14.12.2012

Papstbotschaft zum Weltfriedenstag Gegen ungezügelten Kapitalismus

Am 1. Januar begeht die katholische Kirche den Weltfriedenstag, in diesem Jahr unter dem biblischen Motto "Selig, die Frieden stiften". Seine Botschaft zum dem Tag hat Papst Benedikt XVI. bereits jetzt veröffentlicht.

Papst Benedikt XVI. warnt darin vor einem ungezügelten Kapitalismus als Gefahr für den Weltfrieden. Es sei "alarmierend", dass die wachsende Ungleichheit zwischen Armen und Reichen und ein "ungeregelter Finanzkapitalismus" zu Spannungen und Konfliktherden führten, heißt in seiner am Freitag veröffentlichten Botschaft zum Weltfriedenstag.

Die Finanzmärkte müssten stärker kontrolliert werden, um den Ärmsten der Welt nicht noch mehr Schaden zuzufügen, so der Papst. Ein dauerhafter Frieden erfordere eine wirtschaftliche Entwicklung, die dem "Prinzip der Unentgeltlichkeit als Ausdruck der Brüderlichkeit und der Logik der Hingabe" Rechnung trage. Die Ethik des Friedens sei eine "Ethik der Gemeinschaft und des Teilens".

Für einen stärkeren Schutz der Ehe

In seiner Botschaft mahnt der Papst zugleich für alle Menschen das Recht auf Arbeit an. Das Ziel, allen Zugang zu Arbeit zu verschaffen und für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu sorgen, müsse weiterhin oberste Priorität haben, so Benedikt XVI. Besorgt äußert er sich auch über die Nahrungsmittelkrise. Diese sei noch "weit schwerwiegender" als die Finanzkrise. Ihre Ursachen seien auch ein "verantwortungsloses Verhalten einiger Wirtschaftunternehmer" sowie eine unzureichende Kontrolle durch die Regierungen und die internationale Gemeinschaft.

Der Papst wendet sich zudem gegen eine rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und fordert einen stärkeren Schutz der Ehe. Als Gemeinschaft zwischen Mann und Frau dürfe die Ehe vor dem Gesetz nicht auf eine Ebene gestellt werden mit "radikal anderen Formen der Verbindung, die in Wirklichkeit die Ehe beschädigen und zu ihrer Destabilisierung beitragen", so Benedikt XVI. Der besondere Charakter und die unersetzliche Rolle der Ehe würden durch gleichgeschlechtliche Gemeinschaften "verdunkelt". Benedikt XVI. hob hervor, dass diese Grundsätze "in die menschliche Natur selbst eingeschrieben, mit der Vernunft erkennbar und so der gesamten Menschheit gemeinsam" seien. Es handele sich nicht um Glaubenswahrheiten, die nur für Katholiken Gültigkeit hätten.

(KNA, dr)

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