26.04.2013

Franziskus und Benedikt XVI. sind demnächst Nachbarn Rückkehr nach dem Rücktritt

Acht Wochen nach seinem Rücktritt wird Benedikt XVI. in der kommenden Woche in den Vatikan zurückkehren. Die Renovierungsarbeiten am Kloster "Mater Ecclesiae" sind soweit abgeschlossen, dass der emeritierte Papst seine provisorische Bleibe in Castel Candolfo verlassen kann.

Gerade 100 Meter von seinem Nachfolger Franziskus entfernt wohnt er dann mit seinem Haushalt in den vatikanischen Gärten - zurückgezogen zu Gebet, Meditation und Studium und für die Öffentlichkeit unsichtbar, wie er in seinen letzten bewegenden Amtstagen versicherte.

Mit Benedikt XVI. zieht sein früherer Haushalt in das ehemalige vatikanische Gärtnerhaus um - einen 400 Quadratmeter großen Zweckbau mit Kapelle und Bibliothek, in dem zwischen 1994 und 2012 Ordensfrauen lebten und für die Kirche beteten. Zur Hausgemeinschaft gehören auch künftig die vier Damen der geistlichen Gemeinschaft "Memores Domini", die Schönstatt-Schwester Birgit Wansing, die ihm seit seiner Zeit in der Glaubenskongregation die Schreibarbeiten erledigte, und (zunächst) sein langjähriger Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein. Vermutlich dürfte der jedoch demnächst in die Dienstwohnung des Präfekten des Päpstlichen Hauses innerhalb des Apostolischen Palastes umziehen - sobald sein Vorgänger, Kardinal James Michael Harvey, seine neuen Räume bei der römischen Basilika Paul vor den Mauern beziehen kann.

Benedikt als Ratgeber?

Wie Benedikt XVI. künftig im Vatikan präsent ist, muss sich zeigen. Unklar ist, ob Franziskus, der seinen Vorgänger in Castel Gandolfo mehrfach angerufen und ihn auch besucht hat, gelegentlich dessen Rat in Anspruch nimmt. Der 86-Jährige habe sich nach zwei Monaten Ruhe und ohne den Druck der Amtsverpflichtungen etwas erholt, berichten Augenzeugen. Es gehe ihm trotz altersbedingter Probleme besser als noch beim Treffen mit Franziskus am 23. März - was Spekulationen widerlegt, die aus den jüngsten Geburtstagswünschen von Franziskus für "Stärkung und Trost" auf ernste gesundheitliche Probleme des Vorgängers geschlossen hatten.

Dass Franziskus durchaus Vorarbeiten seines Vorgängers nutzen will, deutete Vatikansprecher Federico Lombardi mit dem Hinweis an, der neue Papst werde möglicherweise noch in diesem Jahr seine erste Enzyklika herausgeben. Benedikt XVI. hatte zum derzeitigen "Jahr des Glaubens" eine Enzyklika über den Glauben vorbereitet, die Franziskus möglicherweise aufgreifen, umarbeiten und als sein erstes Lehrschreiben veröffentlichen will. Vielleicht bleibt es aber auch bei der anfänglichen Idee, der erste Papst aus Lateinamerika werde sein erstes programmatisches Schreiben sozialen Fragen widmen.

Unterdessen will Franziskus weiter im Gästehaus Santa Marta wohnen, teilte Lombardi mit. Ob dies eine Dauerlösung sei, sei noch nicht klar. In seiner Suite 201 empfängt das Kirchenoberhaupt Mitarbeiter zu Arbeitsgesprächen. Offizielle Besucher begrüßt er dagegen in den Repräsentationsräumen des Apostolischen Palastes - etwa am kommenden Dienstag Israels Staatspräsidenten Schimon Peres. Dieser dürfte ihn dabei, wie viele andere Audienzgäste auch, zu einem Besuch in seinem Land einladen.

Israelbesuch geplant

Dass der Papst die Einladung ins Heilige Land annimmt, gilt als sehr wahrscheinlich. Vielleicht besucht er die Region schon 2014, 50 Jahre nach der ersten Papstreise der Neuzeit durch Paul VI., der in Jerusalem mit seinem Treffen mit Patriarch Athenagoras den kirchlichen Ost-West-Dialog einleitete.

Allerdings dürfte Franziskus mit seinen 76 Jahren vermutlich weniger reisen, als man zunächst erhofft hatte. Als sicher gilt für dieses Jahr bislang nur sein Besuch beim Weltjugendtag Ende Juli in Rio de Janeiro. Sehr wahrscheinlich ist eine Reise für 2013 nach Assisi.

Nicht bestätigen wollte Lombardi Spekulationen um eine Visite im Dezember in der Heimat des Papstes; dort sagte die argentinische Presse den Termin sogar bereits ab. Und da die vatikanischen Reiseplaner derzeit keine weiteren Projekte in Arbeit haben, ist auch ein Blitzbesuch beim Eucharistischen Kongress in Köln, wie ihn sich Kardinal Joachim Meisner wünscht, wenig wahrscheinlich.

 

Johannes Schidelko
(KNA)

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