Jacqueline Straub: "Junge Leute müssen sich wieder angesprochen fühlen."
Jugendliche: Um sie geht es
Deutsche Teilnehmer: Bischof Stefan Oster
Deutsche Teilnehmer: Bischof Stefan Oster
Bischof Felix Genn
Bischof Felix Genn
Weihbischof Johannes Wübbe
Weihbischof Johannes Wübbe

03.10.2018

Fragen und Antworten zur Jugendsynode Wie ist der aktuelle Stand?

Vom 3. bis 28. Oktober versammeln sich Bischöfe aus aller Welt im Vatikan zur 15. Ordentlichen Bischofssynode. Es geht um junge Menschen, ihren Glauben und ihre Lebensentscheidungen. Fragen und Antworten zum Auftakt.

Worum geht es bei der Bischofssynode zur Jugend?

Die Bischöfe wollen sich ein möglichst umfassendes und realistisches Bild vom Leben und Glauben "der Jugend" auf der Welt machen. Gemeint sind "alle Jugendlichen, ohne Ausnahme". Es geht darum, Antworten auf die Fragen junger Menschen zu finden. Die Kirche möchte Jugendliche begleiten, ihnen bei wichtigen Entscheidungen helfen und sie ermutigen, sich in Gesellschaft und Kirche zu engagieren.

Wie werden Jugendliche selbst einbezogen?

Zur Vorbereitung lief bis Ende 2017 eine weltweite Internetumfrage des Vatikan. Bei einem internationalen Vorbereitungsseminar mit Jugendlichen in Rom im Herbst 2017 wurden Themenvorschläge gesammelt.

Im März fand in Rom eine sogenannte Vorsynode statt mit 300 jungen Leuten aus aller Welt inklusive Angehöriger anderer Religionen und Nichtgläubige. Zum Abschluss übergaben die Teilnehmer dem Papst eine Zusammenfassung ihrer Überlegungen. Über die Internetseite der Synode (www.synod2018.va) konnten auch andere die Vorynode verfolgen und kommentieren. An der Synode selbst im Herbst nehmen 50 ausgewählte Hörer ("Auditores") teil, darunter viele junge Menschen. Sie werden mitdiskutieren, haben laut Synodensatzung jedoch kein Stimmrecht.

Wie liefen die Vorbereitungen?

Diese Synode ist die erste nach der neuen Synodenordnung von Mitte September. Deren Regelungen wurden in den Vorbereitungen de facto vorweggenommen. Wie üblich bekamen alle Bischofskonferenzen ein erstes Vorbereitungsdokument mit einem Fragebogen. An der Internetumfrage nahmen laut Vatikan 221.000 Jugendliche und junge Erwachsene teil. Im Juni wurde ein 80 Seiten starkes Arbeitsdokument veröffentlicht. In 214 Punkten soll es eine Sicht auf die Lage der Jugend und ihre Glaubens- und Lebensentscheidungen bieten. Den schätzungsweise knapp 340 Synodenteilnehmern - Bischöfe, Ordensvertreter, Kurienmitarbeiter, externe Fachleute und Auditoren - dient es als Beratungsgrundlage.

Wie ist der Stand der Dinge in Deutschland?

Die Deutsche Bischofskonferenz hat den Fragebogen aus dem Vatikan mit Experten in allen Bistümern beraten. Zudem gab es ein "Youth Hearing" mit Jugendlichen. Die von den Bischöfen daraus erstellte Auswertung ist nach Rom gegangen und wurde auch veröffentlicht. Auch stellten die Bischöfe, wie vom Papst gewünscht, drei beispielhafte Projekte aus Deutschland vor: die missionarische Aktion "Nightfever", die sozial ausgerichtete "72-Stunden-Aktion" des BDKJ sowie das Orientierungsjahr "Basical" im Bistum Augsburg.

Wer nimmt aus Deutschland teil?

Die deutschen Bischöfe entsenden Jugendbischof Stefan Oster (Passau), Bischof Felix Genn (Münster), den Vorsitzenden der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Bischofskonferenz, sowie Weihbischof Johannes Wübbe (Osnabrück), Mitglied der Jugendkommission der Bischofskonferenz. Den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat der Papst zusätzlich berufen. Der BDKJ-Vorsitzende Thomas Andonie nimmt als Auditor teil. Paul Metzlaff von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge in Düsseldorf gehört zu einem internationalen Helferstab. Als ökumenischer Gast für den Lutherischen Weltbund (LWB) nimmt Julia Braband vom Jugendkomitee der deutschen Abteilung des LWB teil.

Welche besonderen Herausforderungen der Synode zeichnen sich ab?

Überschattet wird die Synode vom Missbrauchskandal in der Kirche. Es gab Forderungen, die Jugendsynode deswegen abzusagen; auf jeden Fall wird darüber gesprochen. Offen ist, wie andere "heiße Eisen" zur Sprache kommen, etwa kirchlicher Vertrauenverlust, Sexualität und Körperlichkeit. Zudem gibt es, je nach Herkunft der Teilnehmer, große Unterschiede bei den Erwartungen. Durch die Vielzahl der angerissenen Themen, von Migration und Arbeitslosigkeit über Drogengewalt und digitale Medien hin zu Partnerschaft und Frömmigkeit, droht die Synode zu zerfasern.

Stefanie Stahlhofen und Gottfried Bohl
(KNA)

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