30.06.2016

Bayern geben Ständchen für Benedikt XVI. im Vatikan Benedikt XVI. sang mit

Ein Ständchen für den emeritierten Papst Benedikt XVI. hat eine Delegation aus Bayern am Mittwochabend in den vatikanischen Gärten gegeben. Der 89-Jährige stand für die Bayernhymne extra auf und sang persönlich mit.

Anlass für den Besuch der mehr als 100 Gratulanten aus Bayern war das 65. Jubiläum der Priesterweihe des emeritierten Papstes. Die Gruppe überbrachte neben Geschenken aus der Heimat - wie bayrisches Bier oder Latschenkiefer - auch Grüße vom älteren Bruder Benedikts XVI., Georg Ratzinger, der in Bayern geblieben war.

Benedikt über sein Deutschland

Sein Herz schlage immer noch für seine Heimat, sagte der emeritierte Papst sichtlich gerührt vor dem Eingang des ehemaligen Klosters "Mater Ecclesiae", in dem er seit seinem Amtsverzicht 2013 ein zurückgezogenes Leben führt. Er wünsche sich sehr, dass Deutschland weiter vorwärtsgehen könne und ein Land bleibe, in dem es "schön ist, Mensch zu sein und zu leben", so der in Marktl am Inn Geborene weiter, der 2005 zum Papst gewählt worden war.

Spontane Ansprache

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat an seine deutschen Landsleute appelliert, sich ihre christlichen Wurzeln zu bewahren. "In all den Fragen und Problemen, die über uns hereinstürzen, werden wir doch aus diesen großen Wertrichtungen die Kraft schöpfen, weiterzugehen, weiterzuleben und weiter ein Land zu sein, in dem es schön ist, Mensch zu sein", sagte der 89-Jährige bei einem informellen Empfang einer bayerischen Delegation am Mittwochabend im Vatikan.

In seiner spontanen Ansprache verwies Benedikt XVI. auf Unsicherheiten der gegenwärtigen Zeit und betonte den Wert des Glaubens. Er freue sich, "dass die christlichen Wurzeln lebendig sind und aus diesem Geist heraus unser Land weiter lebt", sagte der emeritierte Papst. So könne es "Zukunft schaffen und öffnen".

Angereist waren neben dem Landrat für den Landkreis Traunstein, Siegfried Walch, und weiteren bayerischen Politikern und den Musikgruppen auch einige Schuhplattlertänzer, die für Benedikt XVI. eine kurze Tanzeinlage lieferten. Rund eine Stunde dauerte die Begegnung.

Mit dem Bruder geweiht

Der Dogmatiker Joseph Ratzinger, von 1977 bis 1982 Münchner Erzbischof und dann bis 2005 Kardinal-Präfekt der Römischen Glaubenskongregation, wurde am 29. Juni 1951 gemeinsam mit seinem älteren Bruder Georg zum Priester der Erzdiözese München und Freising geweiht.

 

 

 

(KNA)

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