Adveniat warnt vor "Durststrecke" nach den Olympischen Spielen

Wenige Gewinner in Rio

Das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat hat sich besorgt über die Zukunft von Sozialprojekten in Brasilien gezeigt. "Alle Sozialprojekte stehen vor der Frage, wie es finanziell weiter gehen soll."

Junge in einer Favela in Rio de Janeiro / © Barbara Walton (dpa)
Junge in einer Favela in Rio de Janeiro / © Barbara Walton ( dpa )

Das sagte Geschäftsführer Stephan Jentgens dem "Neuen Ruhr-Wort". Er vermute, dass "die benachteiligten Menschen weniger zu den Gewinnern der Olympischen Spiele gehören, sondern nur die Menschen, die vorher bereits Geld hatten".

Bundesstaat Rio de Janeiro zahlungsunfähig

Der Bundesstaat Rio de Janeiro sei zahlungsunfähig, die zu Olympia gewährten Finanzmittel nach den Spielen aufgebraucht, erklärte Jentgens. Unklar sei daher, wie Beschäftigte in den Bereichen Bildung, Sicherheit und Gesundheit nach Olympia bezahlt werden sollten. Insofern blicke die Bevölkerung in Rio einer "Durststrecke" entgegen.

Zudem blieben Lebensraum, Kultur und Gemeinwesen der indigenen Völker gefährdet. Dabei biete ihr Lebensmodell eine Alternative zum Wirtschaftswachstum. "Nachhaltigkeit und Einklang mit der Natur könnte eine neue wirtschaftliche und soziale Perspektive sein", betonte Jentgens. Adveniat engagiert sich im Aktionsbündnis "Rio bewegt. Uns." für sozial Schwache in Brasilien.


Quelle:
KNA , DR