Ein sehbehinderter Mensch mit einem Blindenstock
Ein sehbehinderter Mensch mit einem Blindenstock
Diözesanadministrator Reinhard Hauke
Weihbischof Reinhard Hauke

02.05.2019

Katholiken wollen Behinderte mehr einbeziehen Inklusive Kirche

Die katholische Kirche in Deutschland will in ihrer Seelsorge behinderte Menschen mehr einbeziehen und zu einer "inklusiven Kirche" werden. Die Kirche müsse allen Gläubigen ein Zuhause des gemeinsamen Lebens und Glaubens bieten.

Das forderte der Erfurter Weihbischof Reinhard Hauke an diesem Donnerstag. "Sonst ist sie eben nicht mehr katholisch", fügte der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für die Seelsorge für Menschen mit Behinderung hinzu. "Gemeinsam wollen wir in diesem Sinne noch 'katholischer' werden", sagte Hauke bei einem Festakt in Aulhausen bei Limburg.

Veröffentlichung einer Arbeitshilfe angekündigt

Behinderte Menschen müssten in der pastoralen Arbeit selbst zu Wort kommen, betonte Hauke. "Wenn wir Menschen mit Behinderung den Raum geben, selbst Zeugnis von ihrem Leben und von ihrem Glauben ablegen zu können, verändert das die Sicht aller Beteiligten und die Sicht auf Behinderungen."

Hauke kündigte die Veröffentlichung einer Arbeitshilfe zu diesem Thema an. Das Papier soll in den nächsten Monaten erscheinen. Es trägt den Titel "Leben und Glauben gemeinsam gestalten. Kirchliche Pastoral im Zusammenwirken von Menschen mit und ohne Behinderungen". Hauke: "Ich hoffe, diese Arbeitshilfe wird wie das Wort der deutschen Bischöfe 'unBehindert Leben und Glauben teilen' von 2003 ein Meilenstein auf unserem Weg hin zu einer inklusiven Kirche."

Inklusiver Gottesdienst

Dem Festakt vorausgegangen war die Feier eines inklusiven Gottesdienstes in der Marienkirche in Aulhausen. Sie gilt als Europas einziges von Menschen mit Behinderungen gestaltetes Gotteshaus.

Das Konzept der inklusiven Messe "Einfach feiern" wurde in Kooperation von Bischofskonferenz und Bistum Limburg erarbeitet.

Beteiligt an der Messe waren unter anderem ein blinder Lektor, ein Pfarrer als Gebärdensprachdolmetscher sowie ein Projektchor von Menschen mit Behinderungen. Die Lesungen wurden in Leichter Sprache und in Deutscher Gebärdensprache vorgetragen. Weihbischof Hauke trug das für die Arbeitshilfe geplante Vorwort in lautbegleitender Gebärdensprache vor, die er zuvor gelernt hatte.

(KNA)

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