Der Papst und Napolitano 2012 in Castelgandolfo
Der Papst und Napolitano 2012 in Castelgandolfo

23.02.2013

Papst empfängt Napolitano im Vatikan Die letzte politische Audienz

Papst Benedikt XVI. hat am Samstag in seiner letzten politischen Audienz den italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano empfangen. Derweil warnt Vatikansprecher Federico Lombardi vor zu großem Druck auf das bevorstehende Konklave.

Einige Medien versuchten derzeit, durch Diffamierungen und Fehlinformationen von der Überraschung nach der Rücktrittsankündigung des Papstes zu profitieren, so Lombardi  in seinem Wochenkommentar in Radio Vatikan am Samstag (23.02.2013). Sie wollten Verwirrung in die Kirche bringen, ihre Leistung diskreditieren und die unklare Situation für eigene Zwecke nutzbar zu machen.

Für die Kirche sei die Situation mit dem Rücktritt eines Papstes vollkommen neu, betonte Lombardi weiter. Zwar fehle diesmal der Schmerz über den Tod eines Papstes, aber andere Prüfungen blieben nicht erspart. So würden Druck und unangemessene Überlegungen forciert, die dem Geist des Konklaves und der Papstwahl nicht entsprächen, so Lombardi.

Angriffe auf früheren Kardinal von Los Angeles

Der Sprecher spielte damit auf Kampagnen gegen die Teilnahme des früheren Kardinals von Los Angeles, Roger Mahoney, an, der Fehlleistung beim Umgang mit Missbrauchsfällen eingeräumt hatte.  Ähnliche Stimmen waren auch in Belgien gegen den Alterzbischof von Brüssel, Godfried Danneels, laut geworden.

Dagegen hatten vatikanische Rechtsexperten deutlich gemacht, dass das Kirchenrecht ausdrücklich die Freiheit der Papstwähler gegen "alle möglichen Einmischungen, Widerstände und Wünsche" von außen schütze, so Lombardi.

Papst trifft Napolitano

Kurz vor Samstagmittag kam Staatsoberhaupt Napolitano in Begleitung seiner Gattin Clio in den Apostolischen Palast zu einem Abschiedsbesuch. Die Beziehung des 85-jährigen Papstes und des zwei Jahre älteren Präsidenten war von Respekt und gegenseitiger Wertschätzung bestimmt. Regelmäßig waren das Kirchenoberhaupt und der ehemals kommunistische Präsident zum Meinungsaustausch zusammengetroffen.

Zuvor hatte Benedikt XVI. den Mitarbeitern der römischen Kurie für ihren Dienst und ihre Unterstützung gedankt. Acht Jahre lang hätten sie ihn "mit großer Kompetenz, Zuneigung, Liebe und Glauben" dabei unterstützt, die Bürde des Petrusamtes zu tragen, sagte er zum Abschluss der einwöchigen Fastenexerzitien im Vatikan. Auch wenn dieser Dienst und diese äußere Gemeinschaft für ihn nun zu Ende gehe, blieben bei ihm Dankbarkeit und geistige Verbundenheit, und vor allem die Gemeinschaft im Gebet, betonte Benedikt XVI.

(KNA, dr)

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