Bischof Bode ist neuer stellvertretender Vorsitzender der DBK
Bischof Bode ist neuer stellvertretender Vorsitzender der DBK

26.09.2017

Bischof Bode neuer stellvertretender Vorsitzender der DBK "Völlig überrascht"

Einst war Franz-Josef Bode jüngster Diözesanbischof Deutschlands. Nun haben seine Bischofskollegen ihren Dienstältesten zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt - trotz oder wegen seiner oft mutigen Positionen.

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode ist "völlig überrascht" über seine Wahl zum stellvertretenden Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Er zeigte sich am Dienstag vor Journalisten in Fulda erfreut, dass so viel Vertrauen in ihn gesetzt worden sei.

Bode betonte, dass er und der Bischofskonferenz-Vorsitzende, Kardinal Reinhard Marx, beide aus dem Erzbistum Paderborn stammen und sich seit Studienzeiten kennen. Akzente kann Bode nach eigener Einschätzung vor allem in seelsorglichen und ökumenischen Fragen setzen. Ob und wie dies geschehe, müsse abgesprochen werden.

Pläne des Osnabrücker Bischofs

Voranbringen will Bode Diskussionen darüber, wie eine Kirche der Zukunft aussehen könne. Er erinnerte in dem Zusammenhang an den Priestermangel. Es gelte, über neue Leitungsmodelle nachzudenken. Dies geschehe zwar in allen Bistümern, aber oft nur nebeneinander und nicht miteinander.

Der Osnabrücker Bischof räumte ein, dass unter den Bischöfen die Bewertung des Reformationsgedenkjahrs verschieden sei. Aus seiner Sicht hat sich in den vergangenen Monaten "der Grundwasserspiegel der Ökumene erheblich verbessert". Trotz "euphorischer Erlebnisse" gebe es aber immer noch trennende Punkte. Zudem sei unter den Kirchen selbst noch unklar, was genau das Ziel der Ökumene sein könne. In einer zunehmend atheistischer oder religiös ungebundener werdenden Gesellschaft müssten sich die Christen gemeinsam aufstellen, so Bode.

Der Nachfolger von Bischof Trelle ist schon lange in der DBK dabei

Bode folgt im Amt des Stellvertreters auf den Hildesheimer Bischof Norbert Trelle, der aus Altersgründen ausgeschieden ist. Seit Bode mit nur 44 Jahren im November 1995 Osnabrücker Bischof wurde, hat er innerhalb der Bischofskonferenz zukunftsträchtige Aufgaben inne: Sein Amt als katholischer "Jugendbischof" übte er 14 Jahre lang mit Humor und großer Anziehungskraft aus; bei seiner Zielgruppe war er schlicht "BiBo". Seit 2010 ist er Vorsitzender der Pastoralkommission der Bischofskonferenz und zudem für das Thema "Frauen in Kirche und Gesellschaft" zuständig. Der 66-Jährige tritt dafür ein, die Möglichkeiten einer Diakonenweihe für Frauen auszuloten und in bestimmten Fällen verheiratete Priester zuzulassen. Doch die Forderung nach einer radikalen Abkehr vom Zölibat ginge dem Theologen zu weit.

Bode ist bei weitem kein "Lautsprecher" innerhalb der Bischofskonferenz. Doch erlangte er auch durch sein beherztes Handeln an entscheidenden Stellen Beachtung. So war er maßgeblich am Erfolg des Weltjugendtags 2005 in Köln beteiligt. Als das Bistum Essen vor dem Katholikentag 2008 seine Gastgeberrolle aus finanziellen Gründen zurückzog, sprang er ein. Ebenso arbeitete er mit in der Steuerungsgruppe des Dialogprozesses der Bischofskonferenz. Seine öffentliche Vergebungsbitte nach dem Missbrauchsskandal 2010 zog weite Kreise.

Kritik und Beliebtheit

Mit seinen Vorstößen für eine zeitgemäße, den Menschen zugewandte Kirche eckt er bei manchen Katholiken gelegentlich auch an. Auch sein Bedauern darüber, dass das von der deutschen Sprachgruppe bei der Familiensynode 2015 in Rom vorgeschlagene "Schuldbekenntnis" keine Mehrheit für den Schlusstext der Familiensynode fand, mag einige irritiert haben. Es ging um ein Schuldeingeständnis der Kirche wegen Unbarmherzigkeiten gegenüber ledigen Müttern, Homosexuellen, Geschiedenen und Wiederverheirateten.

In seinem rund 570.000 Katholiken zählenden Bistum erfreut sich der zugewandte Seelsorger auch nach fast 22 Jahren großer Beliebtheit. Im Gespräch mit dem "Kirchenvolk" trifft der Bischof ebenso den richtigen Ton wie in Diskussionen mit Theologen oder Vertretern aus Politik und Wirtschaft - und offenbar auch innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz.

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