... Reinhard Kardinal Marx...
Reinhard Kardinal Marx

01.07.2016

Kardinal Marx warnt vor Nationalismen und Abgrenzungen "Unruhige Welt"

Angesichts der jüngsten Krise hat der Münchner Kardinal Reinhard Marx dazu aufgerufen, die Menschenwürde als zentralen "Sinn und Wert unseres Miteinanders in Europa" neu in den Blick zu nehmen.

"Das Europa, das wir heute kennen, ist Ausdruck davon, dass alle Menschen die gleiche Würde haben", sagte der Erzbischof von München und Freising in einem Radiobeitrag für die Sendereihe "Zum Sonntag" des Bayerischen Rundfunks. Dieser ist am Samstag um 17.55 Uhr auf Bayern 2 zu hören. Ein in manchen Ländern stärker werdender Nationalismus dürfe "nicht noch einmal zum Schwungrad der Abgrenzung, der Feindschaft und des Unfriedens werden", betont Marx.

Breite Themenpalette

In dem Beitrag geht der Kardinal auch auf die Auseinandersetzungen über den sogenannten Brexit ein. Zugleich erinnert er an "die Toten und Verletzten des grausamen Terroranschlags in Istanbul, die Ertrunkenen im Mittelmeer, die Opfer von Krieg, Gewalt und Terror". Das alles gebe den Menschen das Gefühl, in einer "unruhigen Welt" zu leben, "in der auch persönliche Sorgen und Befürchtungen größer werden".

Kirche wolle Beitrag zum europäischen Haus leisten

Marx nennt es eine wirkliche Errungenschaft, "dass wir in Europa in einer Vielzahl von Staaten und Regionen friedlich zusammenleben und einander achten". Europa habe dies erreicht, weil es trotz allen Leids, das die europäische Geschichte kennt, "einen Vorschuss an Vertrauen und ein tiefes Verständnis dafür gibt, dass wir nur in Solidarität miteinander leben wollen, dass wir zu unserem Glück vereint sind". Dies sei ein Grundbaustein des "europäischen Hauses", für das es sich zu engagieren gelte. Dazu wolle auch die Kirche ihren Beitrag leisten, versichert Marx.

Erinnerung an Papstrede vor Europaparlament

Er erinnert an die Rede von Papst Franziskus vor dem Europaparlament, der darin ein Europa forderte, "das auf den Menschen schaut und ihn verteidigt und schützt". Schließlich gehöre es zur christlichen Überzeugung, dass die Menschenwürde von Gott gegeben sei. Das gelte ausnahmslos für jeden Menschen. Davon seien auch das Grundgesetz, die Europäische Grundrechtecharta und die Erklärung der Menschenrechte geprägt. Und damit sei auch eine Richtschnur für die aktuellen Auseinandersetzungen gegeben, so Marx: "Hinter diese Grundlinie der Humanität dürfen wir nicht zurückfallen."

(KNA)

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