Das Bischofshaus und der Dom zu Eichstätt
Das Bischofshaus und der Dom zu Eichstätt
Bischof Gregor Maria Hanke
Bischof Hanke

19.02.2018

Diözese Eichstätt: stark bei Umweltschutz und Vollbeschäftigung "Öko-Bistum" im grünen Bereich?

Das Bistum Eichstätt ist in dieser Woche Gastgeber der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Ingolstadt. Die Diözese ist eine der kleinsten der Republik, hat aber einen Papst hervorgebracht.

Wer die Liste der Eichstätter Bischöfe durchstöbert, stößt auf interessante Namen. So hieß von 1705 bis 1725 der Oberhirte Johann Anton I. Knebel von Katzenellenbogen - klangvoller geht's kaum. Und zwischen 1042 und 1057 hatte das Amt Gebhard I. inne, der ab 1055 bis zu seinem Tod zwei Jahre später noch einen bedeutenderen Posten besetzte: als Viktor II. den des Papstes. Lang ist das her, die Eichstätter Diözese aber gibt es noch viel länger.

Wie lange genau, ist allerdings unbekannt. Denn eine Gründungsurkunde fehlt. Vermutlich war es um 740, als der Angelsachse Willibald, ein Verwandter des heiligen Bonifatius, des "Apostels der Deutschen", erster Bischof der "Dioecesis Eystettensis" wurde. Bonifatius hatte den nach einer jahrelangen Pilgerreise im Kloster Monte Cassino in Italien lebenden Mönch Willibald in die Mission nach Germanien gerufen.

Die "grüne" Diözese Eichstätt

Seit 2006 hält der Benediktiner Gregor Maria Hanke (63) den Bischofsstab in der Hand, ein den Menschen zugewandter Seelsorger, dem sich in persönlichen Krisen schon auch mal der bayerische Ministerpräsident anvertraut. Derzeit allerdings erlebt Hanke selbst eine schwere Zeit: Kürzlich wurde bekannt, dass in seinem Bistum seit einem halben Jahr die Staatsanwaltschaft wegen eines Finanzskandals ermittelt. Die Kirche könnte dadurch rund 48,2 Millionen Euro verloren haben.

Rund 6.000 Quadratkilometer - so groß ist Hankes Einsatzgebiet. Es liegt im Herzen Bayerns: Großstädte wie Ingolstadt und - teilweise - Nürnberg zählen dazu und natürlich Eichstätt, der Bischofssitz. In diesen und den anderen Orten der Diözese leben insgesamt ungefähr eine Million Menschen, etwa 400.000 davon sind Katholiken. Katholisch ist auch die Universität Eichstätt-Ingolstadt, die einzige Einrichtung ihrer Art im ganzen deutschen Sprachraum.

Die Uni hat ihren Sitz mitten im Naturpark Altmühltal, einem der größten in Deutschland. Passend also, dass sie seit 2010 ein Nachhaltigkeitsgesamtkonzept für Forschung, Lehre und Campusmanagement verfolgt, das beispielsweise auf Müllvermeidung und Ressourcenschonung setzt. 2017 wurde sie dafür als "Fairtrade-Universität" ausgezeichnet. Dieser Einsatz ist nur ein Grund dafür, dass die Diözese längst den Beinamen des "grünen Bistums" trägt. So wollen die Eichstätter bis 2020 ihre CO2-Emissionen um 25 Prozent und bis 2030 um 50 Prozent reduzieren.

"Öko-Bischof" Hanke

Dieses Ziel kommt nicht von ungefähr: Gregor Maria Hanke gilt als der "Öko" unter Deutschlands Bischöfen. Er ist ehemaliger Abt des für seine biologische Landwirtschaft bekannten Klosters Plankstetten und tritt beharrlich für die Bewahrung der Schöpfung ein. Wobei das Thema für Hanke durchaus eine Gratwanderung bedeutet. Schließlich hat mit Audi in Ingolstadt ein Konzern seinen Sitz im Bistum, der mit den Abgasen seiner Produkte eher zum Welken beiträgt denn zum Blühen. In der Vegetation wenigstens. Die Wirtschaft hingegen floriert. Der Landkreis Eichstätt verzeichnet mit 1,4 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote in ganz Deutschland.

Vollbeschäftigung ist schön - aber auch keine Entschuldigung für alles. So lässt sich wohl deuten, was Hanke im Herbst 2017 bei einem öffentlichen Gespräch mit Audi-Boss Rupert Stadler sagte: "Mobilität bringt uns an Grenzen, denn es gibt kein unbegrenztes Wachstum." Man müsse ein Fürsorge-Verhalten gegenüber der Schöpfung entwickeln. Doch nach dem Geschmack einiger Zuhörer hätte der Bischof gegenüber dem Manager ruhig noch ein bisschen klarer sprechen können.

Klarheit gibt es bisher auch nicht bei der Frage, ob Bayern bald einen neuen Nationalpark bekommt. Im Gespräch sind dafür unter anderem die Donauauen im Süden der Diözese. In dem Bistum ist aktuell also einiges im Fluss.

Christopher Beschnitt

(KNA)

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