Ein Bild aus alten Zeiten: Bischof Müller mit dem Papst
Ein Bild aus alten Zeiten: Bischof Müller mit dem Papst

05.01.2013

Verstorbener Altbischof Müller beigesetzt "Stets ein Vorbild"

Mit einem Requiem in der völlig überfüllten Görlitzer Sankt-Jakobus-Kathedrale haben 22 Bischöfe und Weihbischöfe, Vertreter der Ökumene sowie mehrere hundert Gläubige Abschied vom verstorbenen Görlitzer Altbischof Rudolf Müller genommen.

Müller war am ersten Weihnachtstag im Alter von 81 Jahren überraschend gestorben. Von 1994 bis 2006 hatte er das damals neu gegründete Lausitzbistum Görlitz geleitet. Unter den Trauergästen in dem am Samstag vom Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki geleiteten Gottesdienst waren auch der frühere Bischof der Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz, Klaus Wollenweber, und der Görlitzer Generalsuperintendent Martin Herche. Auch der sächsische Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) nahm an der Beisetzung teil.

In einem vom Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Perisset, verlesenen Kondolenzschreiben würdigte Papst Benedikt XVI. den Verstorbenen als Bischof, der "den Menschen stets ein Vorbild war, wenn es darum ging, den Glauben im Alltag zu leben". Er habe sich stets für die Überwindung von Grenzen und die Einheit der Christen eingesetzt. Der frühere Magdeburger Bischof Leo Nowak würdigte in der Predigt den Verstorbenen als Brückenbauer nach Polen und in der Ökumene. "Mit einem heiteren Gemüt beschenkt und von einem ansteckenden Optimismus erfüllt, wusste er sich in der Gnade Gottes", so Nowak. "Die Gnade Gottes kannte für ihn buchstäblich keine Grenzen." Getreu seinem Wahlspruch "In gratia cantantes deo - Ihr seid in Gnade, darum singet Gott» habe Müller stets ein Lied auf den Lippen gehabt. Der Verstorbene habe sich durch einen "ansteckenden Optimismus" ausgezeichnet und sei ein zutiefst katholischer Mensch gewesen. "Darum konnte er so fröhlich sein."

Verdienste nach Wiedervereinigung

Der heutige Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt erinnerte daran, dass Müller in der Katechetenausbildung zahlreiche Männer geistlich geprägt habe. Als Ordinariatsrat im Seelsorgeamt habe er viele neue Impulse gegeben und breitwillig auch andere Aufgaben übernommen. "Er hatte deswegen auch den Spitznamen Mehrzweck-Müller", sagte Ipolt.

Für die Deutsche Bischofskonferenz erinnerte deren stellvertretender Vorsitzender, der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle, an die Verdienste Müllers beim Zusammenwachsen der katholischen Kirche in Ost- und Westdeutschland. Müller sei im Ständigen Rat der Bischöfe stets ein Fürsprecher der ostdeutschen Diaspora gewesen. ´"Wir verneigen uns vor einer Persönlichkeit des ostdeutschen Katholizismus, die die entbehrungsreiche Zeit der DDR ebenso durchlebt hat wie sie an der deutschen Einheit innerhalb der katholischen Kirche mitgewirkt hat." Der Bischof der polnischen Nachbardiözese Liegnitz (Legnica), Stefan Cichy, würdigte Müllers Einsatz für die Versöhnung zwischen Deutschen und Polen. Müller sei ein "fröhlicher Mensch, ein guter Nachbar und sehr guter Freund" gewesen.

(KNA)

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