20.07.2011

Wer dem Papst beim Deutschlandbesuch die Hand schütteln will Geweckte Begehrlichkeiten

Über 200.000 Menschen werden mit Papst Benedikt XVI. bei seinem Deutschlandbesuch Gottesdienst feiern, Hunderttausende wollen ihn live am Straßenrand in Berlin, Erfurt und Freiburg erleben. Und dann gibt es noch Persönlichkeiten, die Benedikt XVI. unbedingt persönlich die Hand schütteln möchten.

Beispielsweise Altbundeskanzler Helmut Kohl, der zwar schon mal mit Joseph Ratzinger zusammengetroffen ist, aber noch nie ein Wort mit Papst Benedikt XVI. gewechselt hat. Der Wunsch nach einer Begegnung kam vom Papst: Der Altkanzler, der 1996 mit Johannes Paul II. durch das Brandenburger Tor schritt, wird dem deutschen Kirchenoberhaupt im September in Berlin erstmals begegnen.

Manchmal müssen heikle Protokollfragen beantwortet werden: Wem Benedikt XVI. beim Besuch von Bundespräsident, Bundestag oder Bundesverfassungsgericht die Hand schüttelt, das entscheiden der Heilige Stuhl und das Auswärtige Amt in Berlin. Wer die Grundsatzrede des Kirchenoberhaupts im Freiburger Konzerthaus live erleben darf, das ist Sache des Erzbistums Freiburg und der Bischofskonferenz. "Wir wollen ganz normale engagierte Katholiken einladen, aber auch Experten aus dem Bereich von Ehrenamt und Sozialpolitik", sagt Pressesprecher Matthias Kopp. Und welche jeweils 30 Personen bei den großen Papstgottesdiensten vom Kirchenoberhaupt persönlich die Kommunion empfangen, darüber entscheiden die gastgebenden Bistümer.

Interesse aus der Werbebranche
Doch Wünsche nach persönlicher Begegnung sind nicht alles: Manche Bundesbürger sehen in der Papstvisite eine Chance, um auf sich oder ihre Produkte aufmerksam zu machen. Pressesprecher Kopp ist amüsiert darüber, wer was mit dem Papst, seinem Foto, seinem Wappen oder seinem Segen im Schilde führt. Einen dicken Aktenordner mit Anfragen holt er aus dem Regal. Da ist der Bäcker, der ein Brot mit den Gesichtszügen des Heiligen Vaters backen möchte. Da sind die Amateurfunker aus dem Eichsfeld, die aus Anlass der Visite in Erfurt und Etzelsbach ein "Funkdiplom" mit dem Porträt des Kirchenoberhaupts an besonders verdiente Funker verleihen wollen. Und da gibt es Leute, die mit päpstlichem Mineralwasser oder süßem Papst-Senf ein Geschäft wittern.

Kopp kann auch von einem Brillenproduzenten aus Bayern berichten, der in Zeitungsanzeigen schon damit geworben hat, dass er dem Heiligen Vater zu einer sitzfesten "Non-Plus-Ultra"-Brille verhelfen wird - schließlich ist dem Papst die Sehhilfe im vergangenen Jahr während einer Generalaudienz schon mal von der Nase gerutscht und auf den Boden gefallen. Im Aktenordner von Kopp finden sich mehrere Fotos des Papstes, auf denen der gewiefte bayerische Unternehmer mit Filzstift eingezeichnet hat, warum die päpstliche Sehhilfe damals nicht recht zum päpstlichen Kopf passte. Leider trifft die angeblich für den Papst entwickelte "randlose, extrem leichte Titanbrille" bei der Bischofskonferenz nicht auf Gegenliebe.

Trinkbecher, Regenschirme, Baseballkappen
Juristisch schwieriges Terrain sind für die Bischofskonferenz die Rechte am Gebrauch von päpstlichen Fotos und des Namens "Benedikt XVI." für Kerzen, T-Shirts oder Tassen. Das offizielle Logo der Papstreise und sein Motto "Wo Gott ist, da ist Zukunft" sind gesetzlich geschützt, genau wie das päpstliche Wappen. Die offiziellen Fan-Artikel des Heiligen Vaters - neben Kerzen und Rosenkränzen auch Trinkbecher, Regenschirme, Baseballkappen, Kühlschrankmagneten und Einkaufstaschen - werden von einer eigens beauftragten Firma hergestellt. "Wir halten uns nicht raus, wenn Bild- oder Namensrechte des Papstes verletzt werden", sagt Kopp. Einschreiten würde die Kirche natürlich auch bei Artikeln, die Glaubensinhalte angreifen oder Gläubige verletzen.

Das Interesse an der Herstellung solcher Produkte ist groß: Manchmal erlaubt sich der Pressesprecher dann auch einen kleinen Hinweis an die Antragsteller. So manches Unternehmen, das mit dem Papst werben will, buchstabiere den "Pabst" mit "b", berichtet er und schüttelt den Kopf. Beim ersten offiziellen Deutschlandbesuch des deutschen Papstes solle doch wenigstens die Rechtschreibung stimmen.

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