Wie ausgezeichnete Integrationsarbeit aussieht
Hilfe und Unterstützung für andere

06.01.2021

Schwerpunkte von Adveniat, Caritas International, Renovabis und Bonifatuswerk Hilfswerke 2021

Auch im neuen Jahr steht die ganze Welt vor Herausforderungen - und zwar nicht nur der Corona-Pandemie. Hier setzen die christlichen Hilfswerke an. Welche Schwerpunkte planen sie in diesem Jahr?

Renovabis 2021: Brücken bauen zwischen Ost und West

"Du erneuerst das Angesicht der Erde. Ost und West in gemeinsamer Verantwortung für die Schöpfung" lautet das Leitwort für die diesjährige Renovabis-Kampagne im Mai. Es ist zugleich das Renovabis-Jahresthema. "Wir wollen Menschen für den Reichtum unserer Schöpfung sensibilisieren und zugleich für ökologisch verantwortliches Handeln motivieren - ganz im Sinne der Enzyklika 'Laudato si' von Papst Franziskus", sagt Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pfarrer Christian Hartl.

Zugleich wolle Renovabis aufzeigen, vor welch großen Herausforderungen die Menschen im Osten Europas nach Jahrzehnten erst kommunistischer Planwirtschaft und dann kapitalistischer Marktwirtschaft beim Umwelt- und Klimaschutz stehen, so Hartl weiter. Hier werde Renovabis um Solidarität bitten und darüber auch das gemeinsame Gebet mit den Menschen im Osten nicht vergessen, wo es eine reiche Tradition der Schöpfungsspiritualität zu entdecken gilt.

Außerdem will die Solidaritätsaktion helfen, auch bei anderen kritischen Themen Brücken zwischen Ost und West zu schlagen - so beim Dialog mit den östlichen Partnern über den Synodalen Weg und in Fragen der Ökumene.

Die derzeitigen Pläne sehen, je nach Maßgabe der dann geltenden Regeln der Pandemie, einen Schwerpunkt im Erzbistum Bamberg vor: Eröffnet wird die Pfingstaktion am 9. Mai durch Erzbischof Ludwig Schick in einem Gottesdienst, der vom ZDF übertragen werden soll. Den Abschluss der Aktion bildet wie gewohnt der Pfingstgottesdienst am 23. Mai, diesmal in der Pfarrkirche Allerheiligen in Nürnberg.

In der Kampagnenzeit berichten Projektpartnerinnen und Projektpartner aus Osteuropa in Schulen und Pfarreien über ihre Arbeit, je nach Infektionsgeschehen werden Hybrid- und Onlineformate geplant. Im Rahmen der Pfingstaktion findet auch eine Karikaturenausstellung statt, in der Künstlerinnen und Künstler aus Ost und West ihre Sichtweisen auf die Thematik darstellen. Am Pfingstsonntag ist die Kollekte in allen katholischen Gottesdiensten in Deutschland für die Arbeit von Renovabis bestimmt.

In der zweiten Jahreshälfte setzt die Solidaritätsaktion mit ihrem Jubiläumskongress einen weiteren Akzent: Am 15. und 16. September findet der 25. Internationale Kongress Renovabis zum Thema "Ökumene in Ost und West" in der Katholischen Akademie in Berlin statt. Nachdem die Tagung im Jahr 2020 ausschließlich digital stattfinden konnte, wird der Kongress 2021 erstmals als Hybrid-Veranstaltung geplant.

Schließlich ist vorgesehen, Veranstaltungen in unterschiedlichen Formaten als "side events" zum Synodalen Weg anzubieten: Viele Katholiken in Osteuropa sehen mit Unbehagen auf den Gesprächsprozess in Deutschland, so mancher vermutet eine "zweite Reformation". Renovabis will sich für Dialog einsetzen, um gegenseitiges Verständnis für die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen zu fördern, so Hauptgeschäftsführer Hartl.

Bonifatiuswerk 2021: Solidarität in herausfordernden Zeiten

"In diesen herausfordernden Zeiten wollen wir für unsere Projektpartner da sein, ihnen solidarisch zur Seite stehen und die notwendige Hilfe geben, damit Pastoral unter veränderten Bedingungen - auch in ökumenischer Verbundenheit - gelingen kann", betont der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen.

Wie das aussehen kann zeigt das bundesweit ausgerichtete Förderprogramm "Räume des Glaubens eröffnen". Dabei werden neue und innovative missionarische Projekte gesucht, gefördert und miteinander vernetzt. Viele der bereits aufgespürten Projekte zeigen, wie sich Glaube und Lebensalltag der Menschen auch unter veränderten Realitäten miteinander verbinden lassen. "Vieles verändert sich derzeit, verstärkt nochmal durch die Corona-Pandemie. Alle Menschen stehen derzeit vor enormen Herausforderungen. In dieser Situation ist gerade der Glaube für viele ein wichtiger Orientierungspunkt.

"Als "Hilfswerk für den Glauben" will das Bonifatiuswerk gezielt Projekte in den Blick nehmen, die Entwicklungen in der Kirche aufgreifen, notwendige Veränderungen angehen und verlorenes Vertrauen zurückgewinnen", sagt Austen. Zuerst aber müssten die Auswirkungen der Pandemie gemeistert werden. Dazu zähle vor allem, die Menschen zu stärken, Trauer und Verunsicherung wahrzunehmen, den Betroffenen seelsorgerisch zur Seite zu stehen, Benachteiligten eine Stimme zu geben und sozial-karitative Institutionen und Einrichtungen zu unterstützen.

Eine zentrale Fördersäule des Bonifatiuswerkes ist die Kinder- und Jugendhilfe, durch die unter anderem Kindertageseinrichtungen, Religiöse Kinderwochen (RKW) und jugendpastorale Projekte mit 1,63 Millionen Euro gefördert werden. Gerade um die RKW als wichtige Form der Glaubensbildung in der Diaspora zu stärken, werden diese mittels einer umfangreichen Evaluation weiterentwickelt. Für die religiöse Bildungsarbeit im Jahr 2021 werden 1,96 Millionen Euro und für Projekte der Neuevangelisierung und zur Förderung von Personal- und Praktikantenstellen 808.000 Euro bereitgestellt.

Zu den wichtigsten Aktionen gehören unter anderem die Erstkommunion unter dem Leitwort "Vertrau mir, ich bin da" und die Firmaktion unter dem Leitwort "Ist da wer?", mit denen das Hilfswerk wieder gezielt pastorale und katechetische Impulse setzen möchte, um die Gemeinden bestmöglich in der Sakramenten-Vorbereitung zu unterstützen. In der letzten Jahreshälfte liegt der Fokus auf den kleinen in der Diaspora lebenden Gemeinden.

Unter dem Leitwort "Werde Liebesbote" ruft die katholische Kirche am Diaspora-Sonntag, dem 21. November 2021, zur Solidarität mit ihnen auf. "Untrennbar mit der Gottesliebe ist die Nächstenliebe, die Solidarität verbunden. Konkret heißt das: missionarisches Wirken braucht das Gebet, das Glaubenszeugnis in Wort und Tat und vor allem auch eine erlebbare Glaubensgemeinschaft", beschreibt Austen die Idee dahinter.

Mit Blick auf die Vernetzungsarbeit mit den nordeuropäischen und baltischen Diözesen nimmt das Praktikantenprogramm "Praktikum im Norden" eine besondere Rolle ein. Über 20 junge Erwachsene aus ganz Deutschland machen sich jährlich nach ihrem Schulabschluss oder dem Studium für mehrere Monate auf den Weg, um zu erfahren, was es bedeutet seinen Glauben in der Minderheit zu leben, und wie Kirche auch unter schwierigen Voraussetzungen eine wichtige Stimme in der Gesellschaft einnehmen kann. Im Gegenzug engagieren sie sich aktiv in Kirchengemeinden, Klöstern, Schulen und andren Einrichtungen.

Zum Jahresende steht die bundesweite Nikolausaktion "Weihnachtsmannfreie Zone" im Fokus. Seit 20 Jahren engagiert sich das Hilfswerk dafür, den Heiligen Nikolaus wieder mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken und das christliche Brauchtum sowie die Werteorientierung und caritatives Handeln zu stärken. Ein Schwerpunkt ist der "Tat.Ort.Nikolaus". Einzelpersonen, Gruppen und Einrichtungen sind aufgerufen, dem Beispiel des Heiligen Nikolaus zu folgen und Orte guter Taten in ganz Deutschland zu schaffen.

Caritas international 2021: Aufklärung über Binnenflucht

In diesem Jahr stehen die 46 Millionen weltweit intern Vertriebenen, die sogenannten Binnenflüchtlinge, bei Caritas international im Fokus: Ihre rechtliche Stellung gegenüber den "offiziellen Flüchtlingen", ihre Versorgungslage, erlittene Traumatisierungen durch teils mehrmalige Vertreibungen innerhalb ihrer Länder und andere Aspekte interner Vertreibung will Caritas international im Laufe des Jahres 2021 immer wieder besonders herausstellen und vor allem die Öffentlichkeit darüber aufklären.

Häufig nämlich, betont das Hilfswerk, werden Flüchtlinge, Migranten und Binnenflüchtlinge - auch in den Medien - in einem Atemzug genannt, ohne Kenntnis der genauen Definition.

Zudem feiert Caritas international dieses Jahr ein Jubiläum: Im Jahr 1921 leistete die Deutsche Caritas zum ersten Mal Menschen im Ausland Hilfe. Adressaten waren damals Deutschstämmige in Russland, denen aufgrund einer dramatischen Nahrungsmittelknappheit der Hungertod drohte. Die "Hungerhilfe für Russland" begann und markiert zugleich den Start der Auslandshilfe der Deutschen Caritas. Mit einer Veranstaltung in Freiburg soll dieses Jubiläum gefeiert werden.

Dieses fällt außerdem mit dem 100. Geburtstag von Georg Hüssler (1921-2013) zusammen, der dem Deutschen Caritasverband als Präsident von 1969 bis 1991 vorstand. Er war auch für die Auslandsarbeit ein überaus wichtiger Impulsgeber. Eine Jubiläumsveranstaltung zu beiden Anlässen ist für den 23. Juli in Freiburg geplant.

Die Jahrespressekonferenz von Caritas international findet dieses Jahr am 14. Juli statt. Darin wird es um die Arbeitsschwerpunkte des vergangenen Jahres gehen. Mit Sicherheit werden die Auswirkungen und Folgen der Pandemie dabei eine Rolle spielen, sowie die Spendenentwicklung im vergangenen Jahr. Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Peter Neher, wird zudem seine letzte Pressekonferenz für das Not- und Katastrophenhilfswerk Caritas international geben. Ein Resümee seiner Arbeit wird sicher von ihm zu erwarten sein. Die weiteren Themen stehen noch nicht fest - ebenso wenig die genaue Örtlichkeit.

Nach Pfingsten startet außerdem wieder die traditionlelle Sommeraktion "Die größte Katastrophe ist das Vergessen", die Caritas international gemeinsam mit dem Katastrophenhilfswerk der Diakonie (DHK) organisiert. Die beiden Hilfswerke rücken dabei Katastrophen in den Vordergrund, die kaum Beachtung in der Öffentlichkeit und den Medien finden. Das genaue Thema für dieses Jahr steht noch nicht fest.

Adveniat 2021: Schwerpunkt Amazonasregion

Die Weihnachtskollekte ist seit der Gründung des Hilfswerkes 1961 die wichtigste Einnahmequelle von Adveniat. Auch wenn genaue Zahlen noch nicht vorliegen: 2020 ist sie aufgrund der Corona-Beschränkungen deutlich niedriger ausgefallen. Und das, obwohl Adveniat 2020 erstmals gemeinsam mit dem evangelischen Schwesterwerk "Brot für die Welt" zu einer Onlinekollekte aufgerufen hatte. Da das Hilfswerk seine pastoralen Projekte zu 95 Prozent aus Spenden finanziert, ist jetzt schon klar: Im selben Umfang wie bisher kann das Lateinamerika-Hilfswerk 2021 nicht tätig werden.

Auch personell steht in diesem Jahr eine Veränderung an: Pater Michael Heinz SVD, der 2016 von den deutschen Bischöfen zum Hauptgeschäftsführer ernannt wurde, wird im Frühsommer Adveniat verlassen und nach Lateinamerika zurückkehren. Sein Nachfolger wird von der Deutschen Bischofskonferenz auf der Frühjahrsvollversammlung (23. bis 25. Februar 2021) gewählt.

Gemeinsam mit Tanja Himer, die Anfang Dezember als Geschäftsführerin auf Stephan Jentgens folgte, soll der neue Geschäftsführer bei der Bilanzpressekonferenz am 4. Mai 2021 offiziell vorgestellt werden. Tanja Himer war zuvor Geschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Krefeld. Sie wird im Februar in der Essener Adveniat-Geschäftsstelle ihren Dienst beginnen.

Ein klarer Schwerpunkt der Arbeit von Adveniat wird auch in diesem Jahr in der Amazonasregion liegen. Nicht erst seit der Amazonassynode im Oktober 2019 in Rom, an der auch Pater Heinz teilnahm, fordert Adveniat die Bundesregierung auf, die ILO-Konvention 169 zum Schutz indigener Völker und Territorien zu ratifizieren. Nachdem das Bundeskabinett einer Ratifizierung mittlerweile zugestimmt hat, erscheint dies für 2021 realistisch.

Adveniat wird außerdem die neugegründete kirchliche Amazonaskonferenz CEAMA in ihrer Arbeit unterstützen. Dem kirchlichen Amazonas-Netzwerk Repam gehört Adveniat bereits seit mehr als fünf Jahren an. Auch die Bischöfliche Kommission Adveniat beschloss in ihrer Dezembersitzung, das Thema "Amazonas" zum inhaltlichen Schwerpunkt der kommenden Jahre zu machen.

Die Weihnachtsaktion 2021 eröffnet das Lateinamerika-Hilfswerk in Münster. Nachdem mit der Weihnachtsaktion 2020 der Blick auf die ländlichen Regionen gelenkt wurde, wird sich die Aktion 2021 mit dem Thema des Lebens in den Städten beschäftigen: Vier Fünftel aller Lateinamerikaner leben inzwischen in Großstädten. Mit Erzbischof Leonardo Steiner von Manaus (Brasilien) wird ein Bischof zu Gast sein, der neben der Problematik der wachsenden Großstädte auch über die problematische Situation im Amazonasraum berichten kann.

(KNA)

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