Mädchen mit Adventskalender
Mädchen mit Adventskalender

01.12.2017

Wie sich die 24 Türchen über die Jahre veränderten Konsumtrend bei Adventskalendern

Wenn der Inhalt Schokolade ist, sind sie besonders beliebt. Doch der ursprüngliche Sinn des Adventskalenders wird dabei gerne mal vergessen. Einige Menschen wollen das ändern – Besinnen statt konsumieren ist ihr Motto.

Für den Fleischliebhaber gibt es ihn mit Mettwurst, Schinken und Salami-Tattoo: den Adventskalender mit dem klangvollen Namen "Adwurstkalender". Natürlich sind die Inhalte über 24 Tage haltbar. Auch das Haustier darf nicht zu kurz kommen. Für Hund und Katze gibt es ihn mit Leckerlis oder Spielzeug. Adventskalender gehören für die meisten zum Advent wie der Tannenbaum zu Weihnachten.

Jeden Tag soll er eine kleine Freude bereiten, um die Zeit bis Heiligabend zu verkürzen. Doch haben die etlichen Kalender-Varianten noch etwas mit der Vorbereitung auf Weihnachten zu tun?

Sinn und Vorbereitung

Der Kalender diente ursprünglich dazu, den Nachwuchs mit dem religiösen Sinn der Adventszeit, der Vorbereitung auf Weihnachten, vertraut zu machen. Erste Vorläufer des Adventskalenders sollten bereits im 19. Jahrhundert begeistern: Kinder durften täglich einen von 24 Kreidestrichen an der Wand wegwischen. Es gab außerdem weitere Varianten wie stückweise abzubrennende Kerzen sowie Abreißkalender.

Der Münchner Verleger Gerhard Lang verkaufte Anfang des 20. Jahrhunderts den ersten kommerziellen Kalender mit 24 Klebebildern. Religiöse Motive dominierten bis in die 1950er Jahre, bevor zu Beginn der 60er Jahre Firmen den Adventskalender zunehmend als Werbeplattform nutzten. Als Folge spielt der christliche Hintergrund bei Adventskalendern kaum mehr eine Rolle.

Bier, Lippenstift, Whisky

Insgesamt wollten 2015 laut Studie des Marktforschungsunternehmens "GfK" 65 Prozent der Deutschen einen Adventskalender aufstellen: Davon kauften knapp die Hälfte einen Kalender, der mit Süßigkeiten gefüllt war; ein Drittel legte Wert auf Individualität und bastelte den Adventskalender selbst.

Die Auswahl an Adventskalendern im Handel ist riesig. Es gibt ihn mit Bier, Lippenstift, Whisky, Spielfiguren oder Müsli – und die Unternehmen lassen sich die Kalender gut bezahlen. Für eine Variante mit Schraubendrehern muss der Kunde 46 Euro zahlen, für eine Version mit verschiedenen Gin-Sorten 130 Euro.

"Der Andere Advent"

Der Wert eines Adventskalenders liegt dem Psychologen Peter Groß zufolge nicht im Materiellen. Daher empfiehlt er, sich zu mäßigen: "Ein selbst gebastelter Kalender zeigt, dass ich mir Aufwand gemacht und Zeit genommen habe." Der Kalender sei wahrscheinlich nicht so perfekt – das sei aber nicht schlimm. Adventskalender mit schönen, sinngebenden Sprüchen seien besser, denn der Empfänger könne davon profitieren. "Der Adventskalender soll Spaß machen und Freude bringen", so Groß.

Der ökumenische Verein "Andere Zeiten" will die ursprüngliche Bedeutung des Advents in der Gesellschaft wieder bekannter machen.

Der Kalender "Der Andere Advent" soll daher die weihnachtlichen Gedanken anregen statt den Magen. Darin stehen Gedichte von Hans Arp oder Antoine de Saint-Exupery, ein Text von Friedenspreisträgerin Carolin Emcke oder ein Peanuts-Comic. Dieser Kalender startet am 2. Dezember, dem Vorabend des diesjährigen ersten Advents, und endet an Dreikönig (6. Januar). 650.000 Stück wurden im vergangenen Jahr verkauft.

Lebendige Tradition

Einen anderen Ansatz gibt es bei sogenannten Hausadventskalendern. In Gengenbach in Baden dient zum Beispiel das Rathaus als Kalender, und die Fenster sind die 24 Türchen. In der Kleinstadt steht den Angaben der Stadt zufolge "der größte Hausadventskalender der Welt". Täglich um 18 Uhr wird während des Advents ein hinterleuchtetes Fenster geöffnet. Dieses Jahr präsentiert die Stadt in den Fenstern Bilder von Andy Warhol und zeigt damit eine "fantastische Bildergeschichte mit wundersamen Wesen wie Engeln, Amor oder Akrobaten".

Auch die Gemeinschaft gewinnt in der hektischen Vorweihnachtszeit an Bedeutung: Kirchengemeinden organisieren daher Aktionen wie den "Lebendigen Adventskalender". Jeden Tag feiern die Menschen vor einem anderen Haus, wo die Bewohner symbolisch ihre Haustür öffnen. Im Freiburger Stadtteil Hochdorf gestalten die Gemeindemitglieder jeweils zu einem Thema ein Fenster, das geöffnet wird, um den Advent als Vorbereitung auf Weihnachten bewusst zu erleben. Die Menschen kommen zusammen und hören im Licht von Kerzen bei Glühwein, Tee, Kinderpunsch und Plätzchen eine schöne Geschichte an.

Maren Breitling
(KNA)

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