Papst Franziskus während der Amazonas-Synode
Papst Franziskus während der Amazonas-Synode
Maria Flachsbarth, KDFB-Präsidentin
Maria Flachsbarth, KDFB-Präsidentin

07.10.2019

Amazonas-Synode im Vatikan Katholische Frauen erwarten "deutliche Positionen"

Katholische Frauen in Deutschland erwarten von der Amazonas-Synode im Vatikan "deutliche Positionen". Vor allem die Ordensfrauen in Amazonien müssten mehr Wertschätzung erhalten, fordert der Katholische Deutsche Frauenbund.

Diese sollten den Menschen und der Kirche von Amazonien dienen und darüber hinaus auch eine Bedeutung für die Weltkirche haben, erklärte am Montag die Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB), Maria Flachsbarth, zum Auftakt der Beratungen.

Der Verband nimmt besonders die in Amazonien tätigen Ordensfrauen in den Blick: "Sie tragen wesentlich dazu bei, dass die Botschaft Jesu erfahrbar und der Glaube gelebt wird. Die Ordensfrauen übernehmen pastorale, seelsorgliche und diakonische Aufgaben und gestalten Gottesdienste. Die katholische Kirche erhält durch sie ein Gesicht", so Flachsbarth.

Mehr Wertschätzung für Ordensfrauen

Dies sei sehr wichtig, da in dem Gebiet wegen des Priestermangels kirchliches Leben eine "eigene Prägung" habe und Eucharistiefeiern nur selten möglich seien. Ordensfrauen sollten mehr wertgeschätzt werden, zudem sollten ihnen mehr Kompetenzen, Leitungsaufgaben und Dienstämter übertragen werden.

"Der KDFB hält es für dringend erforderlich, dass die an der Synode teilnehmenden Ordensfrauen bei der Schlussabstimmung ein Stimmrecht haben. Wenn Ordensbrüder als Nicht-Priester stimmberechtigt sind, dann muss dieses Recht auch Ordensfrauen zugestanden werden", forderte Flachsbarth. Das gesellschaftliche, politische und kirchliche Engagement von Frauen müsse auch global gestärkt werden.

"Wegweisende Signale"

Von der Amazonas-Synode erwarte der KDFB "wegweisende Signale", um dieses so verwundbare Gebiet zu schützen. Wirtschaftsweisen müssten sozial und ökologisch verträglich sein. "Als Christinnen, die einer Weltkirche angehören, wissen wir uns einer solidarischen und verantwortlichen Lebensweise verpflichtet, die die Rechte der Marginalisierten wahrt", betonte Flachsbarth.

Auf der Amazonas-Synode wollen Bischöfe aus Südamerika gemeinsam mit Ordensleuten, Vertretern von Indigenen und Experten drei Wochen lang über Reformen des kirchlichen Lebens sowie über ökologische und soziale Folgen des Raubbaus in der ressourcenreichen Region sprechen. Das Treffen im Vatikan steht unter dem Motto "Amazonien - neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie".

(KNA)

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