16.01.2008

Generalaudienz: Papst Benedikt XVI. vermeidet, den Konflikt um die abgesagte Universitätsrede weiter zu schüren Augustinus statt Sapienza

Er ist der Lieblings-Kirchenvater von Benedikt XVI.: Über den heiligen Augustinus hat schon der junge Joseph Ratzinger seine Doktorarbeit geschrieben. Auch an diesem Mittwoch bei seiner Generalaudienz im Vatikan ging der Papst auf Augustinus ein – genauer: auf die letzten Lebensjahre des Bischofs von Hippo. Auf den Eklat um seinen Vortrag an der Sapienza-Universität ging der Papst bei seiner Generalaudienz am Mittwoch nicht direkt ein.

Aber er wurde von den Teilnehmern mit besonderem Applaus begrüßt. Unter ihnen waren in der ersten Reihe 150 Studenten der Sapienza-Universität, die ihm einen "Gegenbesuch" machten, weil er ja nicht zu ihnen kommen könne. Benedikt XVI. bedankte sich für die Sympathie: "Andiamo avanti - gehen wir gemeinsam weiter."Der Papst im Wortlaut: "Im Jahr 426, vier Jahre vor seinem Tode, bestimmte er in einer Versammlung der Gläubigen seinen Nachfolger, den Priester Eraclius. Er selbst wollte sich in den ihm verbleibenden Jahren vermehrt dem Studium der Heiligen Schrift widmen. So folgten in der Tat vier Jahre einer außergewöhnlichen intellektuellen Tätigkeit, die die Vollendung wie Inangriffnahme bedeutender Werke sah, ebenso öffentliche Diskussionen mit Häretikern und Bemühungen um die Förderung des Friedens in den afrikanischen Provinzen.""Diese Hoffnung auf Frieden wurde jedoch enttäuscht", so Benedikt: Die Vandalen eroberten Nordafrika, von der Straße von Gibraltar kommend, und belagerten schließlich im Jahr 430 die Stadt Hippo. "Trotz seines Alters war Augustinus an vorderster Front tätig und bestärkte die leidgeplagte Bevölkerung im Vertrauen auf den geheimnisvollen Plan der göttlichen Vorsehung. Er erinnerte daran, daß der Christ angesichts des Unheils nicht verzagen darf, sondern sich bemühen muß, der Not Abhilfe zu leisten. Hippo war Zufluchtsort vieler schutzsuchender Menschen, und Augustinus hatte die Bischöfe, die vor den Barbaren fliehen mußten, in sein Haus aufgenommen. Unter ihnen war auch Possidius, sein späterer Biograph, der uns ein direktes Zeugnis dieser letzten dramatischen Tage hinterlassen hat."Und dann: der Tod des Kirchenlehrers in der eingeschlossenen Stadt. "Im dritten Monat der Belagerung Hippos erkrankte Augustinus schwer. Im Bewusstsein, dass niemand "ohne eine angemessene und zutreffende Buße aus dem Leben scheiden kann", verbrachte er seine letzten Lebenstage in intensivem Gebet und ließ sich dazu die Bußpsalmen Davids an die Wand vor seinem Bett heften. Am 28. August 430 schließlich fand das Herz dieses großen Bischofs und Kirchenlehrers seine Ruhe in Gott."Das Beispiel des heiligen Augustinus wollte Papst Benedikt an diesem Mittwoch auch seinen Landsleuten besonders vor Augen führen. "Sein Einsatz bis zum Lebensende und sein Sterben führen uns nochmals die Größe des heiligen Augustinus vor Augen. Sein Beispiel und seine Lehre, stets lebendig in seinen Schriften, sind Licht und Stärkung auch für uns heute. Wie er wollen wir im Vertrauen auf Gottes helfende Gnade unseren Weg gehen. Der Herr segne und geleite euch alle."

Wort des Bischofs

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