Nikolaus: Symbol für Gottes- und Nächstenliebe
Nikolaus: Symbol für Gottes- und Nächstenliebe

06.12.2015

Nach dem heiligen Bischof von Myra sind viele Familien benannt Nietzsche kommt von Nikolaus

Der 6. Dezember ist Nikolaustag - und einem sehr populärem Heiligen gewidmet. Wie sehr er verehrt wurde, zeigt sich auch in Nachnamen, die auf den Bischof zurückgehen. Wer Nietzsche, Claßen oder Nickel heißt, kann heute einen Extra-Glühwein trinken.

Unter den Heiligen der Adventszeit ist Nikolaus sicherlich der populärste. Im Mittelalter verbreitete sich die Verehrung des Bischofs von Myra, der in der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts in der heutigen Türkei wirkte und dessen Gedenktag am 6. Dezember gefeiert wird, rasant. Er wurde unter anderem als Schutzpatron der Kinder und Schüler, der Schiffer, Kaufleute und Diebe sowie als Helfer in der Not angerufen. Seit dem 16. Jahrhundert tritt die Figur des Nikolaus als Gabenbringer für die Kinder auf. Für diese Aufgabe wurden ihm auch oft unheimliche Begleiter wie Knecht Ruprecht, Pelznickel oder Krampus zur Seite gestellt.

Wie beliebt der Bischof von Myra war, zeigt sich auch darin, dass Tausende Kirchen nach ihm benannt wurden. Zugleich entwickelte sich der Vorname "Nikolaus" zu einem der häufigsten männlichen Rufnamen des Mittelalters. "In manchen Städten hießen zeitweise bis zu einem Viertel aller Männer Nikolaus", weiß die Mainzer Germanistin und Namensforscherin Rita Heuser. Und da sich aus Vornamen im Spätmittelalter auch Nachnamen entwickelten, ist "im deutschen Sprachgebiet Nikolaus wohl derjenige, der die meisten Familiennamen hervorgebracht hat", so die Wissenschaftlerin, die derzeit mit anderen ein digitales Lexikon der deutschen Familiennamen aufbaut.

1.000 verschiedene Familiennamen führen auf Nikolaus zurück

Rund 1.000 unterschiedliche Familiennamen lassen sich laut Heuser auf Nikolaus zurückführen. Darunter sind Nickel, Ni(e)tzsche, Klaus, Klaas, oder Klose. Fast 300.000 Familien tragen in Deutschland einen sicher auf Nikolaus zurückgehenden Familiennamen. Häufungen gibt es in Schleswig-Holstein - hier vor allem in der Form Clausen/Claußen -, in Ostfriesland und im Rheinland (besonders Clasen, Klassen und Ähnliche) sowie in Ostmitteldeutschland (hier vor allem Nit(z)sch(e), weniger dicht jedoch in Bayern und Baden-Württemberg sowie in Nordostdeutschland.

Deutlich weniger verbreitet ist der Familienname Rupprecht, der aus dem Vornamen Rupert/Ruppert oder - in Norddeutschland Robert - hervorgegangen ist. Für Rupprecht haben die Mainzer Namensforscher in der Bundesrepublik rund 8.500 Namenträger ausgemacht, für den Namen Ruprecht 2.016 und für die zusammengezogene Form Ruppert 10.794.

Ruppert findet sich hauptsächlich in Mitteldeutschland; Rupprecht dominiert im nördlichen Bayern und in der Oberpfalz. Im bayrischen Raum ist er aufgrund der Verehrung des heiligen Rupert, des Apostels Bayerns und ersten Bischofs von Salzburg im Mittelalter ein beliebter Vorname.

Verkunft des Namens Ruprecht nicht geklärt

Warum der Diener des Nikolaus den Namen Rupprecht hat, ist noch nicht eindeutig geklärt. Meist geht man davon aus, dass sich dahinter der Rufname Rupprecht (althochdeutsch hruod "Ruhm" und beraht "glänzend") verbirgt. Es gibt es allerdings auch die Vermutung, dass der Name auf ruhperht - rauhe Percht - zurückgeht. Die Perchten sind unheimliche Gestalten, die in den Sagen des Alpenlandes in den Winternächten ihr Unwesen treiben.

Knecht Rupprecht jedenfalls hat eine eindeutige Rolle: Während Nikolaus das Gute verkörpert, ist er als Kinderschreck für das Böse zuständig. So richtig durchgesetzt hat sich diese Bezeichnung erst im 16. Jahrhundert im Zuge der katholischen Gegenreformation. Im Mittelalter wurde die Figur meist Belznickel, Beelzebub oder einfach nur Teufel genannt.

Christoph Arens
(KNA)

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