Papst em. Benedikt XVI.
Papst em. Benedikt XVI.
Die drei orthodoxen Rabbiner Jehoschua Ahrens, Yehuda Pushkin und Arie Folger waren beim emeritierten Papst
Die drei orthodoxen Rabbiner Jehoschua Ahrens, Yehuda Pushkin und Arie Folger waren beim emeritierten Papst

18.01.2019

Orthodoxe Rabbiner bei Benedikt XVI. Streit beigelegt

Eine Delegation der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschlands hat sich mit dem emeritierten Papst Benedikt XVI. getroffen. Missverständnisse zwischen beiden Seiten seien inzwischen ausgeräumt, sagte der Stuttgarter Rabbiner Yehuda Pushkin.

Dem vatikanischen Internetportal "Vatican News" sagte Yehuda Pushkin, ein weiteres Gespräch habe es mit Kurienkardinal Kurt Koch gegeben, der im Vatikan für die Beziehungen zum Judentum zuständig ist. Die Begegnung mit Benedikt XVI. fand bereits Mittwoch statt.

Kritische Reaktionen nach einem Aufsatz von Benedikt XVI.

Nach einem Aufsatz des emeritierten Papstes über das Verhältnis von Christen und Juden im Juli 2018 hatte es zahlreiche, auch kritische Reaktionen gegeben. Es habe sich die Frage gestellt, ob Benedikt XVI. damit hinter die Konzilserklärung "Nostra aetate" über das Verhältnis der katholischen Kirche zum Judentum zurückgehe, sagte Pushkin. Nach dem Gespräch sei er "auf jeden Fall beruhigt". Die Rabbiner könnten "dieses Beruhigungsgefühl in der jüdischen Welt Deutschlands weiter mitteilen", so Pushkin.

Der Darmstädter Rabbiner Jehoschua Ahrens sagte, auch die Kontroverse um Benedikt XVI. zeige, "dass es konstruktiv weitergeht, dass so etwas keine Dellen hinterlässt". Höhen und Tiefen im katholisch-jüdischen Dialog seien "ganz normal". Heute seien die Beziehungen so gut wie nie zuvor.

Dialog mit Katholiken über Landverheißung an die Juden

Das Treffen der orthodoxen Rabbiner mit dem emeritierten Papst folgte auf eine publizistische Debatte zu dem Aufsatz Benedikts XVI. Der orthodoxe Wiener Oberrabbiner Arie Folger sagte "Vatican News", man könne sich einen Dialog mit den Katholiken über den Punkt der Landverheißung an die Juden vorstellen; darüber habe er den emeritierten Papst informiert.

"Natürlich wünscht sich Benedikt einen größeren, stärkeren tieferen Dialog, und wir ziehen da zurück, aber wir haben etwas gefunden, wo wir Fortschritte machen können", sagte Folger im Gespräch mit "Vatican News".

Folger besuchte nun den emeritierten Papst Benedikt zusammen mit dem Stuttgarter Rabbiner Yehuda Pushkin und dem Darmstädter Rabbiner Jehoschua Ahrens. Letztere beiden gehören der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschlands (ORD) an; Arie Folger ist Mitglied des Ständigen Ausschusses der Konferenz Europäischer Rabbiner und war, bis zu seinem Umzug nach Wien, ebenfalls Mitglied der ORD.

(KNA, VN)

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