31.12.2012

2012: Jahr mit Großereignissen und einem Prozess Kuba, Libanon und Vatileaks

Für die Justiz des Vatikanstaates war 2012 ein außergewöhnliches Jahr: Der "Vatileaks"-Prozess bot monatelang Phantasiestoff - und ließ andere Vatikan-Vorgänge in den Hintergrund treten.

Schließlich erkannte das mit italienischen Topjuristen besetzte Vatikangericht im untreuen Butler einen Einzeltäter mit verqueren Ideen. Er wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt, kurz vor Weihnachten aber begnadigt. Der Papst selbst überbrachte ihm die frohe Botschaft bei einem Besuch in der Haftzelle.

Vier Monate lang hatten Vatikan-Gendarmen und eigens vom Papst ernannte Kardinal-Kommissare nach dem "Maulwurf" im Vatikan gesucht. Ab Januar waren in italienischen Medien vertrauliche Papstdokumente aufgetaucht: Etwa die Beschwerdebriefe des Vize-Chefs vom Vatikan-Governatorat, der nach Kritik an seinem Sparkurs als Botschafter nach Washington versetzt worden war. Im Mai veröffentlichte der Enthüllungsjournalist Gianluigi Nuzzi ein Buch mit Hunderten Geheimdokumenten aus dem Papst- Appartement. Damit war Gabriele überführt und wurde wenige Tage später verhaftet.

Der Prozess war Anfang Oktober binnen einer Woche nach vier Sitzungen abgeschlossen. Auch ein vatikanischer Informatiker wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt - wegen Irreführung der Justiz. Dennoch blieben Fragen zu "Vatileaks" offen. Und mehrere in den Medien zu Unrecht Verdächtigte warten weiter auf eine Wiedergutmachung, zumindest auf eine Entschuldigung.

Reise nach Mexiko und Kuba

Die ärgerliche "Vatileaks"-Affäre ließ andere Vatikan-Vorgänge 2012 in den Hintergrund treten. Ende März unternahm Benedikt XVI. eine der spektakulärsten Reisen seines Pontifikat: nach Mexiko und Kuba. Einmal mehr wurde deutlich, dass der vermeintlich unpolitische deutsche Papst keinesfalls zurückhaltender ist als sein polnischer Vorgänger Johannes Paul II. Mit deutlichen Worten mahnte er Menschenrechte und Freiheiten an, auch für die Religion. "Kuba und die Welt brauchen Veränderungen", so sein Monitum.

Überraschend positiv war im Herbst auch die Resonanz auf die Libanonreise. Die ursprünglich geplante Etappe in Damaskus musste aufgrund der Eskalation im Nachbarland Syrien ausfallen. Benedikt XVI. veröffentlichte in Beirut das Schlussdokument der Nahostsynode von 2010. Mit ausgefeilten Reden und diplomatischem Geschick gelang es ihm, den Christen der Region weltkirchliche Rückenstärkung zu geben, und sie den Muslimen als loyale und kooperationsbereite Mitbürger zu präsentieren.

Ebenfalls im Herbst jährte sich zum 50. Mal die Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65). Benedikt XVI. berief rund um dieses Jubiläum eine Weltbischofssynode zum Thema Neuevangelisierung ein. Und am Gedenktag selbst, am 11. Oktober, eröffnete er das "Jahr des Glaubens", das den Elan des Konzilsgedenkens für die neuen Aufgaben der Kirche nutzen will.

Personalveränderungen

Zweimal berief Benedikt XVI. 2012 ein Konsistorium ein. Im Februar erhielten vor allem Kurienvertreter (und vor allem Italiener) den Kardinalspurpur. Aber auch der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki und der verdiente Jesuiten-Theologe Karl Josef Becker kamen in den Kirchen-Senat. Zum Konsistorium vom November gehörten keine Europäer, dafür Kirchenmänner aus Afrika, Asien und Lateinamerika.

Personalveränderungen gab es auch an der Kurie. Der frühere Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller wurde Präfekt der Glaubenskongregation. Damit leitet wieder ein Deutscher - ein Theologe von Weltruf - ein hohes Kurienamt. Und am 6. Januar weiht Benedikt XVI. seinen Privatsekretär Georg Gänswein zum Bischof - der auch Präfekt des Päpstlichen Hauses wird. Offen sind unterdessen die Einigungsbemühungen mit den traditionalistischen Piusbrüdern. Die Antwort der "Priesterbruderschaft Sankt Pius X." nach dem jüngsten Expertendialog steht noch aus.

Und auch 2012 führte der Theologe auf dem Papstthron sein Amt als Lehrer der Kirche fort. Neben vielen großen Reden legte Benedikt XVI. Anfang Dezember den dritten Band seines Jesus-Buches vor. Als nächstes großes Werk erwarten Beobachter demnächst eine Enzyklika - zum Thema "Glauben".

Johannes Schidelko
(KNA)

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