Fair gehandelte Schoko-Nikoläuse
Fair gehandelte Schoko-Nikoläuse

05.12.2017

GEPA setzt auf faire Schoko-Nikoläuse Gerechter Konsum

"Die Werte, die der heilige Nikolaus vermittelt hat, sind auch im fairen Handel zu spüren", betont Barbara Schimmelpfennig vom Fairhandelshaus GEPA. Sie wirbt deshalb im DOMRADIO.DE-Interview für den Kauf fairer Schokoladen-Nikoläuse.

DOMRADIO.DE: Was genau kritisieren Sie denn an den "normalen" Supermarkt-Nikoläusen? 

Barbara Schimmelpfennig (Fairhandelshaus GEPA): Für uns als GEPA gehört "billig, billig" bei der Produktion nicht zu unserem Anspruch des fairen Handels. Denn der Sinn der Sache ist ja, dass die Bauern, die den Kakao anbauen, fair entlohnt werden, damit sie ein gutes Leben führen können und auch für ihre Kinder Chancen entwickeln können. Und das passt einfach nicht zu Billigangeboten. Wir haben ja auch hochwertige Rohstoffe, für die einfach angemessen bezahlt werden sollte.

DOMRADIO.DE: Sie sagen ja auch, der heilige Bischof Nikolaus von Myra hat viel mit fairem Handel gemein. Was denn genau?

Schimmelpfennig: Er ist ja bekannt als ein Symbol für Gerechtigkeit und Solidarität mit den Armen und sozial Benachteiligten. Und das ist auch genau das, was der faire Handel will: Sich quasi für Gerechtigkeit in Süd und Nord - und natürlich ganz besonders auch im Süden - einsetzen. Das macht die GEPA ja schon seit über 40 Jahren.

DOMRADIO.DE: Wie kommt man zur Gerechtigkeit und Solidarität?

Schimmelpfennig: Das Grundprinzip des fairen Handels ist, dass Kleinbauerngenossenschaften und Handwerksgruppen fair entlohnt, beraten, bei der Bioumstellung unterstützt werden. Damit wir dann einfach mit gutem Gefühl und natürlich mit einem sehr guten Geschmack Nikoläuse oder auch andere Schokoladenprodukte essen können.

DOMRADIO.DE: Wenn ich so einen Nikolaus von GEPA kaufe, was bedeutet das genau? Was steckt dahinter?

Schimmelpfennig: Wir bekommen die Kakaobohnen von den Genossenschaften - zum Beispiel in Sao Tomé - und wir zahlen denen Preise, die nicht nur über Weltmarktniveau liegen, sondern oft auch über allgemeinen Fair-Trade-Standards. Dadurch haben die Bauern Planungssicherheit. Bei Kakao gibt es auf dem Weltmarkt ganz starke Schwankungen. Wir übernehmen teilweise auch die Kosten für die Biozertifizierung. Bio ist auch ein ganz wichtiges Thema - Schutz für Mensch und Natur vor Ort, aber natürlich auch für uns hier.

DOMRADIO.DE: Das heißt, dass die ganze Lieferkette fair ist?

Schimmelpfennig:  Bei uns ist auch zentral, dass wir dann wirklich diese Bohnen durch einen mittelständischen Betrieb zu Kakaomasse verarbeiten lassen. Und dann werden in unserem Auftrag diese Nikoläuse produziert. Das ist eine Lieferkette, die sehr transparent ist und in der letztendlich klar ist, wer an jeder Stelle steht. 

 

 

DOMRADIO.DE: Das heißt auch, das Ganze ist auch fair hier bei uns in Unternehmen in Deutschland?

Schimmelpfennig: Ja, wir arbeiten mit mittelständischen Unternehmen zusammen, von denen wir natürlich auch wissen, dass sie einfach vernünftig mit ihren Mitarbeitern umgehen. Diese transparente Lieferkette ist wichtig. Gerade, weil diese Dinge oft bei anderen Lebensmitteln im globalen Weltmarkt gar nicht mehr nachzuvollziehen sind.

DOMRADIO.DE: Worauf achten Sie bei der Lieferkette?

Schimmelpfennig: Da ist es wichtig zu wissen: Wer steht dahinter? Was sind die Zwischenschritte? Das kann zum Beispiel auch Kinderarbeit verhindern, weil man einfach besser weiß, was an welcher Stelle passiert und wirklich sagen kann: Diese Kakaobohnen sind auch bei uns im Produkt enthalten.

DOMRADIO.DE: Hier in Deutschland kann man ja bei dem mittelständischen Unternehmen auch mal vorbeigehen, gucken und sich mit den Leuten unterhalten. Kontrollieren Sie denn auch die Plantagen, wo zum Beispiel die Kakaobohnen herkommen?

Schimmelpfennig: Wir handeln ja überwiegend nicht mit Plantagen, sondern mit Kleinbauern-Genossenschaften. Da sind wir in verschiedene Monitoring- und Zertifizierungs-Kontrollsysteme eingebunden, die es im fairen Handel gibt. Außerdem haben wir natürlich langjährige partnerschaftliche Beziehungen. Die Kolleginnen und Kollegen reisen vor Ort hin, gucken sich alles an, besprechen auch, wie man Dinge weiterentwickeln kann.

Man kann natürlich nie hundertprozentig alle Missstände ausschließen. Garantien gibt es auch im fairen Handel nicht. Aber diese transparente Lieferkette und die engen persönlichen Kontakte tragen dazu bei, dass, wenn mal was sein sollte, das frühzeitig auffällt und man dann auch einschreiten kann. 

DOMRADIO.DE: Anfangs haben wir ja schon gehört: Nikolaus und Weihnachtsmann sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Diese Unterscheidung ist Ihnen wichtig. Warum? 

Schimmelpfennig: Wir möchten wirklich auf die Werte aufmerksam machen, die der heilige Nikolaus vermittelt hat. Das haben wir jetzt auch in Zusammenarbeit mit MISEREOR nochmal betont. Gemeinsam werben wir für den "Echten Nikolaus". MISEREOR hat ein Plakat dazu entworfen mit dem Motto "Er ist zurück". Das soll bedeuten, dass der echte Nikolaus jetzt wieder im Bewusstsein ist und sich nicht verdrängen lässt durch den kommerziellen Weihnachtsmann, der letztendlich für Konsum pur steht. 

DOMRADIO.DE: Jetzt muss man auch sagen, dass fair gehandelte Produkte natürlich ein bisschen teurer sind - auch die Schoko-Nikoläuse. Viele Leute müssen jeden Euro umdrehen. Ist fairer Handel nur was für Besserverdienende?

Schimmelpfennig: Das erleben wir so nicht. Es gibt auch viele Studenten oder andere, die faire Produkte konsumieren. Da gibt es auch diverse Studien zu. Letztendlich ist es ja besser, man kauft einmal EIN gutes Produkt, bei dem man einfach den guten Hintergrund hat, als permanent die Billig-Schokotafeln.

Wir haben ja ganz verschiedene Varianten: Wir haben zum Beispiel zehn ganz kleine 12,5-Gramm Nikoläuse für 5,49 Euro. Damit kann man dann für wenig mehr als 50 Cent zehn Leute beschenken und hat trotzdem ein faires Produkt verschenkt. 

Das Interview führte Heike Sicconi.

 

(DR)

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