Kardinal Karl Lehmann
Kardinal Karl Lehmann
Wolfgang Huber
Wolfgang Huber

20.04.2017

Kardinal Lehmann und Wolfgang Huber zu Ehrendoktoren ernannt "Große ökumenische Offenheit"

Kardinal Karl Lehmann, früherer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, und Wolfgang Huber, ehemaliger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, erhalten die Ehrendoktorwürde der Katholischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.

Mit ihnen würden zwei Persönlichkeiten geehrt, die die Entwicklung ihrer Kirchen entscheidend geprägt hätten, teilte die Fakultät in Bochum zur Begründung mit. "Sie haben eine große ökumenische Offenheit gezeigt und eine entscheidende Gesprächsbereitschaft und -fähigkeit bewiesen."

Die Verleihung ist am kommenden Mittwoch in Bochum geplant. Die Laudationes hält die Liturgiewissenschaftlerin an der Yale University in New Haven (USA), Teresa Berger. Die beiden Geehrten werden jeweils eine Festrede halten. Daneben steht ein Vortrag des evangelischen Kirchengeschichtlers Christoph Markschies auf dem Programm.

Die Frage und Suche nach Gott

Lehmann bearbeite in seinen wissenschaftlichen Publikationen ein vielfältiges Spektrum, würdigte die Fakultät den früheren Mainzer Bischof. Dabei habe sich die Gottesfrage und die Suche nach Gott in zeitgenössischen Kontexten als eine immer dringender werdende Frage herauskristallisiert.

So habe Lehmann im Diskurs mit anderen Wissenschaften "eine reflektierte Sensibilität für die gegenwärtigen Herausforderungen der traditionellen Theologie" entwickelt. Lehmann war fast 33 Jahre Bischof des Bistums Mainz. An seinem 80. Geburtstag am vergangenen Pfingstmontag trat er als Bischof von Mainz zurück. Von 1987 bis 2008 war er Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

"Verantwortete Freiheit"

Auch Altbischof Huber habe über zahlreiche theologische und ethische Themen gearbeitet. Als sein zentrales Thema habe sich die Freiheit ergeben, ausgehend von Martin Luthers Freiheitsbotschaft, hieß es. Diese habe Huber auf den Begriff einer "verantworteten Freiheit" gebracht, die ihn das Christentum "als die Religion einer lebensdienlichen Freiheit" verstehen lasse.

Huber habe sich zudem als Landesbischof von Berlin-Brandenburg und als EKD-Ratsvorsitzender "vor allem als Reformer seiner Kirche profiliert" und angesichts einer weitgehenden Entkirchlichung vor allem im Osten Deutschlands auf eine missionarische Neuorientierung hingewirkt. Huber war von 1994 bis 2009 Bischof der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg und von 2003 bis 2009 EKD-Ratsvorsitzender.

(KNA)

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