08.03.2017

Bischöfe und BDKJ unterschiedlicher Ansicht zu Priesteramt Jesus als Bräutigam der Kirche

Der Passauer Bischof Stefan Oster hat die Lehre der katholischen Kirche verteidigt, wonach nur Männer Priester werden können. Es sei kein bloßer Zufall, dass Christus als Mann geboren wurde, so Oster bei der Bischofsvollversammlung.

Jesus werde im Neuen Testament als Bräutigam und die Kirche als Braut bezeichnet, sagte Oster in Bergisch Gladbach weiter. Deshalb sei es auch nicht ins Belieben der Kirche gestellt, darüber zu entscheiden, welches Geschlecht die Personen haben, die in Person Christi am Altar Eucharistie feiern. Wenn er als Jugendbischof mit jungen Menschen über diese Frage spreche, merke er, dass es vor allem auf die klare Vermittlung dieser kirchlichen Lehre ankomme, damit diese auch verstanden werde, sagte Oster am Rande der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe.

Der Präses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Dirk Bingener, betonte dagegen, dass die Nichtzulassung von Frauen zum Weiheamt sowie der kirchliche Umgang mit Homosexuellen bei Jugendlichen auf Unverständnis stoße. "Meine Erwartung ist daher, dass diese Einwände junger Menschen auf der Bischofssynode ernst genommen werden." Die von Papst Franziskus für Oktober 2018 einberufene Weltbischofssynode will sich mit dem Thema Jugend befassen. Zur Vorbereitung soll im Mai eine Online-Umfrage unter jungen Menschen gestartet werden.

Oster: Mehr Willkommenskultur für Jugendliche

In der Jugendseelsorge sieht sich die katholische Kirche vor großen Herausforderungen. Zwar gebe es viele engagierte Jugendliche in der Kirche, sagte Jugendbischof Stefan Oster am Mittwoch in Bergisch Gladbach. Viele junge Menschen kämen aber nur noch sporadisch mit der christlichen Botschaft in Berührung. Es stelle sich die Frage, wie dieser "metaphysische Graben" überwunden werde könne.

Nach den Worten von Oster hat sich die Kirche zu sehr auf institutionelle Formen der Glaubensvermittlung verlassen, etwa die Katechese in Kitas oder den Kommunionunterricht. Heute geboten sei eine größere "Willkommenskultur für Jugendliche" in den Pfarreien, die ihnen den Raum lasse, ihre eigene Ästhetik auszuleben, etwa mit Hinblick auf Musik. Die volkskirchlichen Strukturen stünden dem oft entgegen, sagte er bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe.

Bingener: Jugendverband als Ort des Glaubens

Die Kirche soll laut Oster Jugendlichen ohne "Rekrutierungsabsichten" vermitteln, dass der Glaube relevant für ihr Leben und ihr Heil sei. Deshalb dürfe er auch nicht auf sekundäre Felder wie Ethik oder Wellness reduziert werden. Sie müssten spüren: "Da geht's wirklich um etwas." Zur Ablehnung der kirchlichen Sexualmoral durch viele Jugendliche meinte der Bischof, dass die Kirche dagegen argumentieren solle. Ausgangspunkt sei, dass vom Glauben an Jesus eine verändernde Kraft ausgehe. Er könne dazu beitragen, dass Sexualität entsprechend der biblischen Überlieferung gelebt werde.

Laut Bingener finden Jugendliche in den Gemeinden oft keinen Anschluss mehr. Mitunter sei der Jugendverband der einzige Ort, wo sie mit dem Glauben in Berührung kommen. Eine große Rolle misst der Pfarrer auch dem Freiwilligendienst in katholischer Trägerschaft bei. Die Leiterin der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Bischofskonferenz, Bianka Mohr, sagte, neben klassischen Feldern der Jugendarbeit wie der Ministrantenpastoral seien neue Angebot für Jugendliche wichtig. Als Beispiel nannte sie "Tage der religiösen Orientierung".

(KNA)

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