Rainer Maria Kardinal Woelki in Münster
Rainer Maria Kardinal Woelki in Münster
Bischöfe in Münster
Bischöfe in Münster

11.03.2014

Kardinal Woelki entschieden gegen aktive Sterbehilfe Keine Kompromisse

Die Bischöfe haben am Dienstag in Münster ihr Arbeitsprogramm gestartet. Am Morgen hatte sich Berlins Kardinal Woelki entschieden gegen aktive Sterbehilfe gewandt. Die Bischöfe seien "Lobbyisten für das Leben".

"Es kann an dieser Stelle für uns keine Kompromisse geben", sagte Kardinal Woelki beim Frühgottesdienst am Dienstag im St. Paulus-Dom in Münster. Zugleich forderte er, die Angst Sterbenskranker und die Schmerzen Betroffener wahrzunehmen. "Wir sind hier nicht gefragt als Moralapostel, wohl aber als Lobbyisten für das Leben", so Woelki.

Der Kardinal lehnte eine gesetzlich geregelte Erlaubnis zur aktiven Sterbehilfe wie in den Benelux-Staaten ab. "Wir brauchen eine stärkere Sorge und Annahmekultur auch für Menschen im Sterben", so der Erzbischof. Notwendig seien bessere rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen, damit durch humane, pflegerische und medizinische Zuwendung ein menschenwürdiges Sterben ermöglicht werde. Der modernen Schmerztherapie und der Palliativmedizin kämen dabei eine besondere Rolle zu.

Bischöfe nehmen inhaltliche Beratungen auf

Die Bischöfe starten heute in Münster mit ihrem Arbeitsprogramm. Die derzeit 66 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz wollen sich über die Herausforderungen für die Kirche in der Bundesrepublik austauschen. Weiteres Thema der Konferenz ist die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der Kirche. Anfang 2013 hatten die Bischöfe die Zusammenarbeit mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer aufgekündigt und die Suche nach einem neuen Forscherteam angekündigt.

Zudem beraten die Bischöfe über den Dialogprozess der Kirche. Der auf fünf Jahre angelegte Dialog wurde 2010 im Zuge des Missbrauchsskandals auf den Weg gebracht.

Im Mittelpunkt der Bischofskonferenz steht die Wahl eines neuen Vorsitzenden am Mittwoch. Der 75-jährige Zollitsch gibt aus Altersgründen sein Amt nach sechs Jahren auf. Bereits im September hatte Papst Franziskus ihm den Rücktritt als Freiburger Erzbischof ermöglicht. Zur Vorbereitung der Wahl wollen sich die Bischöfe am Dienstag zu einer Art "Vorkonklave" versammeln. "Es ist gar nicht so einfach, 27 Diözesen auf eine Linie zu bringen", sagte Erzbischof Zollitsch.

(KNA)

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