginn gab der Vatikan auch die übrigen der insgesamt knapp 340 Bischöfe, Ordensleute, Experten und Auditoren bekannt. Mitte September folgte noch eine neue Synodenordnung, die Apostolische Konstitution "Episcopalis communio". Mit ihr soll in Vor- und Nachbereitung vor allem die Mitsprache der Gläubigen gestärkt werden. Die Ordnung schreibt viel von dem fest, was bei den Vorbereitungen von Familien- und Jugendsynode de facto schon gemacht worden ist.

Oster, Genn und Wübbe für DBK dabei

Für die Deutsche Bischofskonferenz nehmen Jugendbischof Stefan Oster aus Passau, Bischof Felix Genn aus Münster sowie Weihbischof Johannes Wübbe aus Osnabrück teil. Zusätzlich berief der Papst Kardinal Reinhard Marx; der BDKJ-Vorsitzende Thomas Andonie wird als Auditor teilnehmen; als solcher hat er Rede-, aber keine Stimmrecht.

Paul Metzlaff von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge in Düsseldorf gehört zu einem internationalen Helferstab. Als ökumenischer Gast für den Lutherischen Weltbund (LWB) nimmt Julia Braband vom Jugendkomitee der deutschen Abteilung des LWB teil.

Um für die Jugend zu sprechen, sitzen in den Reihen der vatikanischen Synodenaula zudem 50 Frauen und Männer unterschiedlichen Alters. Diese Auditoren können sich bei den Beratungen einbringen, haben aber kein Stimmrecht, wenn die Bischöfe ihr Abschlussdokument verabschieden. Kritiker meinen, die Jugend habe am Ende doch zu wenig Gewicht.

Wunsch nach "authentischer Kirche"

Andererseits nimmt das Arbeitspapier an vielen Stellen Bezug auf Aussagen junger Leute. Vorherrschend ist der Wunsch Jugendlicher nach einer "authentischen Kirche". Dazu, dass sich viele junge Leute von der Kirche entfernen, heißt es im Arbeitsdokument selbstkritisch, dies habe auch "ernsthafte und ernstzunehmende Gründe".

Angeführt werden auch "die Skandale sexueller und finanzieller Art", deretwegen die Jugendlichen die Kirche nachdrücklich auffordern, "ihre Null-Toleranz-Haltung gegenüber ihren Institutionen zu verstärken".

Dies ist nur ein Aspekt des 80-Seiten-Papiers, das auch auf Familie und Single-Dasein, Generationenunterschiede, digitalen Wandel, Drogen, Migration, Arbeitslosigkeit, Globalisierung, Gesellschaft, Gerechtigkeit, Glaube, Kirche, Verweltlichung sowie Sport und Musik eingeht.

Stefanie Stahlhofen und Roland Juchem
(KNA)

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