Kardinal Karl Lehmann in Trier

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist der größte Verband in der katholischen Kirche: Rund 550.000 Frauen sind darin organisiert. Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist vor allem im Süden Deutschlands aktiv.

20.02.2013

Bischöfe machen sich Gedanken zur Rolle der Frau Gleichwertigkeit, nicht Gleichmacherei

Die deutschen Bischöfe beraten heute in Trier über "Das Zusammenwirken von Männern und Frauen im Leben und Dienst der Kirche". Der Mainzer Kardinal Lehmann gab ihnen zuvor einen guten Rat: "Auch wir können hier immer noch viel lernen".

Ehe und Familie gehören nach Ansicht des Mainzer Kardinals Karl Lehmann weiterhin unter den besonderen Schutz des Staates. "Es gibt nicht nur den Wandel der Lebensformen, der uns heute besonders beeindruckt, sondern auch eine kulturübergreifende Macht in der 'Natur' des Menschen, wie sie der Schöpfer uns geschenkt hat", sagte Lehmann am Mittwoch in einem Gottesdienst in Trier zur Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz.

"Mannsein und Frausein" gehörten "in gleicher Weise zum menschlichen Leben" und machten dadurch das "unverkürzte Menschsein" aus, erläuterte der langjährige Vorsitzende der Bischofskonferenz unter Verweis auf die biblische Schöpfungsgeschichte. Homosexualität sei vor diesem Hintergrund "schwer erklärbar". Zugleich wandte sich Lehmann gegen jede Diskriminierung homosexueller Menschen. "Hier ist gewiss manches wieder gutzumachen."

Weiter betonte der Kardinal, dass die Erzählung aus dem alttestamentarischen Buch Genesis Frauen und Männer auf eine Stufe stelle. "Mann und Frau sind von Gott her in ihrer geschöpflichen Würde völlig gleich, ohne dass ihre geschlechtliche Differenzierung geleugnet werden muss." Dieser Befund habe freilich nicht zu allen Zeiten die nötige Beachtung gefunden, so Lehmann. "Auch wir können hier immer noch viel lernen."

Im Anschluss an den Gottesdienst begannen die Bischöfe ihren Studientag über "Das Zusammenwirken von Männern und Frauen im Leben und Dienst der Kirche".

Kramp-Karrenbauer für Frauen-Förderung in katholischer Kirche

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat sich für mehr Einfluss von Frauen in der katholischen Kirche ausgesprochen. Für zivile Funktionen von Frauen in der Kirche bräuchte es Förderpläne, wie sie der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, für sein Bistum bereits angekündigt habe, sagte Kramp-Karrenbauer am Mittwoch im rbb-Inforadio. Die Politikerin ist auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

Zudem müsse es auf geistlicher Ebene Veränderungen geben, sagte Kramp-Karrenbauer. Auch wenn das mit Blick auf die Haltung der Weltkirche schwierig sei, wäre es ein "ganz wichtiger Schritt" das Diakonat für Frauen anzugehen, sagte sie: "Bis zur von mir sehr unterstützten Priesterweihe ist es allerdings noch ein ganz weiter Weg."

Die Bischofskonferenz tagt noch bis diesen Donnerstag in Trier. Erzbischof Zollitsch hatte bereits zu Beginn deutlich gemacht, dass es dort keine Debatte über eine Priester- oder Diakonenweihe für Frauen geben werde. Zugleich kündigte er einen Frauenförderplan in seiner Freiburger Diözese noch für dieses Jahr an. Ob sich die anderen Bistümer anschlössen, sei aber noch ungewiss.

(KNA, epd, dr)